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Willkommen bei Lucian,

ein Jahr Lucian! Ein Jahr kann so kurz sein und dieses war definitiv kurz. Nun sind wir also schon ein Jahr alt und wollen dies mit einem neuen Style feiern. Herzlichen Glückwunsch, Lucian!
Hintergrund: ALice Faux / deviantart
Header: phatpuppy / deviantart



Liebe Grüße
die Spielleitung

Gründung: 22. Januar 2011

Eröffnung: 08. Februar 2011

Rollenspielstart: 16. April 2011

Mitgliederübersicht::
Begleiter: 5
Menschen: 4
Begleiter ohne Mensch: 1

Erste Mitglieder: Raven, Merle, Freya
1. Kapitel: Den Tod im Genick

Jahreszeit
Herbst

Wetter
Sonnenschein, es ist Nachmittag. Der Himmel ist stark bewölkt. Es sieht ein wenig nach Regen aus. Es ist windstill. 13-15°C

Tageszeit
Nachmittag (circa 15 Uhr)

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 Den Tod im Genick

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AutorNachricht
Freya

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Gruppe : Rebellen
Alter Charakter : 17,5
Größe : 1,72 cm
Gewicht : 51 kg
Besonderheiten : Narbe, recht Schulter bis Handrücken

BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   Di Jun 21, 2011 8:22 pm

Mit vor Angst geweiteten Augen starrte Freya Jack an. „Bitte sag irgendwas. Mach irgendwas. Oder, nein, nicht irgendwas... etwas das uns beiden hilft. Bitte!“ ihre Augen brannten als sie die unausgesprochene Bitte wieder spiegelten. Sie war noch nie ohnmächtig geworden und hatte das auch nicht vor – es war schwach und unverantwortungsvoll. Es war für manche vielleicht verlockend, es wirkte einen gewissen Reiz aus einfach für ein paar Minuten aus der unbarmherzigen Welt zu verschwinden, aber wenn man aufwachte würde alles viel schlimmer sein! Außerdem würden sie persönlich Schulgefühle plagen, da sie Jack hätte allein gelassen mit diesen Schlägern. Wie kam sie überhaupt darauf? Von einer ''Ohnmacht'' war sie sowieso noch weit entfernt. Sie spürte die Schmerzen mehr denn je und schloss ihre Finger fest um seinen Arm, garantiert hinterließen die Nägel rötliche Rillen in seiner Haut. Wohin zog er sie eigentlich? Freya wandte den Kopf herum, sah nicht mehr nach hinten sondern nach vorn'. Er zog sie auf ein Haus zu. Sein Haus? 'Hey Leute, macht auf, wir müssen da schnell was klären.' Okay nicht sein Haus. Kannte er wirklich denjenigen der hier drin wohnte? Oder war es einfach nur ein Ablenkungsmanöver? Die Wahrscheinlichkeit von ersterem war eher gering, also tippte sie auf zweiteres. Die Tür öffnete sich und ein Mann mittleren Alters starrte das ungleiche Paar mit einer Mischung aus Ablehnung und Schrecken an.
„Bingo. Nummer 2 – die Kandidatin erhält hundert Punkte.“

