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Willkommen bei Lucian,

ein Jahr Lucian! Ein Jahr kann so kurz sein und dieses war definitiv kurz. Nun sind wir also schon ein Jahr alt und wollen dies mit einem neuen Style feiern. Herzlichen Glückwunsch, Lucian!
Hintergrund: ALice Faux / deviantart
Header: phatpuppy / deviantart



Liebe Grüße
die Spielleitung

Gründung: 22. Januar 2011

Eröffnung: 08. Februar 2011

Rollenspielstart: 16. April 2011

Mitgliederübersicht::
Begleiter: 5
Menschen: 4
Begleiter ohne Mensch: 1

Erste Mitglieder: Raven, Merle, Freya
1. Kapitel: Den Tod im Genick

Jahreszeit
Herbst

Wetter
Sonnenschein, es ist Nachmittag. Der Himmel ist stark bewölkt. Es sieht ein wenig nach Regen aus. Es ist windstill. 13-15°C

Tageszeit
Nachmittag (circa 15 Uhr)

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 Den Tod im Genick

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AutorNachricht
Maya

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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   Do Jan 12, 2012 7:38 pm

Wie um sich zu vergewissern, dass sie noch da war huschte Heaths Blick zu dem Mädchen und Maya blickte fast automatisch ebenfalls zu ihr. Es war verwunderlich, dass sie sich noch nicht zu Wort gemeldet hatte. Maya hatte angenommen, dass sie den barfüßigen Mann gut kannte. Zumindest gut genug, um sich bei diesem Schmuddelwetter mit ihm auf dem Boden herumzuwälzen. Stattdessen aber schwieg sie weiterhin; offenbar war Maya zu einem Vorschnellen Urteil gekommen.
Maya glaubte Skepsis in Heaths Blick zu sehen, als sie etwas sagte. Er sah aus, als hätte er ihre Worte irgendwie geahnt und das ließ ihr einen Schauer über den Rücken rieseln. Sie mochte es nicht, wenn ihre Gedanken ungeschützt waren. Es fühlte sich falsch an, Gedanken und Gefühle widergespiegelt zu sehen.

“Wenn ich ehrlich bin, ja“, murmelte Maya und erneut schnellte ihr Blick zu der Frau. Heaths Worte hatten wie eine Imitation ihrer eigenen geklungen und das wurmte sie gewaltig. Wütend wandte sie den Blick ab und funkelte ihn an.
“Tja, vielleicht weil ich nicht als kinderhassende, griesgrämige alte Frau enden will, die mit neunzig Katzen allein in einer verdreckten Wohnung lebt“, antwortete Maya schnippisch. Ihr Mund hatte sich zu einem frechen Grinsen verzogen und ihre glänzenden Augen musterten Heath verschlagen. Sie überlegte einen Moment, nicht lange genug, als das es auffallen würde, ehe sie noch einen Seitenhieb hinzufügte:“ Nicht so wie du vielleicht.“

Sie wusste, dass es gemein war, was sie gesagt hatte, aber Maya konnte es nun mal nicht leiden, wenn jemand sich einbildete, er wäre besser als sie, nur weil er älter war.
Pah, wenn er glaubt, dass mich das einschüchtert, dann kann er lange warten!“, dachte sie wütend, aber ihr Gesicht hatte sich bereits wieder geglättet. Sobald sie bemerkte, dass ihre Züge ihr entgleisten setzte Maya alles daran, ihre unbeteiligte Miene wieder aufzusetzen.
Es war nur ein kurzer Moment, gewesen, in dem man tatsächlich hatte sehen können, was in ihr vorging. Maya wusste nicht, ob es lange genug gewesen war, als dass der Fremde etwas hätte erkennen können, wusste sie doch selbst nicht, was für Gefühle alles in ihr waren. Wut, Trauer, Hass, Liebe, so viele widersprüchliche Emotionen, dass es manchmal schien, als würden sie nicht in den Körper einer einzigen Person passen.
Maya wurde bewusst, dass sie den Blick abgewandt hatte. Ihre Augen waren den Blättern gefolgt, die in buntesten Herbstfarben von dem Wind über den Boden getragen wurden. Sie entdeckte grün, rot, braun und gelb. Warme Farben. Fröhliche Farben. Farben, die sich nicht mit ihrem Inneren deckten.

Diesmal ganz bewusst richtete Maya den Blick wieder auf den Mann vor ihr. Sie wusste, wie sie auf ihn wirken musste. Frech das Kinn nach oben gestreckt und die dunklen Haare vom Wind um ihr blasses Gesicht geweht sah sie möglicherweise einsam aus. Vielleicht aber auch nicht. Vielleicht sah sie in Heaths Augen einfach nur ungezogen und frech aus. Ein Mädchen mehr, das sich nicht zu benehmen wusste, das offenbar keinerlei Erziehung genossen hatte.
Maya stellte fest, dass es unnatürlich schwer war, in Heaths Augen zu blicken, die von einem hellen braun waren. Ihr fiel auf, dass sie es sich angewöhnt hatte, generell an Menschen vorbeizusehen, anstatt ihre Blicke zu erwidern.
Stattdessen musterte sie ihn nun von oben bis unten, von den blonden Locken bis zu den nackten Füßen und sie zitterte erneut, als sie daran dachte, wie kalt es sein musste, ohne Schuhe über den eisigen Boden zu laufen.
Entschlossen reckte sie den Hals jetzt etwas höher und blickte ihm in die Augen, wartete auf eine Antwort. Er war so groß, dass Maya wahrscheinlich bald eine Genickstarre bekommen würde, wenn er sich weigerte zu antworten.


[Bei Heath und Liv//schaut zu Liv//wundert sich über deren Schweigen//Antwortet Heath//grinst frech//Denkt an eigene Lage//Schaut Blätter an//Schaut Heath an]
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Merle

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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   Mo Jan 16, 2012 1:40 pm

Es war klar, dass der Kleine mit nichts klar kam. Hastig kramte er in seiner Tasche und was zog er heraus? Natürlich diese Glimmstängel. Er war wirklich abhängig, keine Frage und diese Kj half da auch nicht viel mit seinen komischen Worten. Merle versuchte, den Blonden einfach nicht weiter zu begutachten. Es wäre e Hoffnungslos gewesen, so wie er sich kaputt spielte und versuchte zu tanzen. Am Anfang jedoch, musste die junge Dame zugeben, dass es gut war. Sein Rhythmusgefühl und die Bewegungen, die er abgab, waren wirklich gut, bis sie stockten. Ein Grinsen huschte Merle über die Lippen. War ja klar, dachte sie sich nur und schaute betreten weg. Das konnte sie sich einfach nicht mit ansehen, wie der Kleine sich blamierte. Eine kleine Weile verging und Kj regte sich. Doch nicht so, wie Merle dies gedacht hätte. Sein Gesicht war vereist, gar eingefroren und schluß endlich ging er und trat in ihren nicht vorhandenen Schatten. Zu dem Kleinen Blonden hin. Merle drehte sich um und riss ihre Augen auf. Rotzbengel saß auf dem Boden, zusammen gekauert und nach Hilfe rufend. Ein Elends Bild gab er ab und Kj neigte sich zu ihm, umarmte ihn und versuchte den Blonden zu beruhigen. Rührend sah es aus und Merle begriff, sie musste etwas unternehmen. Schlagartig waren alle Anfeindungen vergessen und die Frau sah sich hektisch um. Etwas zu trinken, Wasser! Der Kleine hatte einen Zusammenbruch und brauchte etwas zum wach werden!

Merle ging. Für die zwei mochte es wohl so aussehen, als wolle sie sich vor der Verantwortung drücken, doch sie suchte. Suchte in dieser tristen Welt etwas für den kleinen blonden Rotzbengel, den sie doch hasste. Aber diese Gedanken bei Seite und her mit diesem Gefühl, das Merle fremd war. Nächstenliebe!!!
Hastig kramte die Dame im Müll herum. Suchte eine Flasche oder ein anderes Gefäß. Von den beiden war sie schon weit entfernt, als sie endlich eine alte Plastikdose ergattern konnte, die sie einem alten Penner auf der Straße geklaut hatte. Und nun? Ja nun brauchte sie Wasser. Sauberes Wasser zum säubern der Dose und zum wieder befüllen. Doch wo nur verdammt!
Ein Laden! Klein und alt, aber doch ein Laden, zeichnete sich unter dem grauen Himmel in mitten der Geröll Felder ab. Da musste sie hin und rannte voller Panik in den dessen Richtung. Sie musste sich beeilen. Wer weiß wie durch geknallt der Kleine schon vorher war und nun hatte er die Suppe auslöffeln müssen. Rasch sprang Merle in den Laden, wo lediglich eine Oma und ein Greis am Tresen standen.

„Ich brauche Wasser!“

Schrie sie den Greis ins Gesicht und war gleich genervt, als sie die langsamen Bewegungen dessen, begutachten musste. Er stellte eine Flasche vor sich ab und wollte den unpassenden Preis von fünf Euro pro Stück haben. Spinnte der Alte. Fassungslos schaute Merle in die grinsende Fratzen des Opa´s. Reingeschlagen hätte sie am liebsten und schaute ihn finster an.

„Spinnst du? Ich will nicht deinen Laden kaufen, sondern nur etwas Wasser für meine Dose hier haben!“

Wieder grinste er und sagte nichts. Merle war sauer und fing unvermittelt an zu Knurren. Eine Eigenart von ihr, die auch schon die zwei Kerle begutachten durften.

„Hör auf mich so anzufeixen und gib mir gefälligst Wasser aus der Leitung, du alter Knacker!“

Nun wurde die Oma im hinteren Raum auch Aufmerksam und drehte sich zum Specktakel um. Dem Greis schlief das Gesicht ein und wisch einer Fratze, die Ekelhaft aussah und vor Zorn schwitze. Nun war es an Merle zu feixen und ihn von oben herab anzustarren. Doch nichts half. Herr von und zu Greis machte Anstalten die Flasche wieder wegzuräumen und Merle schob Panik. Panik, wann sie ans nächste Wasser kommen würde und Panik darüber, wie lange Blondie noch aushielt. Es nütze nichts. Merle musste die Gelegenheit beim Schopfe packen. Sie schleuderte ihre Dose ins Gesicht des Greises, packte sich die Flasche vom Tresen und rannte aus dem Laden. Hinter hier war das Geschrei der Oma zu hören und das laute Toben des Alten, doch sie rannte und spürte ihr schnell schlagendes Herz in der Brust. Adrenalin stieg ihr ins Blut und Merle rannte so schnell sie konnte. Irgendwann im Rennen und schwer keuchend, fing sie an zu lachen und kicherte laut in die Welt hinaus. Bis ihre eigentliche Aufgabe wieder in den Sinn kam und sie in die Hand schaute, wo sich die Flasche befand. Rasch rannte sie erneut die Straßen entlang und kam schwer atmend zu den zwei Männern an. Ob sie überrascht waren, wusste Merle nicht, doch wollte sie auch nicht wissen. Sie reichte stumm und mit verzehrten Gesicht, Kj die Flasche und sagte, dass er sie ruhig austrinken sollte. Danach, hockte sie sich schwer einen Meter neben den Kleinen hin und versuchte sich zu beruhigen.