Sie wollte protestieren als Jack sie geradewegs in das Fremde aus schob bis sich jedoch auf die Lippen, da über selbige nur ein Schrei gekommen wäre. Ihre Rippe tat so verdammt weh und ihre Beine fühlten sich an als würde ihr jemand mit jedem Schritt die Oberschenkelmuskeln durch ritzen. Sie krümmte sich abermals leicht zusammen und seufzte erleichtert als sie von Jack wieder den Halt seiner Hand bekam. Sofort verkrampfte sie wieder ihre Hand, so das er sie ja nicht einfach loslassen konnte. Sie wollte nicht einfach allein hier stehen bleiben. Er zog sie in den Keller des Hauses und suchte dort leise fluchend nach irgendetwas. Es war ein Ausgang den er suchte und schließlich auch fand. Er zog Freya hinaus und die kalte Abendluft umfing ihren demolierten Körper. Sie erwartete gleich weiter gezogen zu werden aber als sie die ersten Sträucher des kleinen Waldes an den nackten Beinen spürte würde ihr Retter langsamer und blieb stehen. Freya taumelte leicht, als ihr schwarz vor Augen würde und ihre Hand aus seiner glitt. Die Schwärze behielt nur ein paar Sekunden die Oberhand, dann sah sie wieder und schob sich zurück so das sie mit dem, zum Glück nicht all zu verletzten, Rücken an einem Baum saß. „Verdammt! Na immer hin bin ich nicht gelegen sondern habe auf dem Boden gesessen als ich aufwachte. Wäre auch schon bescheuert gewesen mit dem Gesicht nach vorne auf den Waldboden zu kippen.“
„Danke.“ sie hatte die Augen zusammen gekniffen und starrte flach atmend auf ihre angewinkelten Füße. Abremals wurde ihr schwarz vor Augen, ihr Kopf kippte auf die aufgestellten Knie und ihr Haar fiel in das leichenblasse Gesicht.


[wird von Jack mitgezogen | im Wäldchen | wird kurz schwarz vor augen | für ca eine minute ohne bewusstsein.]
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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   Di Jun 21, 2011 8:27 pm

Watch me as I dance under the spotlight-
Listen to the people screaming out more and more,
'Coz I create the feeling that keep 'em coming back,
Yeah, I create the feeling that keep 'em coming back,
So captivating when I get it on the floor.


Leise war es hier im Armenviertel, leise und ruhig, nur seine eigenen Schritte störten die Ruhe, nur seine eigenen, schnellen Bewegungen unterbrachen die unheimliche Ruhe. Ein Ruf ertönte. Vermutlich war eine Schlägerei im Anmarsch, doch nicht hier. Hier war nur er. Er und seine Musik, zumindest wenn man es so sagen konnte. Er hörte die Musik im Kopf, nicht laut, denn hätte er laut gehört wäre eher jemand gekommen als jetzt. Er war so leise wie er konnte um keine Aufmerksamkeit zu erregen. Ein feines Lächeln verzog seine Lippen, doch seine Miene war ernst und konzentriert.
Die linke Hand drückte sein Gewicht nach oben, er drehte sich einige Male, drückte sich ab, flog einige Sekunden lang, dann hielt er sich mit der rechten Hand. Beine Bewegen, drehen, Hände wechseln, Handstand und hoch. In die Knie gehen, Arme nach vorne als würde man Schwimmen, dann einen Schritt nach vorne machen und hoch kommen.


Get it on the floor, bring out the fire,
And light it up, take it up higher,
Gonna push it to the limit, give it more.


Nicht den Takt verlieren, nicht aufhören zu tanzen. Ein junger Mann lief vorbei, sah ihn stumm an, verschwand hinter einer Hausecke. Schweiß sammelte sich auf Nathans Stirn, sein grauer Pulli wurde an einige Stellen etwas dunkler. Es wurde warm, sehr warm sogar, doch er hatte es noch nie bis hierhin geschafft. Die Choreographie war schon längst in seinem Kopf, er wusste welche Bewegung er als nächstes tun wollte, doch immer wenn er nachdachte oder sich ablenken ließ vergaß er was er tun wollte, musste von ganz vorne beginnen, doch nun war er beinahe am Ende des Liedes.

I go hard, can't stop,
But if I stop then just know that imma bring it back,
Never quittin' on believin' that.