[kj, Nathan/unternimmt was, sucht wasser, bringt wasser]


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Nun ist sie Tante geworden. What a Face
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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   Di Jan 17, 2012 2:00 am

this is my december
This is my snow covered dream


Die Angst zerfraß sein Herz. Es tötete alles. Gedanken, an Tod. Selbstmord war eine Sünde, sagten die Gläubigen. Aber selbst wenn er nicht glaubte, schickte Gott ihn dann vielleicht trotzdem in die Hölle? Er wollte nicht brennen, er wollte nicht sein ganzes Leben lang die Hitze des Feuers auf seiner Haut spüren, nicht schmoren und zusehen, wie das Fleisch sich von seinen Knochen pellte, er wollte nicht sehen wie seine Knochen schwarz wurden und zerfielen. Oder war es ganz anders? Er wusste es nicht. Woher auch? Er hatte nie etwas über Gott, den Himmel oder die Hölle gelernt, und bis jetzt war es einfach immer egal gewesen. Es war nicht wichtig. Es war eigentlich sogar vollkommen egal. Er war ungläubig, er glaubte nur daran, dass nach dem Tod nichts war. Nichts als gähnende und tiefe schwarze Leere, wobei das vielleicht sogar noch schlimmer war, als einem Gott gegenüberzutreten und in einer seiner Welten zu weilen. Eigentlich war es ganz egal, was geschah. Hauptsache seine Angst hörte auf. Hauptsache, es endete alles. Am besten jetzt sofort.

if I lay here
If I just lay here
Would you lay with me and just forget the world?


Er verspürte den Wunsch still zu sitzen und sich nicht mehr zu regen. Er verspürte den Wunsch ruhig zu sein, so ruhig als wäre er tot. Die Scherben blitzten wieder und wieder in seinem Kopf auf, wieder und immer wieder. Blut tropfte vom Himmel, Blut so dunkel und rein. Eine gruselige Vorstellung, irgendwie. Er schmeckte den metallischen Beigeschmack von Blut in seinem Mund, merkte erst jetzt, wie fest er sich auf die Lippen gebissen hatte. Mit fest zusammen gekniffenen Augen zwang er sich, die Kiefer zu lockern und nicht mehr wie bekloppt auf seine Lippe zu beißen. Es tat weh, brannte etwas, doch der Schmerz war längst nicht stark genug, längst nicht ausreichend. Es war nicht, nichts Vollkommen unwichtig und nicht vorhanden. Zumindest fühlte es sich so an, nachdem er wieder an Scherben und Adern dachte. Helle Haut, über die ein roter Streifen zog. Harmonisch, das Ganze. Schön und gruselig, aber harmonisch. Irgendwie grausam schön.

blood runs over my skin
Red and white like in the fairytales


Eine irgendwie viel zu schnelle Bewegung erforderte seine Konzentration, doch sein Kopf wollte nicht. Er wollte nicht denken, nicht fühlen. Er wollte schlafen und nicht mehr Aufsehen. Er spürte plötzlich Fingerspitzen auf seiner Schulter, und dann wieder nicht. Er zitterte so sehr, dass es egal war. Er bemerkte es kaum, bloß ein sachtes Gefühl tief in ihm drin, verriet ihm, dass er nicht alleine war. Ein undefinierbares, warmes Gefühl tief in seinem Herzen. Was sollte das?
Die Stimme, seine Stimme. Immer wieder diese Stimme.. dumpfe Worte prallten in dem Kopf des Blonden ab und wurden lauter, undeutlicher und nerviger. Er wollte nichts mehr hören, presste die Hände auf die Ohren, doch die Worte blieben. Es blieb alles, wie es war. Nur, dass eine Stimme doch irgendwie ferne schien. Er sollte zu sich kommen? Dabei war er doch da. Hier und da und in der Welt. Einfach überall. Er sollte zu sich kommen. Es war ein Befehl. Was war ein Befehl? Er sollte es tun. Kjetil wollte es. Ein Schatten, wertvoller und besonderer als alle anderen. Etwas in der Welt, etwas Wunderbares. Und dann Arme. Arme, die ihn festhielten und für ihn da waren, Arme die ihn auffingen. Da waren, ihn einfach festhielten. Er war dem anderen Jungen so unendlich dankbar dafür. Er war ihm so dankbar und er liebte ihn dafür. Lieben? Woher kam das Wort? Er wusste es nicht, aber es war da und es passte. Es passte viel zu gut. Einfach perfekt. Aber das war egal. Er war da.

# ‚ so much fire that it burned your wings‘

Welches Feuer? Ah. Er erinnerte sich. Das Feuer.. aus dem Lied. Er hatte Kjetil beeindrucken wollen. Er hatte seine Aufmerksamkeit haben wollen, und jetzt war sie da. So direkt bei ihm. Seine Aufmerksamkeit, ungeteilt, wie es schien. Und dafür liebte er ihn auch. Er liebte ihn. Verdammt, ja.


‚Liebe ist verrückt und tut weh!’ – sagte der Hase und umarmte den kleinen Igel.


Unsicher versuchte Nathan seinen Blick zu heben, er wollte Kjetil in die Augen sehen, ihn richtig sehen! Verstört hob er eine Hand, versuchte sein Gesicht zu erreichen und sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht zu wischen. Was sollte das? Seine Augen waren geschlossen, als er die Hand ein Stück weiter ausstreckte und den Dunkelhaarigen berührte. Er wollte ihn spüren und wissen, dass er da war. Für immer da. Einfach nur für immer, so lange wie die Ewigkeit.
Als plötzlich Schritte ertönten, riss er die Augen auf und sah hoch. Seine Hand fiel herab und sein Blick, der eben kurz aufgeleuchtet hatte, war wieder weg. Leer, irgendwie verloren. Weit fort von allem, was normal war. Wo war die Welt? Dort unten. Er konnte sie sehen. Und irgendwo darauf knieten zwei kleine Kinder, dumm und naiv in ihrer eigenen Art und dennoch irgendwie sehr wunderbar. Wunderbar und fantastisch.

„Too much fire.. Da ist zu viel.. und so viel Blut..“

Er flüsterte bloß, hauchte die Worte in den Wind. Hauchte sie, wie er manchmal Rauch aushauchte. Beinahe zärtlich und liebevoll. Merle war wieder da. War sie weg gewesen? Er wollte sie spöttisch ansehen, grinsen, doch er sah bloß das Blut. Was hatte sie gemacht? Wo verdammt nochmal war sie gewesen?! Er hasste sie, dafür dass sie weggerannt war und dennoch liebte er sie, einfach weil sie eben weg gewesen war. Und jetzt war sie wieder da. Einfach so. Puff. Wie bei Magie. Irgendwer hatte sie her gezaubert. Puff. Da hatte sie gestanden. Faszinierend.
Seine Sicht verschwamm und er kippte nach hinten. Er kippte um, kippte irgendwohin. Weg, aus der sitzenden Position. Weg von Kjetil. Oder hielt er ihn? Zu spät. Hart schlug sein Kopf auf den kalten Stein, seine Zähne schlugen hart aufeinander. Weg, weg von allem. Überall war Blut. Überall. Die Scherben wurden hin fortgespült von all dem Blut.


white and red
red and white
blood and snow


{ bei Kjetil & Merle - fällt hin }
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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   Mi Feb 01, 2012 12:12 am

Livia Abby Collister


Abschiedspost


Liv runzelte die Stirn. Sie wirkte leicht wütend, allerdings war sie eher verdutzt. Was wollte Heath von ihr? Einen Spaziergang machen? Warum? Und wenn er das machen wollte, dann konnte es sich dabei wohl kaum um einen einfachen Gang durch den Park handeln. Was hatte er nur? Erst ist er so abwesend, dann murmelt er seltsame Sachen, die sie nicht verstehen kann und jetzt will er einen Spaziergang machen. Liv griff nach Heath’ Hut und wollte soeben aufstehen, damit sie los gehen konnten, als der ältere Mann von einer ihr unbekannten Frau abgelenkt wurde. Liv blieb im nassen Gras sitzen, während Heath darüber nachzudenken schien, wie er reagieren sollte. Liv selber hatte nicht die Absicht irgendetwas zu sagen. Sie saß einfach nur da und musterte die Fremde mit bösem Blick. Ihr schwarzes Schutzschild war vorhin noch ins Wanken geraten, jetzt aber wieder völlig funktionsfähig.
Da sie nur Heath’ Rücken sehen konnte, wusste Liv nicht, ob er lächelte oder die Fremde ebenso böse musterte wie sie selbst. Die unbekannte Frau schien diese Situation nicht zu gefallen. Sie wurde ganz schön unruhig. Das überraschte Liv nicht sonderlich. Es war normal für Leute ohne starken Charakter, dass sie Schweigen nicht ertragen konnten. Heath warf einen kurzen Blick zurück zu Liv, diese erwiderte ihn völlig neutral. Schließlich stand sie auf, um zumindest ein wenig präsenter zu wirken.

Schließlich sagte Heath doch etwas, aber er wirkte auf Liv mehr wie einer Bär, als wie ein Mensch, so sehr verschluckten sich seine wenigen Worte in sein Brummen. Die Unbekannte ihrerseits fing an über das Wetter zu plaudern, als sei dies eine völlig normale Begegnung zwischen drei Fremden. Liv lief langsam zu Heath hinüber und blieb ein Stück hinter ihm stehen. Sie wusste nicht recht, was sie tun sollte. Sie fühlte sich ein wenig fehl am Platz. Heath seinerseits schien die fremde Frau verscheuchen zu wollen. Liv beobachtete das ganze Geschehen schweigend. Sie hätte Heath verteidigen können. Schließlich war sie in seiner Wohnung gewesen und konnte bestätigen, dass dort nicht eine einzige Katze vorzufinden war, aber sie tat es nicht. Warum auch? Es gab keinen Grund dazu. Heath konnte sich selber verteidigen. Das wusste Liv und das wusste er ebenfalls. Stattdessen berührte sie nur ganz leicht seine Hand, stellte sich auf die Zehenspitzen und setzte ihm seinen Hut wieder auf den Kopf. Eine kurze Sekunde lang huschte ein trauriges Lächeln über ihre Lippen, doch es verschwand so schnell, wie es gekommen war und schien nun viel mehr eine Illusion gewesen zu sein.
Immer noch auf zehenspitzen stehend flüsterte Liv in Heath’ Ohr:

“Ich gehe jetzt. Viel Spaß noch. Vielleicht kann man ja später mal „spazieren gehen“. Bis dahin...“

Mehr kam nicht aus ihrem Mund. Ohne auch nur einen weiteren Blick an die Unbekannte zu verschwenden drehte sich Liv um und ging.