Nicht aufgeben, immer weiter. Noch drei Liedzeilen, zwei, eine, Ende. Er kniete geduckt auf dem Boden, die rechte Hand stütze sein Gewicht ebenso wie die Beine. Seine Arme zitterten leicht, sein Puls ging schnell. Schweiß tropfte von seiner Stirn, der Mund war leicht geöffnet.
Einige Augenblicke noch saß er, dann stand er auf, griff nach seiner alten, an einer Stelle durchlöcherten Tasche und ging. Er blieb nicht da um nicht angestarrt zu werden, sondern ging eher in Richtung Reichenviertel, würde irgendwo davor abbiegen und zurück in Richtung dunklere Seite zu gehen. Hier im Armenviertel war es nicht halb so hell und schön wie dort, wo die heilen Häuser standen.
Schnell waren seine Schritte, der Atem ging stoßweise. Eine Gasse rein, abbiegen und um die Ecke. Weiter geradeaus, links, rechts, eine weitere Ecke. Er sah auf den Boden, ging zügig und schwungvoll. Plötzlich war vor ihm etwas, oder auch jemand.
Erschrocken sah er auf, erblickte einen jungen Mann. Sein Gesicht war wie erstarrt.

„Oh.. Entschuldige!!“

Hoffentlich wurde der Kerl nicht agressiv!



[tanzt - geht los - rennt in Kjetil rein / bei Kj]
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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   Sa Jun 25, 2011 11:02 pm

Weiter, weiter in die helle Welt, die Welt der schönen und sanften Träume. Wolken und rein und weiß. Rein und weiß wie die Unschuld. Aber war die Unschuld nicht in Wahrheit vielleicht das Schlimmste? Hinter Unschuld konnte sich so viel verbergen…
doum – doum – doum – mein Herz schlägt. Hörst du es nicht? – doum – doum – doum

Die helle Welt der Wolken empfing mich für einen Augenblick. Ich tanzte, lachte, doch während ich tanzte drehte ich mich, und dabei entdeckte ich es. Das Blut von dem Schaf, welches ich eben gesehen hatte. Entsetzen stieg in mir auf, ich wollte weg. Weg, einfach nur weg aus diesem Traum.
Angst konnte man nicht ausdrücken während man schlief. Oder? Ja? Nein? Egal.

Mayday , Mayday
Someone save me
I am fragile
- - somebody told me you would save me.


Wenn Angst einen kontrolliert ist man verloren, denn Angst ist unüberlegt. Wenn man Angst hat denkt man nicht, sondern handelt, und das ist das dumme. Unüberlegtes handeln ist viel gefährlicher, als durchdachtes Handeln.
‚Määäh‘ machte das Schaf. So laut dass Amber erwachte. Ein Traum. Bloß ein Traum.


tell me that you're going to save me
that everything is gonna be okay


Ein Ruck fuhr durch ihren Körper als sie sich schlagartig aufsetzte. Kälte empfing sie, obwohl es nicht so kalt war. War nicht eben noch jemand hier gewesen?
Kjetil. Er war fort. Einfach so.
Ein bitterer Schmerz stieg in ihr auf. Autsch. Er war einfach gegangen. Einfach so. Unsicher stand die Schwarzäugige auf, sah sich um. Er war nicht hier. Nicht mehr. Oder war er bloß eine Traumgestalt?
Amber stieg blitzschnell in ihre Füße und stürzte zur Tür. Mit schnellen Schritten sprang sie die Treppe hinab. Vielleicht war er da, vor der Tür, wollte gerade gehen. Schwungvoll riss sie die Tür auf, flog förmlich nach draußen.

„Kje…“

Ein unbeendeter Ausruf. Kein Abschied, bloß namenloser Schmerz. Hilflos stand Amber vor ihrer Wohnung, sah sich um.

„Kjetil..“

Flüsterte sie, so leise dass niemand es hören konnte. Warum war er einfach so gegangen? Sie begann zu zittern, unkontrolliert. Es tat weh verlassen worden zu sein. Es war gefährlich zu vertrauen.
Ohne wirklich darüber nachzudenken schlang sie die Arme um den Oberkörper als müsse sie sich selbst festhalten. In ihren Augen und überhaupt in ihrer gesamten Haltung lag Hilflosigkeit. Wie konnte er einfach so gehen?
Eine Träne schimmerte in ihrem Augenwinkel, eine Träne die beinahe schwarz erschien, nur weil sie die Augenfarbe des Mädchens wiederspiegelte, dass sie weinte.