[bei Heath und Maya im Park der Armen | denkt und beobachtet | setzt Heath Hut auf den Kopf und flüstert ihm etwas zu | geht]
Ja, an Liv komme ich nicht ran^^


-Übernommen von Heath
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Heath

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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   Mi Feb 01, 2012 11:24 pm

Heath hoffte innerlich, die fremde, junge Frau würde nun zerbröseln und zu einen dieser emotionalen Wracks werden. Er hatte schon Lust, sie einfach so dastehen zu lassen, sich abzuwenden und mit Liv weg zu gehen. Das Problem war nur, dass er Liv dann sagen musste, was los war und genau das hatte Heath nicht vor. Zumindest nicht ganz freiwillig.
Mit gerunzelter Stirn hörte der junge Mann der ihm Unbekannten zu und beobachtete ihre Haltung. Sie sah kurz zu Liv hinüber, scheinbar überrascht, dass diese nichts sagte. Heath kannte seine Begleiterin nicht gut genug, um ihr Verhalten als normal einzustufen, aber er war der Meinung, dass es für sie ein wenig bizarr war. Er hatte erwartet, sie würde sich zu ihm gesellen und diesem verirrten Reh ein paar gemeine Worte an den Kopf werfen. Das schien ihm logisch. Schließlich brach sie ja auch ganz ohne schlechtes Gewissen in Häuser älterer Mitmenschen ein. Sie war nicht dieser Typ Mädchen – oder Frau – der Angst vor starken Männern hatte oder dem kein Fluch über die Lippen ging. Aber auch sie hatte für einige Sekunden ihre verletzbare, emotionale Seite gezeigt. Und genau solche Augenblicke zeigten Heath, dass Liv menschlich, echt war und nicht so ein Teenager, der meinte, rebellisch sein zu müssen, um in Frieden zu leben und mit seiner eigenen Dummheit eigentlich alles nur noch schlimmer machte.

Heath hatte gerade nochmals zu Liv sehen wollen, aber er konnte nicht, da das putzige Rehlein endlich seine Sprache wieder gefunden hatte. Es machte sogar seinem Ruf alle Ehre und offenbarte seine Schwachstelle. Das war eben genau dieser Typ Frau, den Heath einfach nicht leiden konnte. Warum hatte sie das gesagt? Sie hätte ihm etwas zuzischen können und dann wäre alles in Ordnung. Selbst wenn es dann nur irgendwelche dämlichen Sätze waren, die keinen Sinn ergaben. Sie hätte zumindest damit einen gewissen Kampfgeist bewiesen und zudem Stolz. Nein, sie gab nach. Warum mussten alle Frauen nachgeben? Heath hatte doch mit eigenen Augen gesehen, dass manipulierbare Herzen nur zum Unglück führen. Er hatte es doch bei Michelle gesehen... und was war nun mit ihr? Sie war tot.
Glücklicherweise schien das Rehlein doch eine gewisse Lust am Bösen gefunden zu haben. Immer noch stirnrunzelnd musste Heath ein seltsames Flackern in den Augen der Fremden entdecken. Die Wut kam zum Vorschein und vielleicht auch ein wenig Verzweiflung. Das wusste er nicht genau. Heath konnte sich allerdings ein Lächeln nicht verkneifen. Die folgenden Worte amüsierten ihn. Das war es also? Das nannte sie böse? Heath wollte gerade etwas erwidern, als er eine leichte Berührung an seiner Hand spürte und Liv neben sich wahrnahm. Heath drehte den Kopf zu ihr herum, um sie zu mustern. Sie sagte aber nichts, sondern stellte sich nur auf ihre Zehenspitzen und setzte ihm seinen alten Strohhut auf.
Heath blinzelte verwundert. Irgendetwas war anders an ihr. War da eben ein Lächeln? Die folgenden Worte Livs verwirrten den jungen Mann. Sie wollte gehen? Das war nicht ungewöhnlich, aber warum so plötzlich? Ehe Heath etwas erwidern konnte war Liv auch schon verschwunden. Er selbst zog einmal kurz die Augenbrauen zusammen, bevor er sich wieder zu der Fremden drehte und überlegen musste, was sie noch gleich gesagt hatte. Als es ihm wieder in den Sinn kam zuckten seine Mundwinkel leicht, aber er konnte nicht lächeln. Es machte ihn doch ein wenig traurig, Liv nicht die Wahrheit gesagt zu haben und ihre kurze Zweisamkeit hatte ihm gut getan. Doch im Leben gab es so viele Abschiede. Heath hatte sich daran gewöhnt.

“Ich mag zwar Katzen, aber ich habe noch nie eine bei mir gesehen und Kinder... hasse ich Kinder? Nein, eigentlich nicht.“

Heath ging einen Schritt auf die Fremde zu.

“Vielleicht behauptest du ja auch einfach nur, ich sei eben dieser Mann, der neunzig Katzen hat und Kinder nicht ausstehen kann, weil genau du das bist oder weil eben genau du Angst davor hast, so zu werden, da du dich eben in diese Richtung entwickeln könntest?!“

Heath wusste nicht recht, was er erwidern konnte und er war auch nicht in Gesprächslaune, also beließ er es bei den wenigen Worten. Allerdings gefiel es ihm gar nicht, dass die Fremde ihn so offensichtlich musterte. Aus Protest tat er es ihr gleich. Sie war – ebenso wie Liv – kleiner als er und zwar ein ganzes Stück. Vielleicht 15, 20 Zentimeter. Außerdem hatte sie braune Augen, die ein wenig ins Grüne gingen. Recht hübsche Augen, wie Heath feststellen musste. Bei so einer genauen Musterung musste Heath feststellen, dass die Fremde recht lange Beine für ihre kleine Figur hatte. So was sah man ja nicht all zu oft. Zudem war sie schlank und vermutlich war sie auch ein Männermagnet mit ihrer hellen Haut und dem dunklen Haar. Aber auf Heath wirkte sie her wie ein Kind, dass ein wenig zu sehr verwöhnt wurde und sich nun aufspielen wollte. Doch sie konnte es nicht, weil sie einfach nie gelernt hatte, wie man wirklich fies war und genau das war ihr Fehler.

[bei Liv (weg) und Maya | denkt nach | beobachtet Liv und Maya | lässt Liv wortlos gehen und redet mit Maya | mustert diese]


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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   Sa Feb 04, 2012 12:45 pm

Maya gefiel der Blick nicht, mit dem Heath sie musterte. Er nahm sie nicht ernst, das konnte sie ihm ansehen und Maya konnte es nicht leiden, wenn sie nicht ernst genommen wurde. Wenn sie ehrlich war, dann sah sie tatsächlich nicht aus wie jemand, vor dem man groß Respekt zu haben brauchte, aber was sagte das Aussehen schon groß über den Charakter einer Person aus?
Aber er, Heath schaute sie an, als wäre sie ein vorlauter Teenager, der in Wahrheit jeden Moment weglaufen konnte. Normalerweise hätte Maya ihm in dieser Hinsicht sogar zustimmen müssen. Meisten lief sie tatsächlich davon, aber nicht, weil sie Angst hatte. Sie wusste nicht einmal mehr, wie sich wahre Angst tatsächlich anfühlte. Angst, die weiter reichte als nur zu einer gehörigen Portion Adrenalin in den Adern und einem gehetzten Atem. Angst reichte weiter, Angst konnte verfolgen und töten. Und von dieser Angst war Maya weit entfernt.
Eigentlich fühlte das Mädchen sich im Moment nicht einmal wirklich unwohl. Am Anfang hatte sie sich gefragt, was sie da tat-diese Frage hatte sie schließlich erfolgreich in den Hintergrund gedrängt. Jetzt war sie nur noch neugierig und begierig, ihrem Gegenüber zu beweisen, dass sie keineswegs so ein Zuckerpüppchen war, wie er sich augenscheinlich dachte.
Es reichte nur zu einer kurzen Ablenkung, als die Frau aufstand, Heath etwas ins Ohr flüsterte und verschwand. Maya zog die Augenbraue hoch, schwieg aber dazu. Es ging sie nichts an und eigentlich interessierte es sie auch nicht weiter.

“Ziemlich unwahrscheinlich, dass ich mal mit neunzig Katzen ende, ich hab einen Hund, sagte Maya, als die Frau verschwunden war und grinste, außerdem weißt du ja genauso wenig, um das über mich behaupten zu können. Ich könnte genauso gut die Tochter eines Serienkillers sein und dir jeden Moment ein Messer in den Bauch rammen...Nein, wohl eher nicht, so was wird auf Dauer bestimmt irgendwann mal langweilig. Jeden Tag psychopathisch durch die Gegend rennen und Leute erschrecken kann nicht besonders lukrativ sein.“

Es stimmte, Maya hatte noch nie das Bedürfnis verspürt, jemanden zu erwürgen oder zu anderen handgreiflichen Maßnahmen zu schreiten...
...und trotzdem bin ich für den Tod eines Menschen verantwortlich...
Schnell verdrängte sie den Gedanken an diese Nacht voller Hass, Angst und Schmerz und verpackte ihn wieder in diese eine Schublade in ihrem Kopf, die sie sich nicht zu öffnen traute. Diese eine Sache ging niemanden etwas an, es war etwas ganz persönliches, ihr privater Schmerz und mit dem musste sie allein fertig werden. Es war eine Sache, bei der ihr keiner helfen konnte.
Den winzigen Augenblick, in dem sie sich von Heath abgewandt hatte, hatte ihr genügt, um ihre Gesichtszüge wieder unter Kontrolle bringen zu können und Heath skeptisch anzufunkeln. Sie war gespannt, was Blondie ihr antworten würde, er schien nicht gerade die Art von Typ zu sein, der ein Blatt vor den Mund nahm. Egal, was er sagte, es konnte sie nicht verjagen. Sie war kein Kind mehr und sie hatte bereits mehr gesehen, als seltsame Fremde, die bei eisigen Temperaturen barfuß durch die Gegend liefen.
Ihr Blick fiel wieder auf den Griff seines Messers oder Dolches und unwillkürlich fragte sie sich, ob er wohl schon jemanden auf dem Gewissen hatte. Vielleicht hatte er ja vor, sie zu erdolchen. Ein leichter Schauer rieselte ihr den Rücken hinunter, aber eigentlich hatte sie keine Angst. Sie fühlte sich leer und emotionslos und ihr einziger Gedanke daran war, dass ihre Eltern vermutlich froh waren, sie endlich los zu sein. Sollte er ruhig versuchen, sie kalt zu machen, sie hatte keine Angst vor ihm.


[Bei Heath//Antwortet//Hat keine Angst vor ihm]
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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   Di Feb 14, 2012 11:08 pm

Da keiner von den Beiden zugeben wollte, ein katzenliebendes, kinderhassendes Etwas zu sein wurde das Gespräch für Heath etwas uninteressant. Toll, sie hatte einen Hund! Er hatte einen Dolch. Stellt sich da die Frage, wer gewinnen würde: Hund oder Mann. Heath hatte genug in seinem Leben erlebt, um von sich behaupten zu können, gegen einen anständigen Hund gewinnen zu können, allerdings kam es auch auf die Art des Tieres an. Wenn es ein ausgebildete Kampfhund war würde er eher zusehen, eiligst zu verschwinden, als sich vor diese Fremden zu beweisen. Trotz der Tatsache, dass er nicht sterben konnte wollte er nichts riskieren. Er hatte bis heute nicht erfahren, ob ein Schatten eines unnatürlichen Todes sterben konnte.
Da sich das Gespräch nun aber änderte lauschte Heath wieder. Die Fremde spielte laut mit dem Gedanken, die Tochter eines Serienkillers zu sein. Aufgrund dieser Idee musste Heath kurz auflachen, was sich eher wie ein Husten anhörte. Er hätte keine Angst vor ihr. Daddys little girl. Na und? Es wäre ihm mehr als peinlich, wenn er sich als junger Bursche hinter dem Können seines Vaters hätte verstecken müssen. Waren es nicht abscheuliche Typen, diese jungen Leute, welche mit dem Ruhm ihrer Erzeuger angaben?
Obwohl Heath genau diesen Gedanken der Fremden verabscheute ging er nicht einfach weg. Er hätte es tun können. Er hatte so etwas schon mal getan, aber ihre folgenden Worte fesselten ihn einfach zu sehr. Was wurde das hier?