[träumt - wacht auf - rennt raus um nach Kjetil zu sehen - sieht ihn nciht - steht hilflos herum um Jonas Beschützerinstinkt zu wecken - - - allein , später Jonathan und Maya]
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Maya

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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   So Jun 26, 2011 7:25 am

Come home, come home
cause I´ve been waiting for
so come home...


Ein kleiner weißer Hund mit filzigem Fell und braunen Flecken, von denen man nicht erkennen konnte, was davon Schmutz und was natürliche Fellfarbe war lag auf einem dreckverschmierten, zerrissenen Handtuch auf dem Boden. Den Kopf hatte er auf das Knie eines braunhaarigen Mädchens gelegt, das ihn aus grünbraunen, nachdenklichen Augen musterte. Die Augen des Hundes zuckten im Schlaf unter den geschlossenen Lidern und er gab unmerklich ein leises knurren von sich und zuckte mit den Schlappohren. Der Mund des Mädchens verzog sich zu einem leisen lächeln.

Angel of mercy
how did you found me?

Dieser Hund, Joker war sein Name, bedeutete Maya alles. Zumindest wenn es nach ihr ging. Immerhin war Joker der einzige, der für sie da war, ohne etwas als Gegenleistung zu erwarten -abgesehen von etwas zu essen. Der Mischlingsrüde widersprach ihr auch nicht und sogar ihre Wutausbrüche nahm er nur blinzelnd zur Kenntnis. Sie erinnerte sich oft daran, wie sie Joker gefunden hatte. Es war vor einigen Jahren gewesen, als sie von Zuhause weggelaufen war, im Begriff, niemals wieder zurück zu kehren. Sie war zum Rand der Stadt gerannt, dem Armenviertel, das sich an die Häuserreihen anschloss. Ein neuartiges Gefühl der Schuld, das Gefühl, grenzenlos versagt zu haben rauschte ihr wie Gift durch den Körper. Aber da war noch mehr gewesen. Sie hatte etwas verloren, was sie geliebt hatte. Vielleicht sogar mehr als ihr Leben.

She want to go home
but nobodys home
that´s where she lys
broken inside

An diesem Abend hatte Maya tatsächlich mit dem Gedanken gespielt, sich nun ebenfalls das Leben zu nehmen, als ein leises, klägliches Jaulen ihre Aufmerksamkeit geweckt hatte. Jeder Ast hatte unter ihren Füßen geknackst und sogar ihr Atem war Maya so laut vorgekommen, dass es sie wunderte, wieso sie niemand bemerkte. Mittlerweile hatte sie die Hauptstraße erreicht, aber kein einziges Auto fuhr vorbei und einen Moment dachte sie, sie hätte sich das Jaulen nur eingebildet, als es erneut erklang.
Diesmal hatte Maya gesehen was es war, hatte an einem Pfeiler einen winzigen Hund angebunden entdeckt. Damals war Joker noch ein Welpe gewesen und noch bevor sie die bewusste Entscheidung getroffen hatte, ihn mitzunehmen saß er schon auf ihrem Arm und leckte ihr das Gesicht ab.
Maya wusste, dass sie den Hund niemals mit nach Hause hätte nehmen dürfen, aber hatte sie denn nicht sowieso nicht mehr zurück kommen wollen? Mit dem Hund auf dem Arm war sie durch die Slums gestreift, wie schon viele Male zuvor und war zu einer einsamen, verfallenen Hütte geschlichen, die sie vor Jahren entdeckt hatte.
Mittlerweile war Joker einige Jahre alt, aber noch immer lebte er in der Hütte, in die Maya ihn gebracht hatte.
Sie wusste nicht, was sie dazu bewogen hatte, aber an diesem Abend war Maya wieder nach Hause zurück gekehrt.
Jetzt hingegen saß sie wieder in der Hütte, Joker wie jeher neben ihr. Vorsichtig schob sie die Hundeschnauze beiseite. Joker quittierte es mit einem schnauben, wachte aber nicht auf und Maya stand auf und schaute sich um.
Es hatte eine Zeit gegeben, in der sie gerne Farben getragen hatte. Je bunter, desto besser. Aber seit das mit Timo passiert war hatte sich einiges geändert. Auch heute trug sie nur eine schwarze Jeans, dazu ein verwaschenes graues Top und einen schwarzen Kardigan.
Als ihr Blick den zerbrochenen Spiegel streifte, der an der Wand hing zuckte sie kaum merklich zusammen.
Mayas braune Haare standen wirr in alle Richtungen ab -sie hatte in der Hütte übernachtet- und ihre Augen, die sie aus tiefen Höhlen anstarrten wirkten nahezu schwarz. Ihre Haut schien noch blasser zu sein, als ohnehin schon und die Wangenknochen, das Kinn und die Stirn zeichneten sich deutlich ab.
Sieht so ein Zombie aus?, fragte sie sich scherzerhalber und versuchte es an einem Lächeln. Die Mundwinkel der Person im Spiegel verzogen sich nach oben, aber es sah eher aus, als hätte sie Schmerzen, eine verzerrte Grimasse, die mit einem Lachen nichts gemeinsam hatte. Auch die Augen waren glanzlos und wirkten alles andere als lebendig.