“Lukrativ ist zu diesen Zeiten kaum etwas.“

murmelte Heath und schien dabei vollends diese eine Sache zu ignorieren, welche die Fremde so interessant machte.
“So was wird auf Dauer bestimmt irgendwann mal langweilig.“
hatte sie gesagt.
“Jeden Tag psychopathisch durch die Gegend rennen und Leute erschrecken kann nicht besonders lukrativ sein.“
hatte sie gesagt. Das war wirklich interessant. Waren das ihre echten Gedankengänge oder spielte sie ihm nur etwas vor? Heath hatte mal geglaubt, Menschen gut zu verstehen, aber das lag schon länger zurück. Er konnte diese Dame wirklich nicht analysieren.

“Sag mal, wie heißt du eigentlich?“

fragte er schließlich, ohne auch noch einmal auf ihr Gerede einzugehen. Er war noch nie der Mann gewesen, welcher sich für das Geschwafel von Frauen und Mädchen interessierte. Nur Michelle hatte er zugehört. Nur bei ihr war er anders gewesen, aber die Stadt – mit ihrem Dreck und ihrem Gestank – hatte ihn vergiftet und fast völlig gefühlskalt werden lassen. Hier waren einfach zu viele schlechte Seelen, als dass sich eine gute hätte lange halten können. Alle hier würden auf Dauer untergehen, wenn sie nicht lernten, zumindest ein wenig fies zu werden. Fressen und gefressen werden. Vielleicht war das in der Natur nicht ganz so, aber hier in der Stadt, hier galt dieses Gesetzt. Zwar hatte Heath es noch niemanden aussprechen hören, doch es war klar, es war schon immer klar gewesen. Es prangerte überall. Unsichtbar. Wie so viele Menschen hier, denn die Angst vor dem Tod lauerte hinter jeder Ecke und deswegen musste man auf der Hut sein, wenn man nicht gerade zu den Politikern gehörte.


[bei Maya im Park der Armen | hört ihr zu | redet ein wenig | denkt nach]

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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   Do Feb 23, 2012 10:56 pm

Maya konnte nicht recht erschließen, was Heath über ihre Worte dachte. Aber was bildete sie sich da auch schon groß ein? Sie war noch nie wirklich gut darin gewesen, aus den Gesichtern anderer lesen zu können.
Ein leichter Wind fegte ihr durch die Haare und blies sie in ihr Gesicht. Mit einer ungeduldigen Handbewegung strich sie die braunen Strähnen beiseite und gab sich alle Mühe, keine Miene zu verziehen. Der Fremde vor ihr war ganz offensichtlich einer der ganz harten Typen, jemand von dem sie sich nicht einschüchtern lassen konnte. Nachdem was er bisher von sich gezeigt hatte war er anscheinend jemand, unter dessen harter Schale ein noch härterer Kern lag. Unwillkürlich schauderte sie, denn ihr drängte sich der Gedanke auf, was unter ihrer eigenen Maske verborgen lag.
Im ersten Moment war es ein zerfressenes halb verwestes dunkles Gesicht, das ihr entgegenblickte. Von Hass und Schmerz innerlich aufgefressen, verzerrt zu einem Schatten des eigentlichen Selbst. Das war es, was unter ihrer Maske lag. Emotionen, die niemanden etwas angingen, so privat, dass Maya sie instinktiv vor anderen versteckte. Gefühle waren Waffen und es gab genügend Menschen, die sie ausnutzten.
Aber da war mehr. Unter der der grauen Schicht aus Schmerz und Hass gab es etwas, das noch tiefer lag. Einsamkeit. Verletzlichkeit. Und das waren die Gefühle, die Maya am besten hütete. Dinge, die niemand sehen durfte. Seiten an ihr, an die sie nicht einmal denken durfte. Denn ein Moment des Eingeständnisses würde unwillkürlich einen Riss in ihrer Maske hervorbringen. Einen Abgrund, der sich nicht wieder ungeschehen machen ließ.
Noch einmal schauderte sie und schlang sich die Arme um den Oberkörper. Es war kalt und ihre Jacke war auch nicht mehr die neuste.
So in ihre Gedanken versunken nahm sie Heaths Antwort nur mit halbem Ohr wahr.
Lukrativ ist zu diesen Zeiten kaum noch etwas.
Es stimmte. Diese Stadt war grau und voller Armer Menschen. Die wenigen, die es noch schafften, etwas aus ihrem Leben zu machen, die trieben sich nicht hier herum. Hier, wo doch nur Tod und Leid auf sie warten konnte.
Maya fragte sich, was er wohl hier zu suchen hatte. War er ein Junkie? Wohl eher nicht, dafür fehlte der abwesende Blick und die körperliche Ermüdung.
Ein Verrückter? Kam der Sache wohl schon näher, immerhin lief er ohne Schuhe herum und das offenbar sogar freiwillig.
Aus der Klapse ausgebrochen? Möglich, obwohl er nicht gerade wie der Durchschnittsirre wirkte.
Vermutlich war er einfach nur eine weitere Arme Seele, die es in ihrem Leben zu nichts gebracht hatte und nun ihr Dasein unter Junkies und Verrückten fristete.
Offenbar war ihm ihre Gedankenversunkenheit gar nicht aufgefallen, denn auch er wirkte, als wäre er irgendwo ganz wo anders.
Aber plötzlich sagte er wieder etwas, was rein gar nicht in den Zusammenhang passte.

“Maya, einfach nur Maya.“, antwortete sie auf die Frage nach ihrem Namen. In ihrem Hinterkopf flüsterte eine Stimme, dass sie ihm ihren Namen vorher schon verraten hatte, aber sie wusste nicht, ob das nur ein weiteres ihrer Hirngespinste war.
Ihr Blick war unbewusst zu den bunten Herbstblättern gewandert, kehrte nun aber wieder zu Heath zurück, als sie ihm antwortete. Irgendetwas war seltsam an ihm. Sie wusste nicht, ob es ihr vorher schon bewusst aufgefallen war, aber jetzt schien es ihr irgendwie so offensichtlich.
Er fragte sie nach ihrem Namen. Er redete mit ihr. Aber er sah sie nicht an. Nicht auf die Art, als würde es ihn wirklich interessieren. Einfach nur Smalltalk, Dinge, die man sofort wieder vergessen konnte. Er hätte einfach weggehen können, seiner Freundin folgen. Aber stattdessen stand er hier, obwohl es ihm scheinbar völlig egal war, was sie sagte. Irgendetwas an ihm war seltsam und zum ersten Mal drängte sich Maya der Verdacht auf, dass auch er nicht nur kalt und unnahbar war, wie sie es vorher gedacht hatte.

“Wieso bist du hier?“, fragte sie abrupt und wechselte damit das Gesprächsthema,“du wirkst nicht wie der typische Gossenjunkie.“
Die Worte waren gesagt, ehe sie tatsächlich nachgedacht hatte. Mal wieder zuerst gehandelt und dann nachgedacht. Innerlich gab sie sich einige schallende Ohrfeigen. Die meisten Menschen- sie selbst eingeschlossen-reagierten nicht gerade freundlich, wenn sie auf solche Dinge angesprochen wurden. Sie machte sich bereits auf irgendeine abweisende Antwort gefasst.


[Ist in Gedanken//Sagt Heath ihren Namen//Überlegt, ob er ein Irrer ist//Fragt ihn, wieso er im Armenviertel gelandet ist]
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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   Di Feb 28, 2012 8:43 pm

~ I'm losing sight
Don't count on me
I chase the sun
It chases me.
~


    Er war ja auch der so große Beschützertyp. Jemand, der einem das Gefühl vermitteln konnte, geborgen zu sein. Oh ja. Klar. Gerade er.
    Kjetils Blick trübte sich. Mit so etwas konnte er nicht umgehen. Die Geste wirkte bei ihm wahrscheinlich eher… hm. Er hatte keine Ahnung. Er war gut darin, Menschen zu durchschauen, konnte aber oft nicht einschätzen, wie er auf andere wirkte, wenn er sich nicht hinter seiner Maske versteckte. Deshalb hatte er sie in letzter Zeit… in den letzten Wochen, Monaten, Ewigkeiten, nicht mehr abgelegt. Nie mehr. Aber dieser Junge brachte ihn dazu, einmal über all das nachzudenken. Dafür hasste Kjetil ihn. Irgendwie. Und andererseits… auch nicht. Überhaupt nicht.
    Nathan zitterte. Zerbrach innerlich. Und Kjetil konnte nichts tun. Natürlich nicht. Er war ein Fremder für den Jungen und es war wohl eher verstörend, einfach von einem Fremden umarmt und festgehalten zu werden. Obwohl Nathan darum gebeten hatte, leise und verzweifelt. Das hatte sich Kjetil doch nicht nur eingebildet, oder?!
    Schwer zu sagen, ob der Blonde die Berührung überhaupt wahrnahm. K.J. hingegen fühlte es verwirrend deutlich. Diesen Jungen in seinen Armen, so verletzlich und nicht wissend, wie stark er eigentlich war. So jung auf der Straße und trotzdem… noch nicht kaputt. Noch nicht. Noch nicht ganz. Das spürte er. Er spürte es. Er spürte so viel, viel zu viel…

~ You know my name
You know my face
You'd know my heart
If you knew my place.
I'll walk straight down
As far as I can go!
~

    Resigniert schüttelte der Dunkelhaarige den Kopf. Wollte eigentlich zurückweichen, konnte aber irgendwie nicht. Er wollte nicht. Er wollte… helfen können. Irgendwie helfen. Verdammt!
    Kjetil hatte gar nicht registriert, dass Nathan die Hand nach ihm ausgestreckt hatte, bis ihn die Finger des Jungen auch schon berührten. Verwirrt blinzelte K.J. und schluckte trocken. Was…? Er sollte damit aufhören. So konnte er nicht mehr denken. Es war zu viel Wärme und zu viel… Verwirrung. Dieser seltsame Junge. Der in seinen Händen zerbrach.

"Too much fire.. Da ist zu viel.. und so viel Blut.."

    Blut?
    Schritte zerrissen das alles. Kjetil wandte den Kopf, blinzelte das Mädchen an, das zu ihm getreten war. Merle. Ach ja. Einen Moment starrte er nur auf die Flasche, die sie ihm hinhielt, nahm sie dann.
    Etwas schlug hart am Boden auf und er zuckte zusammen. Etwas? Nein. Jemand!

.oO(Nathan…!)

    Erschrocken beugte er sich über den Jüngeren und suchte Nathans Blick. War er bewusstlos? Es schien so. Behutsam fühlte Kjetil die Stirn des Kleinen; sie war glühend heiß. Oh, Mist! Jetzt war er mehr als dankbar über das Wasser, das Merle ihm gebracht hatte. Warum hatte sie das getan, warum wollte sie helfen? Dafür hatte er später noch Zeit. Er hielt sich nicht einmal mit einem dankbaren Blick in Richtung des Mädchens auf, sondern rutschte näher zu Nathan. Vorsichtig hob er den Kopf des Jungen an und bettete ihn in seinen Schoß. Hier durfte er nicht bleiben, er musste irgendwohin, wo es schön warm und trocken war… Der Kleine sollte nicht hier sein. Nicht in dieser feuchten Gasse und nicht… bei Kjetil.
    K.J. schüttete sich Wasser über die Hand und fing etwas davon auf. Viel zu sanft für Kjetil-Verhältnisse strich er Nathan die Haarsträhnen aus der verschwitzten Stirn und seufzte leise.

"Kleiner. Was hat dich nur hierher verschlagen…?"

    Murmelte er leise. Oh ja, es war noch nie, niemals passiert, dass Kjetil so sehr darauf vergessen hatte, seine Rolle zu spielen. Dass seine Maske so verrutschte. Als wäre er alleine. Als wäre da kein Mädchen. Für ihn gab es im Moment auch nur… diesen Jungen, den er irgendwie aus diesem Chaos rausholen musste, in das Nathan langsam zu rutschen drohte. Vielleicht war es auch nur das leichte Fieber. Der Kleine hatte sich einfach irgendwas eingefangen. Das wurde schon wieder. Der musste einfach mal ins Bett. Und woher auf die Schnelle ein Bett nehmen?
    Nach kurzem Zögern zog Kjetil den Jungen ganz auf seinen Schoß und stützte seinen Kopf. Hoffentlich hatte er ihn sich nicht zu fest angeschlagen… Fuck. Auch noch eine Platzwunde am Hinterkopf. Das Leben war heute wieder besonders freundlich.
    Sorgsam wusch er das Blut aus den blonden Haaren und legte die Hand über Nathans geschlossene Augen.

~ I'll follow you if you follow me
Even I don't know why
I'll break right through the irony
I don't know why… I don't know why.
~

    Kurz zögerte er noch, dann erhob er sich langsam, legte Nathans Arm um seine eigenen Schultern und stütze den etwa gleich großen Jungen ab. Ein kurzer Blick zu Merle, vielleicht wusste sie ja, wo sie Unterschlupf finden konnten. Obwohl es vielleicht besser wäre, wenn Nathan liegen blieb… bei Bewusstsein schien der Junge noch nicht wieder zu sein. Doch nein, sie mussten hier weg. Irgendwohin…


[bei Nathan & Merle]
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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   Sa März 03, 2012 10:31 pm

Das Mädchen reagierte nicht.
Etienne wusste nicht, wie lange sie schon so da stand und einfach nur darauf wartete, dass die Dunkelhaarige, mit der sie sich "unterhielt", antwortete. Es waren nur einige Minuten gewesen, doch viel zu lange. Sie hasste es, wenn sie warten musste. Egal, auf was. Sie konnte es sich auch eigentlich gar nicht leisten, hier allzu lange rumzustehen. Jeden Moment könnte dieser Polizist, der sie eben noch verfolgt hatte, aufkreuzen. Und das wollte sie nicht riskieren. Gut, vielleicht war es im Knast gemütlicher als in einem der heruntergekommenen Häuser, in denen sie und die anderen Straßenkids lebten, aber sie wusste auch, dass wenn sie erstmal im Gefängnis drin war, so bald nicht mehr wieder rauskommen würde. Und das war eindeutig nicht gerade förderlich.
Aus dem Grund hatte Etienne schließlich schlicht und ergreifend keine Lust mehr, hier untätig rumzustehen. "Also anscheinend nicht. Wenn du mich entschuldigst ..." Mit einem selbstbewussten Lächeln tippte sie sich an die Schiebermütze, die auf ihrem langen schwarzen Haar saß, und setzte sich in Bewegung. Sie ging nicht in die Richtung, aus der sie gekommen war, sondern folgte der Straße. Sie gehörte zu einem der normalen Viertel, allerdings hatte sie dieses bald hinter sich gelassen. Das Mädchen mit dem schwarzen Haar ging recht gemütlich, allerdings nicht langsam. Sie hatte die Hände in den Taschen ihrer Jacke vergraben und pfiff leise vor sich hin, während sie eines der Armenviertel, in denen sie bevorzugt übernachtete, durchstreifte.
Sie kannte hier inzwischen jede Nische, jede Straße. Es war ihr Zuhause, auch wenn das niemand anderes so gesehen hätte. Viele andere verachteten diesen Ort, andere brauchten ihn nur, um nicht zu erfrieren oder um vor dem Regen Schutz zu suchen. Sie allerdings hatte hier ein Zuhause gefunden. Und das war auch nur gut so, denn gerade sie hatte so etwas immer gebraucht, auch wenn sie sich geweigert hatte, dies zuzugeben. Jetzt erreichte Etienne ein besonders heruntergekommenes Haus, was wohl mal ein Bürogebäude gewesen war. Sie schlüpfte durch einen kleinen Eingang hinein und bahnte sich einen Weg durch den Schutt, als ein Geräusch, das nicht von ihr stammte, sie innehalten ließ.
Offensichtlich hatte sie Besuch.
Obwohl die Achtzehnjährige keine Waffe bei sich hatte außer ihrer kostbaren Gitarre, die sie garantiert nicht als solche benutzen würde, ging sie angstlos auf die Quelle der Geräusche zu. Dabei blieb sie quasi unhörbar, nur jemand, der auf andere Regungen ganz genau lauschte, würde ihre leisen Schritte im Staub knartzen hören. Und selbst das nur vielleicht. Sie spähte um eine Ecke in einen der weniger verwüsteten Räume. Was sie entdeckte? Einen Jungen, den sie flüchtig von der Straße kannte. Wie hieß er noch gleich? Es war irgendwas besonderes gewesen. Amor? Valentin? Irgendein Mix aus einem dieser Namen war es gewesen, dem war Etienne sich sicher. Er war etwa so groß wie sie und ziemlich schmächtig, mit dichtem dunklem Wuschelhaar und großen braunen Augen.
Von ihm hatte sie keine Gefahr zu beführchten, das wusste sie. Und so trat Etienne aus ihrem Versteck. Ihr schönes Gesicht wurde von einem freundlichen Lächeln erhellt. "Sieh mal einer an, da verschlägt es doch tatsächlich ein anderes Lebewesen in mein bescheidenes Heim.", bemerkte sie, ihre Stimme auf eine belustigte Art und Weise sarkastisch. Ihre Augen funkelten vergnügt. Wo ihre gute Laune herkam? Sie wusste es selbst nicht.

{ bei Amber ;; geht ;; in "ihrem" Haus ;; Amiro }
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Heath

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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   So März 04, 2012 10:02 pm

Für gewöhnlich folgte der eigene Name, wenn man jemanden darum bat, sich vorzustellen. Da aber weder Heath die Lust dazu verspürte, sich vorzustellen noch Maya – wie sie sich nannte – nach seinem Vornamen fragte würde dieser wohl weiterhin für die junge Frau unbekannt bleiben, sollte sie nicht zufällig heraus gefunden haben, dass Heath mal vor einiger Zeit ein halbwegs bekannter Schauspieler gewesen war.
Vermutlich war sie aber zu jung, um ihn wirklich zu kennen. Verändert hatte er sich ja äußerlich nicht.
Lange beschäftigte Heath sich nicht mit der Frage, ob er bekannt war oder nicht. Es war sowieso zu spät für ihn. Er hatte zu viele schlechte Erinnerungen und zu viel Hass in sich, als dass er eine gescheite schauspielerische Karriere hätte anstreben können. Also beobachtete er Maya. War es normal, dass Frauen so abwesend schienen? Hatte sie seinen geliebten Dolch nicht bemerkt? Für gewöhnlichen ergriffen weibliche Personen die Flucht, sobald sie Heath’ Dolch erblickten oder zumindest verhielten sie sich seltsam. Angespannt, aufmerksam und das übliche. Maya hingegen war unaufmerksam, redete viel und ohne jegliches Zittern in der Stimme und blieb sogar an Ort und stelle stehen, ohne irgendwelche Anzeichen, die eine baldige Flucht ihrerseits verrieten. Es war schon ein seltsamer Tag. Er Liv, dann Maya und keine von Beiden hatte Angst. Schlief er noch oder war das hier die Realität? Heath konnte es wirklich nicht einschätzen.
Die folgende Frage verblüffte Heath noch mehr. Tja, was machte er hier? Das war nicht schwer zu beantworten. Es war auch nicht die Frage, die ihn verwunderte. Es war die Tatsache, dass eben diese Fragen von einer jungen Frau gestellt wurde, welche kaum in der körperlichen Verfassung war, jeglichen Angriffen Heath’ auszuweichen. Oder war sie stärker als sie dem jungen Mann vorkam? War sie vielleicht eine reiche Dame, die Kämpfen gelernt hatte und nun für ihre Schnösel-Familie Spion spielte? Da Heath nicht die Absicht hatte zu schweigen – so ungesprächig war er nun auch nicht – ließ er sich einen Moment Zeit, um sich eine halbwegs gescheite Antwort im Kopf zusammen zu stellen.

Was machte er hier? Er wurde geboren ohne jemals Eltern gehabt zu haben. Er war ein Begleiter. Kein Schatten, keine Linien auf der Hand, vermutlich unsterblich. Er hatte seinen Menschen gefunden und in ihm zugleich seine erste und einzige Liebe. Er hatte begonnen die Politiker zu hassen, hatte rebelliert, dabei seine Liebe verloren und sich entschlossen, die Politiker, Politker sein zu lassen. Und so zog er sich nach und nach immer mehr ins Armenviertel zurück, legte sich ein paar Waffen zu, verlor diese und hatte schließlich nur noch diesen Dolch. Die Jahre gingen ins Land, Heath brachte sich locker über die Runden und... Das war es auch schon. Spektakulär war sein Leben mal gewesen, aber mittlerweile war es monoton und langweilig geworden. Zumindest bis zu diesem heutigen Tage, wo sich irgendjemand scheinbar überlegt hatte, dem guten Heath ein bisschen Abwechslung in seinem eintönigen Leben zu gönnen. Vielen Dank!

“Einige... unglückliche Zufälle. Mehr nicht.“

sagte Heath schließlich. Als wenn er Maya sein halbes Leben vortragen würde! Außerdem handelte es sich dabei um die Wahrheit, oder nicht?