You know I wanna run away
If only I could run away
I told you I wanted
but I woun´t did

Mit einem entnervten Seufzen gab Maya den Versuch normal zu wirken auf und kehrte dem Spiegel den Rücken zu. Wen interessierte schon ihr Aussehen? Wer kümmerte sich um die Ringe unter ihren Augen oder die Blässe ihrer Haut? Niemand und genau das war der Knackpunkt. Wenn es niemanden interessierte war es egal.
Joker drehte sich im Schlaf und zerknitterte das Handtuch, das Maya ihm auf den kalten Steinboden gelegt hatte und stieß ein schnappendes Geräusch aus.
Maya ignorierte ihn und ließ sich auf den Sessel fallen, der in der Ecke der winzigen Hütte saß. Maya hatte ihn so platziert, dass sie sowohl das kaputte Fenster, wie auch die Tür im Auge hatte. Nur auf diesem Platz fühlte sie so etwas ähnliches wie Sicherheit, denn dieser Ort kam einem Zuhause am nächsten.
Fast ohne nachzudenken langte sie auf das Tischchen daneben, ein kleines, klappriges Holzgestell und hob die Kaffeetasse auf. Immer wenn sie hier war trank sie Kaffee, es hatte eine beruhigende Wirkung, das Koffein im Körper zu haben. Es lenkte ab, von der Triste des Tages und Maya mochte das dunkle, fast schwarze Braun des Getränks.
Gedankenverloren trank sie einen Schluck, noch einen und noch einen und wünschte sich, sie müsste niemals hier weg. Musste sie auch nicht und sie konnte es sich selbst nicht erklären, warum sie dennoch alle paar Tage mal in ihrem Zuhause vorbei schaute. Sie redete nicht einmal mit ihren Eltern, es war nur eine Geste zu zeigen, dass sie immer noch da war. Zu zeigen, dass sie die Geschichte mit Timo nicht einfach vergessen konnten, denn sie, Maya war noch immer da und sie war die Schuldige daran. Sie konnte den Schmerz in den Augen ihrer Eltern sehen, wenn sie ihnen mit ihrem herausfordernden Blick begegnete und es tat gut, denjenigen weh zu tun, von dem man glaubte, sie einst geliebt zu haben.
Maya stellte die Tasse wieder ab und ihre linke Hand fuhr zu der Stelle, an der sie sich damals die Worte hatte verewigen lassen, derer sie zu sagen müde geworden war.

Kiss my ass!