“Gegenfrage: Was macht eine junge und verletzliche Frau bei einem Typen wie mir?“



[bei Maya | denkt über sein Leben und sie nach etc | redet mit ihr]

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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   So März 04, 2012 10:07 pm

Ein verfallenes Haus. Hier in der Gegend waren alle Häuser verfallen. Keines Unterschied sich mehr von dem anderen, denn jede Farbe war verbleicht, jede Pflanze, die einmal in den Blumenkästen geblüht hatte, war verdorrt, die Namen an den Türen waren verblasst, es gab keine Erinnerungen mehr an die Menschen, die einmal in diesen Häusern gelebt hatten.
Niemand erinnerte sich mehr an die guten Zeiten dieser Gegend, als noch Kinder auf der Straße gespielt hatten, bis sie von ihren Eltern zurecht gewiesen worden waren, dass sie in den Garten gehen sollten, niemand erinnerte sich mehr an das Familienleben, das vielleicht genau an dem Ort, an dem Amiro jetzt saß stattgefunden hatte.
Dieser Ort war jetzt von Schutt und Gerümpel verschüttet, der Boden war von Staub verdreckt und Spinnen hatten sich in den Nischen und Ecken eingerichtet. Es war trostlos, so wie alles in diesem viertel.
Amiros Blick schweifte zu dem halb eingefallenen Fenster, durch das er die zersprungene Straßenlaterne neben dem asphaltierten Weg sehen konnte. Er mochte es hier. Hier war es ruhig und selten ließ sich ein anderer blicken.
Amiro wusste nicht, wie lange er hier schon saß, er hatte keine Uhr und sein Zeitgefühl war noch nie das beste gewesen... Er konnte auch nichts an der Sonne ablesen, da er von seinem Sitzplatz aus nur einen kleinen Streifen des Himmels sehen konnte.
Der Magen des Dunkelhaarigen gab ein unschönes Knurren von sich. Was wohl bedeutete, dass seine letzte Mahlzeit gut einen Halben Tag zurücklag... wenn nicht einen ganzen.
Amiro erhob sich und fuhr sich durch die dichten zerzausten Haare. Während er noch darüber nachdachte, wo er jetzt nach etwas zu essen suchen würde, hörte er plötzlich Schritte im verfallenen Hauseingang.
In seinem Kopf ratterte es und der erste Impuls der ihm durch den Kopf schoss war Verteidigung, doch er besann sich und versuchte, eine logische Lösung zu finden.
In seinem Kopf tickte es, wie eine Zeitbombe, während die Schritte immer näher kamen.
Tick.Tack.Tick.Tack.Tick.Tack.Tick.Tack.Tick.Tack.Tick.Tack.
Noch bevor er sich entscheiden konnte vernahm der die Stimme eins Mädchens, dass er flüchtig kannte. Ihr Name war ihm entfallen. Er war sich nicht einmal sicher, ob er sie von diesem Leben kannte, oder von seinem letzten.
Gott sei dank wusste er aber noch, dass er von ihr nicht allzu viel zu befürchten hatte. Er ließ die angespannten Schultern sinken und trat einen Schritt aus dem Schatten, in den er sich während seiner Überlegungen geflüchtet hatte.

„Ich wusste nicht, dass dieses hausähnliche Etwas von jemandem als Heim bezeichnet wird, sonst wäre ich nicht hierher gekommen“

meinte er. Seine Stimme klang schon wieder einfach nach gar nichts, da er kein Gefühl durchsickern lassen wollte, dass etwas Falsches vermitteln konnte. Wer wusste schon, was das Mädchen hören wollte und was nicht...
Amiro legte den Kopf leicht schief, damit ihm die Haare aus der Stirn fielen, die ihm den Blick versperrt hatten.


[in Etiennes Haus / bemerkt sie / denkt / spricht]
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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   Di März 06, 2012 10:33 pm

Offenbar besaß der nach außen hin so kalt scheinende Heath doch eine nicht ganz so abweisende Seite. Immerhin erhielt Maya eine Antwort, wenn auch eine ziemlich einsilbige. Anscheinend gehörte der blonde Mann ihr gegenüber nicht gerade zu der Gattung Plaudertasche.
Aber obwohl die Antwort nicht besonders wortreich war ließ sich einiges daraus erschließen. Das erste war ihr bereits vorher aufgefallen. Heath redete nicht gerne. Zumindest nicht über sich selbst.
Blieb offen, was im genauen er unter unglücklichen Zufällen verstand.
Ein Verbrechen, das aufgeflogen war? Einen Mord, den er begangen hatte? Einen Job, den er verloren hatte? Oder doch einen Menschen? Eine Familie? Es konnte alles davon sein. Oder nichts.
Einige unglückliche Zufälle, hatte er es genannt, aber war nicht alles, was einem widerfuhr nur Zufall? Gab es so etwas wie Schicksal und Bestimmung überhaupt? Waren sie alle nur Schachfiguren, die rücksichtslos über das Brett geschoben wurden, ein Ziel zu erreichen, das sie selbst nicht kannten? Der Gedanke daran, ihr Leben nicht im Griff zu haben, hilflos zu sein, war Maya nicht geheuer. Sie fühlte sich unwohl, wenn sie daran dachte, zu laufen und laufen und irgendwann doch gegen eine-metaphorische-Wand zu rennen. Was hatte das Leben dann nur für einen Sinn, wenn ohnehin von vor herein feststand, dass alles umsonst war, dass sie niemals etwas erreichen würden und einsam und vergessen in irgendeiner Gasse verrotten würden, ohne, dass irgendjemand an sie dachte. Ohne, dass jemand sie vermisste.
Nothing but dust in the wind, dieser Satz schlich sich mit einem grausam sarkastischen Unterton in ihre Ohren ein und ließ sich nicht mehr vertreiben. Staub und Schatten, das war alles, was von ihnen übrig bleiben würde. Als wären sie niemals da gewesen.

Heaths Frage machte sie nachdenklich und lenkte sie von ihren trüben Gedanken ab. Sie wollte nicht immer abschweifen, aber wenn man viel allein war, dann gewöhnte man sich eben einige sonderbare Angewohnheiten an und solche ließen sich nur schwer ablegen.
Ja, was tat sie eigentlich hier? Ihre erste Reaktion war, mit Trotz auf seine Frage zu reagieren. War sie bitte schön verletzlich? In seinen Augen vermutlich schon.
Aber dann ging sie tiefer in sich, spürte den Kummer wieder, der sich bereits unauslöschlich in ihr Herz gegraben hatte.
Ja, was tat sie hier? Weglaufen, das wäre die richtige Antwort gewesen. Aber diese Worte würde niemand außer ihr selbst verstehen können. Und doch wäre das allein die Wahrheit gewesen.
Einen kurzen Augenblick lang veränderten sich ihre Gesichtszüge, gaben einen Spiegel ihrer Seele wider. Zeigten ihre Zerrissenheit, die Verzweiflung und die Angst, die unter dieser reglosen Maske doch verborgen langen.
Es war eine Angst vor dem Leben. Angst, zu versagen. Angst, den Erwartungen ihrer selbst und anderen nicht gewachsen zu sein. Angst, ein weiteres Mal zu verlieren. Und diese Angst war es, die sie auseinanderriss und nur eine Mischung aus Selbsthass und Resignation zurückließ.
Wie lange war es her, dass sie normale Dinge getan hatte? Zur Schule gegangen war, zu Mittag gegessen hatte. Wie lange allein war es her, dass sie Zuhause gewesen war? Freunde getroffen hatte? Hoffnung gehabt hatte, darauf, dass irgendwann einmal alles gut werden würde? Aber diese Hoffnungen hatten sich ja doch niemals bewahrheitet und ihr jeden Tag aufs neue gezeigt, dass es niemals besser werden konnte.
Sie schlang die Arme um ihren Körper und unterdrückte ein Schaudern, als sich ihre Erinnerungen wie die Finsternis der Nacht in ihre Eingeweiden krallten und sie der Realität zu entreißen drohten.

“Vielleicht ist ihr ja langweilig...oder sie ist lebensmüde...oder einsam...“, sagte sie leise, die letzten Worte nur ein beinahe unverständliches Gemurmel.
“Vielleicht läuft sie auch einfach nur vor dem davon, was sie wie ein Schatten verfolgt“, wieder redete sie, ohne vorher auch nur nachgedacht zu haben. Schatten war ein passendes Wort für die dunklen Erinnerungen, die an ihr hafteten. Sie waren immer da, aber doch nicht greifbar. Klebten an einem selbst, waren aber noch nur verzerrte Scheinbilder der Wirklichkeit. Nur zu sehen, wenn die Nacht kam.


[Denkt über Heaths Antwort nach//Antwortet selbst]
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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   So März 11, 2012 9:40 pm

Aufmerksam beobachtete Etienne die Reaktion von dem Jungen. Da war rein gar nichts. Er war nicht erschrocken, aber das war kein Wunder, sie hatte sich nicht sonderlich bemüht, leise zu sein. Als sie ihn ansprach, schien eine gewisse Anspannung von ihm abzufallen und er trat in das Dämmerlicht, welches den Raum erfüllte. Und als er sprach, sich quasi bei ihr 'für sein Eindringen entschuldigte', war seine Stimme ruhig und irgendwie leer, emotionslos. Und da fiel ihr ein, dass sie ihn tatsächlich irgendwo her kannte - er war doch einer von den Junkies gewesen! Aber er schien jetzt nicht auf Droge und nicht auf Entzug zu sein. War er etwa wieder clean? Eigentlich schaffte es keiner der Leute, die unter den Straßenjunkies gelebt hatte, wieder weg vom Stoff. Sollte er die Ausnahme sein?

"Macht doch nichts. Ich bin auch nur vorübergehnd hier. Besser ein undichtes Dach überm Kopf als gar keins. Fühl dich ganz wie Zuhause." Dabei strich ein humorloses Lächeln über die Lippen der hübschen Dunkelhaarigen. Sie rückte die Schiebermütze auf ihrem Kopf zurecht und begann, mit einer Strähne ihres Haars zu spielen, die dunklen Augen noch immer unverwandt auf ihn gerichtet. Noch immer drehten sich ihre Gedanken um das Mysterium seines Namens. Er wollte ihr partout nicht einfallen - aber das war ja fast schon normal. Je mehr sie sich anstrengte, um auf die Antwort zu kommen, desto weiter rückte sie aus ihrer Reichweite. Sollte sie fragen? Es würde sicherlich unfreundlich rüber kommen. Aber - wieso eigentlich? Es war doch normal, dass man sich danach erkundigte, mit wem man gerade zu tun hatte. Dennoch zögerte sie noch einige Sekunden, bevor sie wieder ihre Stimme erhob, sodass diese die Stille durchbrach.

"Ich kenn dich irgendwo her.", erklärte sie dann. "Wie heißt du noch mal gleich?" Eine einfache, direkte Frage. Das war mal wieder typisch Etienne. Sie war keine Frau der großen Worte. Immer direkt, kurz, ehrlich. Obwohl sie bei ihm irgendwie das Gefühl hatte, vielleicht ein wenig vorsichtiger sein zu müssen als mit den Anderen, die mit ihr oder eher neben ihr her auf der Straße lebten. Doch wieso? Nicht etwa wegen dieser komischen Vermutung, dass er ein Ex-Junkie war? Sicherlich nicht. Sie hatte keinen Grund, den Jungen mit Samthandschuhen anzufassen. Überhaupt keinen. Und dennoch wurde sie das Gefühl nicht so recht los.

{ in Ruine mit Amiro | antwortet, überlegt, fragt }
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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   Mi März 14, 2012 12:13 am

Heath war es nicht gewohnt, Konversation zu führen. Und selbst wenn er es wäre: Die Gefühle seiner Mitmenschen hätten ihn nichts ausgemacht. Sie machten ihm noch immer nichts aus. Das er Maya mit seiner Frage zum Nachdenken gebracht hatte war ihm egal. Menschen dachten entweder viel zu viel nach oder viel zu wenig. Heath kannte das ja. Früher, ja, früher, da hatte er auch unheimlich viel nachgedacht. Nicht über sich selbst – erwar ja nicht egoistisch – sondern über die politische Lage. Er war ein Begleiter und er hatte gegen seinesgleichen gekämpft. Warum wollten die Politiker auch unbedingt vermeiden, dass es mehr von ihnen gab? Noch nie hatte Heath diese Ansichten verstanden. Oft genug redeten Politiker auch nur Quatsch. Lange Reden ohne Sinn, mit leeren Versprechungen, nur, damit man sie wählte. Was taten sie schon? Was hatten sie verändert? Ja, viel haben sie verändert, aber zum negativen. Sie haben die Welt so gedreht, dass sie an der Spitze stehen und ihr Leben im Sonnenschein genießen könne, während das Volk Hunger leiden muss, aber keine Möglichkeit hat, sich aus den Fesseln dieser Not zu befreien. Widerlinge, diese Politiker! Sie sollten sich zu ihres gleichen gesellen, aber sie waren sich ja zu fein, um im Dreck herum zu wühlen!
Hass quoll in Heath auf. Er ballte die Fäuste zusammen und drehte den Kopf leicht weg, sodass der Schatten eines Hutes auf sein Gesicht fiel. Wie hieß es noch gleich? Spring über deinen Schatten, oder? Man muss sich selbst Fehler eingestehen, nur zu lustig, dass die Politiker alle Begleiter sind und es ihnen gar nicht möglich ist, über ihren eigenen Schatten zu springen. Wie soll man sich da Fehler eingestehen? Fast hätte Heath schon angefangen zu lachen, aber dazu war die Wut in ihm einfach zu groß. Sie hatten ihm Michelle entrissen, diese Bastarde! Das würde er ihnen niemals verzeihen!