Es zeigte den meisten klar und deutlich, dass sie nicht willkommen waren. Gewohnheitsmäßig schob sie die Uhr hin und her. Als sie die silberne Uhr mit dem hellblauen Ziffernblatt und den eingravierten Blüten bekommen hatte hatte sie sich riesig gefreut. Damals hatte ihr das Band genau gepasst, mittlerweile hing es locker um ihr Handgelenk und Maya hatte es sich zur Gewohnheit gemacht, die Uhr wieder und wieder nach vorne zu schieben. Dort, an ihrem Handgelenk fuhr ein schmaler weißer Streifen entlang. Hier lag die Uhr normalerweise und das seit Jahren. Maya hatte ein ungutes Gefühl dabei, sie abzunehmen. Die Zeit war etwas, vor dem man nicht weglaufen konnte.

Tempus, nam invenit omnia
Die Zeit, denn sie kommt zu allen


Niemand verstand wirklich, was dieser Satz von Pythagoras wirklich bedeutete. Zumindest hatte Maya noch niemanden getroffen, der es ihr hatte sagen können. Natürlich kam die Zeit zu jedem. Mit jeder Sekunde kam sie ihrem Tod näher, aber sie glaubte nicht, dass das damit gemeint war.

Wieso verschwendest du deine Zeit mit etwas wie Latein? Hast du langsam den Verstand verloren?

Maya war auf ein Gymnasium gegangen. Jetzt war sie wie es aussah von der Schule geflogen. Genau genommen interessierte sie das aber nicht. Trotzdem gab es auch dort Fächer, die ihr Spaß gemacht hatten. Jetzt war Schule im allgemeinen doof. Genau genommen galt das ihrer Meinung nach für ihr gesamtes Leben.
Sie warf einen letzten Blick auf Joker, der noch immer friedlich schlummerte, dann ließ sie ihre Tasche stehen und verließ das Haus. Ja, möglicherweise sollte sie jetzt eigentich in der Schule sitzen, aber Maya hatte keine Lust. Mit einem leisen knallen schlug die Tür zu und Maya fand sich auf der Straße wider, umgeben von vielen Häusern, der Großteil ebenso verfallen wie ihres. Sie wollte sich gerade auf den Weg machen, als sie ein Stückweit entfernt eine Stimme hörte.

Wenn du schon anfängst, Stimmen zu hören solltest du das Haus vielleicht wirklich nicht mehr verlassen.

Aber Maya merkte fast sofort, dass sie sich diese stimme nicht eingebildet hatte. Dort rief tatsächlich jemand. Ein paar Häuser die Straße hinauf stand jemand im Schatten einer Tür und schrie oder weinte. Faszinierte machte Maya einen Schritt auf diese Person zu. Es handeltes sich um ein schwarzhaariges Mädchen, älter als sie und trotzdem fühlte sie sich in dem Moment an sich selbst er innert, als würde hier eine kleine Maya Version sitzen.
Unschlüssig blieb sie ein Stück von dem Mädchen entfernt stehen. Sie musste sie inzwischen bemerkt haben, aber Maya wusste nicht, was sie machen sollte.
Bleiben oder doch lieber weglaufen?


[Sitzt in ihrem Häuschen mit Hund Joker/Denkt über ihre Vergangenheit nach/ Trinkt Kaffee/ Geht auf die Straße/Starrt Amber an]
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Kjetil

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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   Sa Jul 02, 2011 1:58 am

Step out the door and it feels like rain
That's the sound, that's the sound on your windowpane
Take to the streets, but you can't ignore
That's the sound, that's the sound, you're waiting for.


Ein Geräusch, nur irgendein Geräusch. Er wäre jetzt froh gewesen über eine Ablenkung, ganz egal in welcher Form. Sonst machte er sich nur zu viele Gedanken. Und von zu vielen Gedanken bekam er Kopfschmerzen.
Kjetil sah nach rechts und nach links, dann wieder nach rechts. Ändern tat das nichts. Die Straße lag still und friedlich da. Viel zu still und friedlich. Er brauchte jetzt eindeutig ein wenig... hm, Action. Ablenkung eben. Ein Streit zwischen zwei Junkies, bei dem man wetten konnte, wie das Ganze ausging, oder eine nette kleine Razzia, die ein paar übereifrige Polizisten veranstalteten, um die bösen Jungs aus ihren Löchern zu treiben und ein wenig für Ordnung zu sorgen. War immer wieder amüsant anzusehen. Aber nein, hier konnte er auf so etwas wohl nicht hoffen. Hier war alles und jeder ganz lieb, nett und eben friedlich. Mit einem Wort: Langweilig.