Plötzlich durchbrach Mayas Stimme Heath’ Gedankenganz. Überrascht sah er auf. Er hatte schon fast vergessen, dass er nicht mehr allein war. Schon komisch, diese Zweisamkeit, wenn man keine Chance hat, länger mental abwesend zusein, weil man befürchten musste, ständig beobachtet zu werden. Wie hielten Ehepaare das nur Jahrelang aus?
Mayas Antwort befriedigte Heath zum Teil. Zwar verstand er ihr Gemurmel nicht ganz, aber das musste er auch nicht. Warum sollte man einer Frau immer bis zum Schluss zu hören, wenn man doch nicht in der Absicht mit ihr redete, sie auf ewig zu begleiten?
Lebensmüde traf es zumindest recht gut. Heath tötete zwar nicht, aber er würde nicht davor scheuen, ihr eine kleine Wunde zu verpassen, die sie noch einige Wochen später stören würde. Verletzt ist verletzt und das bedeutet, dass man nicht mehr so agil wie einst ist, nicht wahr?
Wenn sie jedoch wirklich aus Langeweile immer noch bei ihm war, so musste sie wirklich wenig zu tun gehabt haben. Wie konnte man denn bitte aus Langeweile bei Heath bleiben? Er war nicht spannend, er war nur abweisend und deswegen nervig. Außerdem war er gefährlich und redete kaum. Wer zu Heath kommt läuft eher der Langeweile entgegen!
Ihr letzter Satz allerdings hallte noch mehrmals in Heath’ Kopf nach. Wie schaffte sie es eigentlich immer wieder, solche interessanten Dinge von sich zu geben, ohne selber zu wissen, dass sie so interessant waren?
“Vielleicht läuft sie auch einfach nur vor dem davon, was sie wie ein Schatten verfolgt“

Schatten...
Reflexartig hob Heath die Hand zum Kopf, um seinen Hut fest zu halten. Er sah zu Boden. Schatten...
Nichts. Weder seine Hand noch sein Körper selbst hinterließen diese dunklen, lichtleeren Flecken auf dem Boden.
Schatten...
Konnte man etwas vermissen, dass man nie besaß? Eigentlich nicht. Aber was war es dann, dieses Gefühl, welches sich in Heath auftat? Neid? Eifersucht?
Schatten...
Heath dachte an Liv. Sie hatte auch keinen Schatten gehabt und sie würde noch länger ahnungslos herum laufen. Was war eigentlich mit Maya?
Schatten...
Heath wollte schon aufschauen und sie mustern, besann sich dann aber eines besseren. Wenn er sie jetzt ansehen würde und sie wirklich keinen Schatten hatte, dann würde er sich dafür die nächsten paar Stunden nur Vorwürfe machen. Er und seine blöde Aufgabe, allen Schattenlosen die Wahrheit zu sagen! Also hielt Heath den Kopf gesengt. Er suchte nach Worten, um das Gespräch weiter zu führen. Wenn er jetzt abbrach, so könnte Maya ihn vielleicht für noch verrückter halten, als sie ihn sowieso schon hielt und das bedeutete, dass sie irgendetwas tun würde, was Heath wiederum dazu veranlassen würde, aufzublicken und sie anzusehen.

“Ein Schatten kann schon nervig sein.“

murmelte der junge Mann mehr zu sich selbst, als zu Maya. Sie musste nicht hören, was er sagte.

“Ein junges Mädchen wie du sollte nicht auf der Straße herum lungern. Es sollte zur Schule gehen, etwas gescheites lernen und... na ja, etwas werden... oder so.“

Vermutlich klang Heath nun wie das gesamte ältere Umfeld von Maya. Wenn sie eine pubertierende Göre war, so würde es nun Vorwürfe und Beschuldigungen und Vergleiche regnen. Wenn nicht, dann nicht. Heath wollte nur irgendetwas sagen. Irgendetwas, damit er nicht aufblicken musste.


[bei Maya im Park der Armen | denkt nach | wird wütend | hört Maya zu | sieht zu Boden | redet]

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Maya

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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   So März 18, 2012 11:22 am

Maya sah, wie Heaths Hände sich zu Fäusten ballten und sie fürchtete beinahe, etwas falsches gesagt zu haben. Aber die Art, wie er danach aufschaute, die Verwunderung, die über sein Gesicht huschte, sagte ihr, dass er an etwas völlig anderes gedacht hatte, als das, was sie sagte.
Gerade, als sie sich einbildete, sie hätte sich schon wieder getäuscht reagierte Heath merkwürdig.
Es lag etwas nervöses in seinen Gebärden, das Maya nicht in ihm vermutet hätte.
Noch einmal ließ sie sich das durch den Kopf gehen, was sie als letztes gesagt hatte.
Vielleicht läuft sie auch einfach nur vor dem davon, was sie wie ein Schatten verfolgt...
Was war an diesem Satz, dass es in Heath eine so seltsame Reaktion hervorrief? Sein Blick schien beinahe am Boden festzukleben, um nicht aufsehen zu müssen.
Nichts an ihren Worten hätte überhaupt eine sonderbare Reaktion hervorrufen können! Oder etwa doch? War es irgendetwas in Heaths Vergangenheit, was ihn belastete? Lief auch er vor etwas davon? Maya konnte es sich kaum vorstellen.
Nur jemand mit einem ohnehin schon labilen Selbstwertgefühl, so wie sie selbst, schaffte es nicht, sich mit seinem inneren Konflikt auseinanderzusetzen und lief stattdessen einsam und allein durch die Gassen. Nein, es musste etwas anderes sein.
Seltsamerweise interessierte es Maya tatsächlich, was es war, das in Heath diese Reaktion hervorrief. Nachdem sie jahrelang nur davongelaufen war und Konfrontationen aus dem Weg gegangen war, klang es interessant, was andere Leute zu sagen hatten.
Ein Schatten kann schon nervig sein, war seine Antwort. Schatten, das war das Wort, das in Maya Aufmerksamkeit erregte. Er hatte nicht vom Weglaufen gesprochen, sondern von einem Schatten. Etwas dunkles, dass das Gewissen und die Seele belastete.
Fast unwillkürlich blickte Maya auf und sah hinter Heath. Hätte er es nicht gesagt, wäre es ihr nicht aufgefallen. Nichts hinter ihm verdunkelte den Boden, keine grobe Shilouette einer menschlichen Gestalt. Da war kein Schatten!
Wurde sie verrückt? Hatte sie etwa schon den Verstand verloren?
Verstohlen blinzelte sie ein paar Mal, Heath starrte noch immer den Boden an. Aber bei einem zweiten Blick war da noch immer kein Schatten.
Nur mit halbem Ohr hörte Maya noch zu, was Heath sagte. Sie und Schule! Sie und Lernen! Dass sie nicht lachte. Vielleicht sollte sie eher Autorin für Horrorromane werden!

“Und jemand wie du sollte einen Schatten haben“, erwiderte sie und hob vorsichtig den Blick. Wenn sie jetzt den Verstand verloren hatte, dann würde er sie auslachen, vielleicht in die Klapse einliefern lassen oder etwas ähnliches. Wenn sie allerdings recht hatte...
Irgendetwas stimmte dann vielleicht nicht mit dem jungen Mann vor ihr. Fragte sich bloß, was es war. Hatte nicht jeder Mensch einen Schatten? Eine dunkle Kopie des eigenen Ichs, das einen überallhin begleitete? Sie konnte nicht umhin, sich noch einmal zu vergewissern, aber da war noch immer nichts. Nur Heath, ohne Schatten.


[Bei Heath im Park der Armen//Denkt nach//Bemerkt, dass Heath keinen Schatten hat//Spricht ihn darauf an]
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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   Di Apr 10, 2012 11:14 pm

Heath wartete. Und wartete. Und wartete. Wo blieb nur eine Antwort? Kam es ihm nur so vor oder brauchte Maya wirklich lange um zu antworten? Heath wusste es nicht. Der Dran, kurz aufzuschauen, sie anzuschauen war groß, doch Heath schaffte es ihn zu bekämpfen. Das ging nicht. Er würde sich nur Ärger einhandeln und diesen einen, kurzen Blick vermutlich Tage bereuen. Vermutlich wunderten sich fremde Menschen über Heath. Er hatte doch einen freien Willen. Warum sollte er sich also so sehr gebunden fühlen an diese eine Pflicht, die er doch selbst so sehr hasste? Er konnte doch einfach ignorieren, dass er seinen Mitmenschen ohne Schatten erklären musste, was bei ihnen nicht passte. Klar, er könnte das, aber wie denn? Wenn man wie Heath ständig allein ist und zudem keinen Beruf hat, dann muss man andere Pflichten finden und sich auferlegen. Heath hatte seine Freundin verloren und er wollte nicht, dass noch mehr wegen ihm starben, also musste er ja wohl oder übel sich um die Unwissenden kümmern, von denen es leider, leider viel zu viele gab. Das Problem an der ganzen Sache war eigentlich nur Heath’ Introvertiertheit und die Tatsache, dass Neulinge im Gebiet der Schatten sich ständig an das nächst klügere Wesen klammerten: In diesem Fall Heath. Das passte einfach nicht zusammen und der junge Mann hatte keine Lust sich um verwahrloste Menschen beziehungsweise Begleiter zu kümmern. Er war doch nicht bescheuert!
Nach einer gefühlten Ewigkeit antwortete Maya nun doch und ihre Worte fühlten sich an wie Messerstiche, die Heath’ Körper durchbohrten. Ungewollt zuckte er zusammen. Das war sein Schwachpunkt, da konnte er nicht anders. Ihre Antwort kam einfach zu plötzlich, zu unerwartete. Warum hatte er auch so einen Mist vor sich hin murmeln müssen? Es war doch kein Problem ein paar Gedankenstränge für sich zu behalten! Heath überlegte sich eine Antwort. Was sagte man darauf? Sollte er aufschauen oder weiterhin in Deckung bleiben? Und da war auch schon der Grund, warum der Gute sich lieber allein durchschlug: Wenn man mit seinen Mitmenschen kommunizierte musste man einfach zu viel nachdenken und zu sehr überlegen, wie man auf seinen Gesprächspartner wirkte, wenn man etwas bestimmtest Tat. Wie gerne er doch jetzt an einem anderen Ort wäre...
Schließlich hob Heath zaghaft den Blick und achtete dabei streng darauf, Maya nicht richtig anzusehen. Ihre Augen waren nun sein halt. Keine kurzen Blicke auf ihre Füße, wo man spätestens einen Schatten erkennen konnte. Früher war es für Heath nie ein Problem gewesen einen Menschen ganz normal anzusehen, ohne dabei auf einen Schatten oder dergleichen zu achten. Er war es einfach gewohnt so etwas zu ignorieren, aber nun, wo er bei Liv bemerkt hatte, dass sie keine Begleitung hatte und Maya dieses Thema angesprochen hatte, nun ging das nicht mehr. Also musste er sich wohl oder übel diesem lächerlichen und schrecklichen Gespräch stellen. Ja, so etwas liebte er doch! Hauptsache er sah nicht hinunter zu Mayas Füßen, dann würde alles gut gehen.