    .oO(Komm schon, Mann. Du weißt doch, dass du dir das jetzt nur selbst einredest, um abhauen zu können.)

Mit einem resignierten Seufzen ertappte er sich dabei, dass er stehen geblieben war und zurück sah. Zurück zu sehen war immer dumm. Vergangen war vergangen.

    .oO(Nicht umdrehen. Kein Blick zurück. Geh weiter, verdammt! Ist doch ganz leicht. Schritt für Schritt. Na also, geht doch.)

Lustlos trabte Kjetil an der Hauswand entlang und verschwand um die nächste Ecke. Was sollte das? Gerade eben hatte er doch noch etwas vorgehabt... Erst einmal zurück. Dann würde man weiter sehen. So selten gedankenverloren Kjetil war – er zog es vor, nur den Anschein zu machen und gleichzeitig aber immer wachsam zu bleiben (einerseits, um Ärger aus dem Weg zu gehen, andererseits aber auch, um sich einzumischen, wenn ihm danach war) – so sehr verlor er sich dann jedes Mal in seinen immer weiterführenden, seltsamen Gedanken. Bis er sich zusammenriss, so wie jetzt.

Mit einem entschlossenen Kopfschütteln schob er dies alles beiseite und beschleunigte seine Schritte ein wenig. Wenn er erst einmal... zu Hause war, dann würde sich diese merkwürdige Beklemmung in ihm schon legen.
Zu Hause.
Das klang so... falsch. Nein, war es nicht. Die Gassen waren seine Zuflucht, dort lebte er. Also war es sehr wohl ein Zuhause. Wenn auch ein etwas.... Ungewöhnliches. Mit Junkies und verwahrlosten Katzen als Mitbewohnern. Trotzig schüttelte Kjetil erneut den Kopf, sodass sich die dunklen Haare noch mehr zerzausten. Er rannte jetzt nahezu, hetzte die Straße entlang, als wäre ihm ein Rudel Straßenhunde auf den Fersen. Das war besser. Laufen, nicht denken. Einfach nur laufen...


Lost till you're found
Swim till you drown
Know that we all fall down
Love till you hate
Strong till you break
Know that we all fall down...

    .oO(Hoppla!)

Fast wäre er in etwas – oder besser gesagt, jemanden – hineingelaufen. Der hätte aber auch mal besser aufpassen können, sonst hätte er wohl gemerkt, dass da ein etwas verwirrter Kjetil angerannt kam. Verwirrt? Er war doch nicht verwirrt. Nur ein klein wenig durcheinander vielleicht. Allerhöchstens.
Kjetil musterte den Jungen vor ihm. Der Kleine – na schön, klein, er war in etwa genau so groß wie Kjetil selbst – machte einen etwas erschrockenen Eindruck auf ihn, wie er sich sofort entschuldigte. Nicht wie einer von der Straße, obwohl sie sich bereits im heruntergekommeneren Stadtviertel befanden. Also entweder hatte er sich verlaufen, oder er glaubte wirklich, er konnte hier überleben. In beiden Fällen war es gut möglich, dass er bald mal Straßenhundefutter wurde. So hart es klang, Kjetil war in diesem Punkt kein Optimist. Schon zu viele hatte er gesehen, die sich den Gesetzen auf der Straßen nicht schnell genug anpassen konnten, die es schlicht und einfach nicht schafften, durchzuhalten. Es war nicht fair von Kjetil, den Jungen mit einem Blick unter denen einzuordnen, die zu dieser Sparte gehörten, doch so war er eben nun mal.
Auch wenn der Körperbau seines Gegenübers eindeutig muskulöser war als sein eigener, wirkte der Junge auf Kjetil eher noch wie ein Kind. Obwohl, vielleicht hatte er ja doch was im Kopf? Das konnte selbst er als großer Meister des Einschätzens nicht beurteilen. Trotzdem, der erste Eindruck war mal der eines kleinen Jungens, der sich beim Einkaufen verirrt hatte.