“Scheinbar bin ich wohl so gerne allein, dass sogar mein Schatten abgehauen ist.“

erwiderte Heath einfach nur. Mehr nicht. Er saß in der Falle, was sollte er machen?! Hauptsache das Gespräch ging weiter und Maya wandte den Blick nicht ab, dann würde alles gut gehen. Oh bitte, nicht weg gucken!



[bei Maya im Park der Armen | wartet auf eine Antwort | erstrickt | denkt nach | guckt Maya fest in die Augen und antwortet]

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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   So Apr 15, 2012 11:54 am

Maya sah, wie Heath zusammenzuckte. Gewissheit durchströmte sie. Sie hatte nicht den Verstand verloren, sonst hätte der junge Mann ihr gegenüber anders reagiert. Auf einmal wirkte er, als wäre er am liebsten irgendwo ganz weit weg, aber diesmal war es Maya egal. Sie war nicht verrückt! Heath hatte keinen Schatten; obwohl jeder Mensch einen Schatten haben musste!
Endlich blickte Heath auf und fixierte ihre Augen. Irgendwie sah es einem seltsam komischen Schielen ähnlicher, als einem richtigen Blick. Als würde er nur auf ihre Augen sehen, um etwas anderem auszuweichen. Etwas, das er sonst unweigerlich sehen würde. Maya fragte sich nur, was dieses etwas wohl war.

“Haha“, murmelte Maya sarkastisch, wandte den Blick aber noch nicht ab, „jeder Mensch hat einen Schatten!“
Die Ausrede, dass das Licht nur so schien, dass man seinen Schatten nicht sehen konnte, half ihm ihn diesem Falle nicht viel. Der Himmel war von undurchdringlichen Wolken bedeckt und nicht ein einziger Sonnenstrahl bahnte sich seinen Weg hinab in ihre graue, eintönige Welt.
Irgendetwas blitzte in Heaths Augen auf. Panik oder etwas ähnliches. Maya war sich nicht sicher, ob es das war, was sie zu sehen glaubte und sie schob den Gedanken daran beiseite. Noch immer hatte Heath den Blick nicht abgewandt und allmählich wurde sie sich unsicher. Was war, wenn sie doch den Verstand verloren hatte? Wandten Menschen die logen nicht meist eher den Blick ab und schauten betreten zu Boden? Aber Heath fixierte ihre Augen wie eine Schlage, die eine Maus mit allein mit ihrem Blick festhält.
Dabei war sie sich doch so sicher gewesen, dass sie sich nicht täuschte! Maya gab sich einen Ruck, wandte den Blick ab und ließ ihre dunklen, braunen Augen hinunter zum Boden schweifen. Sie erwartete, ihre Verrücktheit bestätigt zu sehen, indem sich Heaths schwarzes Ebenbild auf dem Boden wiederfand, aber dort war nichts. Einfach nichts. Nur das Gras, das sich leicht im Wind wiegte und die vom Herbst rot gefärbten Blätter rascheln ließ. Nichts. Kein Schatten.
Irgendetwas stimmte mit dem blonden Mann nicht, sie konnte nicht sagen, was es war, nur, dass etwas nicht richtig war. Jeder Mensch hatte einen Schatten und es war verstörend zu sehen, dass Heath keinen hatte. Ein kleiner eisiger Klumpen ballte sich in Mayas Bauch zusammen, aber sie hatte noch immer keine Angst. Seltsamerweise genoss sie das Gefühl, das Adrenalin in ihren Adern rauschen zu fühlen. Sie genoss ihre geschärften Sinne, die plötzlich jede kleine Bewegung wahrzunehmen schienen.
Offenbar hatte sie wohl doch den Verstand verloren! Wurde zum Junkie oder ähnliches.
Was solls!, dachte sie sich und schob auch diesen Gedanken beiseite.

“Jeder Mensch hat einen Schatten“, wiederholte sie langsam, „nur du nicht. Was, nein, wer bist du dann?“
In Mayas Kopf tauchte Bilder von Menschen in weißen Kitteln, sterilen Räumen und irgendwelchen Genmanitpulationen auf. Ob Heath so eine Art Versuchskaninchen der Wissenschaft gewesen war? Anschließend vielleicht aus dem Irrenhaus abgehauen war? Ein gesuchter Versuch?
Einen kurzen Moment konnte man eine Mischung aus Schrecken und Neugierde über ihr Gesicht huschen sehen, bevor sie die Zähne zusammenbiss und ihre Züge sich entspannten. Sie hatte keine Angst, sie war nur neugierig. Was bedeutete das Leben schon, wenn man ohnehin alles verloren hatte?


{zweifelt an ihrem Verstand||wendet den Blick ab||hat immernoch keine Angst||hält Heath für ein Versuchskaninchen der Genmanipulation}
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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   So Apr 29, 2012 9:59 pm

Die Situation begann für Heath immer unbequemer zu werden. Er fühlte sich wie ein Reh, welches umkreist wird von einem Rudel hungriger Wölfe. Es schien ausweglos den sabbernden Mäulern zu entfliehen und dennoch wollte das Reh die Hoffnung nicht aufgeben. Maya hatte es geschafft den Spieß umzudrehen. Nun war er es, der sich so fehl am Platz fühlte, der weg wollte. Aber er musste an Maya vorbei gehen, um zu seiner Wohnung zu gelangen. Sich einfach umzudrehen und in den Gassen Zuflucht zu suchen würde zwar funktionieren, doch für wie lange? Heath konnte sich gut vorstellen, dass Maya weiter mit ihm dieses Thema diskutieren wollte und ihn deswegen auch verfolgen würde. Wann war er unachtsam geworden? Wann hatte er seine Schutzschicht verloren? Heath wusste es nicht.
Maya machte die Sache mit ihren folgenden Worten auch nicht besser. Wütend schnaubte Heath. Sie lachte ihn aus, dass war klar. Der Drang, nur ganz kurz hinab zu schauen, ob da auch ein schwarzer Schatten fehlte war größer denn je. Wenn auch sie eines dieser Wesen war, dann würden all ihre ironischen Worte auch sie betreffen, dann würde sie vielleicht aufhören sich über Heath zu beugen wie ein bissiger Dämon.
Glücklicherweise hielt der junge Mann aber durch, starrte in ihre Augen und fragte sich, ob sie sich nicht vorkam, als würde er in ihre Gedankenwelt sehen können, so sehr er doch ihre Seelenspiegel fixierte. Und genau als Heath das in den Sinn kam sah Maya zu Boden. Ihre Braunen Haaren fielen über ihre Augen und dem jungen Mann blieb nichts anderes übrig, als ihr Haupt zu betrachtet. Er wusste nicht recht, ob der Sonnenstand so war, dass der Schatten Mayas Auf ihr Gesicht fallen müsste, denn wenn ja so wären ihre Haare beleuchtet, ohne irgendeinen dunklen Begleiter, den Heath selber nicht aufweisen konnte. Dann wäre nämlich alles richtig an ihrem Kopf, an ihrem Haar. Da war kein Schatten und wenn dort kein Schatten war, so könnte auch Maya ein Begleiter sein. Ein Begleiter wie er selbst einer war. Erneut musste Heath sich ganz schön zusammen reißen. Er durfte nun weder zu Boden sehen, um seine Theorie zu bestätigen, noch sich lange mit dem Sonnenstand befassen, um dort erneut seine Theorie zu bestätigen oder zu wiederlegen. Innerlich musste Heath sich ganz schön loben für seine Selbstdisziplin, wenn diese ihn auch ein wenig verwirrte. Wann war er nur so geworden?

Viel zu lange schien Maya ihn oder speziell den Boden unter ihm zu mustern. Heath ballte die Fäuste und seine Fingernägel drückten sich spitz in seine Haut. Er fühlte sich in gewisser Weise hilflos und nun begann auch noch der Stolz in ihm aufzukommen. Und genau dieser Stolz bewirkte, dass er stehen blieb, statt zu rennen und abzuhauen. Er wollte weder hier sein, an diesem Ort, noch wollte er sich selbst bloß stellen, in dem er zusah, so schnell wie möglich zu verschwinden. Endlich sprach Maya weiter, doch ihre Worten erlösten ihn – Heath – wie erwartet nicht. Sie machten alles nur noch schlimmer. Sie wagte es nun wirklich zu fragen, was Heath war. Die Augen des jungen Mannes funkelten böse. Seine Hand glitt automatisch zum Griff seines Dolches. Wenn er jetzt mit Wut reagierte würde alles nur noch schlimmer werden. Das positive and er ganzen Sache war, dass sich nun wirklich das gesamte Gespräch um Heath zu drehen schien und er – danke der Wut in ihm – vergas auf jegliche Schatten bei Maya zu achten. Beziehungsweise auf deren Anwesenheit.
Heath überlegte nicht lange, was er sagen sollte. Er war nie wirklich ein Herr der vielen Worte gewesen und er hatte damals, als er noch schauspielte auch keine Rolle genommen, die viel redete. Er war einfach nicht der Typ, der so etwas tat. Das Auswendiglernen war nicht sein Problem. Also antwortete er Maya auf ihre Behauptung, dass jeder Mensch einen Schatten hat schlicht und einfach:

“Offensichtlich nicht.“

Das war nicht ganz richtig. Zumindest nicht in Heath’ Fall. Schließlich war er kein richtiger Mensch, sondern ein Begleiter, aber Michelle, die war ein Mensch gewesen. Kurz fragte sich Heath, was genau ein Mensch eigentlich war, wie man ihn definierte, aber er hatte keine Zeit und auch keine Lust über diese Frage nachzudenken.

“Hast du jemals bemerkt, dass all diese ach so tollen Politiker keinen Schatten haben? Nein? Ich schon, aber ich zähle mich nicht zu denen, nur, damit du das weißt. Sagen wir einfach ich bin eine... falsche Entscheidung. Das trifft es relativ gut.“

Ja, damals hatte er sich falsch entschieden. Zwar kann Heath sich nicht mehr daran erinnern, aber er wusste, wie Begleiter entstanden. Sie kamen, weil die Sehnsucht, ein Mensch zu sein aus Fleisch und Blut zu groß in ihnen war. Und so war er entstanden. Er bereute es mittlerweile, jemals solche Gefühle gehabt zu haben. Er wäre lieber ein Schatten geblieben, anstatt dazu verdammt zu sein auf ewig durch diese Welt zu wandeln.


[mit Maya im Park der Armen | fixiert sich auf Mayas Augen, später Haare | denkt nach | wird wütend und fühlt sich in die Ecke gedrängt | antwortet]

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