Das alles ging Kjetil innerhalb eines kurzen Moments durch den Kopf, jetzt zuckte ein Lächeln um seine Lippen. Nicht belustigt oder amüsiert, sondern unbeschwert wie meistens. Er legte leicht den Kopf schief und zog die Augenbrauen hoch.

    „Weißt du nicht, dass man aufpassen muss, wo man hinrennt, hm?“

Vielleicht würde der Kleine seinen Humor nicht gleich kapieren, aber einen Versuch war es wert. Na ja, immerhin wusste er offenbar nicht, dass Kjetil selbst gerade noch kopflos durch die Gegend gelaufen war. Trotzdem sollte er den spielerischen Sarkasmus merken – wenn nicht, könnte Kjetil ihn als Gesprächspartner sowieso gleich wieder vergessen. Das Lächeln auf seinen Zügen wurde zu einem leichten Grinsen.

    „Okay, das lass' ich dir nochmal durchgehen. An was hast du denn gedacht, dass du auf nichts anderes geachtet hast? Etwa an ein süßes Mädchen?“

Selbst ertappt. Aber das wusste der unbekannte Junge vor ihm ja nicht. Zum Glück.


If ever your world starts crashing down
Whenever your world starts crashing down
Whenever your world starts crashing down
That's where you'll find me.



[in Gedanken | stößt mit Nathan zusammen | redet || bei Nathan]
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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   Do Jul 07, 2011 9:38 pm

* * every step will bring you to the end
Every second is going to kill you a little more * *


Nathan starrte den fremden jungen Mann immer noch etwas entsetzt an. Er hatte Angst vor Gewalt und er wollte sich nicht schlagen, auch wenn der Typ ihm gegenüber sicherlich nicht stärker war, als er selbst.
Der Blonde spürte den Blick seines Gegenüber auf sich ruhen, spürte wie dieser ihn musterte. Anfangs schien der Fremde etwas nachdenklich zu sein, dann umspielte plötzlich ein Lächeln dessen Lippen. Erst verwirrten die gesprochenen Worte den Jungen etwas, dann lächelte auch er.

„Nein, tut mir leid, das hat mir niemand gesagt. Irgendwie… nein, tut mir leid.“

Er lachte etwas unsicher, dann beobachtete er beinahe fasziniert, wie das das lächeln des Fremden zu einem freundlichen Grinsen wurde. Man traf nicht oft jemanden, der irgendwie so… offen war. Eigentlich sogar nie. Oder?

„Es tut mir sehr, sehr leid, dass ich dir das jetzt sagen muss, aber ich dachte nicht an ein Mädchen. Ich dachte an eine Art… Choreographie. Ich habe einfach nur nachgedacht.. dummes Zeug und so. Das was man halt denkt wenn man so rumläuft. Aber darf ich fragen, an was du gedacht hast? Du hättest ja auch ausweichen können..“

Er lachte, dann griff er in seinen Rucksack und zog eine Packung Zigaretten raus.

„Ich hoffe es stört dich nicht, wenn ich rauche..?“

Er grinste unsicher, dann nahm er eine der Zigaretten, hielt sie fest und steckte die Packung wieder zurück. Aus seiner Hosentasche fischte er ein schwarzes Feuerzeug, dann zappte er mit dem Finger über das Rad und hielt die Zigarettenspitze an die Flamme, zog leicht.
Der erste Zug war eigentlich immer der Beste. Der Beste von der ganzen Zigarette. Er lächelte versonnen, dann grinste er. Zwischen zwei Fingern hielt er die Zigarette, die Andere war in seiner Hosentasche vergraben. Sein Rucksack saß wieder auf seinem Rücken, als wäre er nicht eben noch etwas verschoben gewesen. Langsam hob er die Zigarette wieder an seine Lippen, nahm einen Zug und atmete den Rauch in seine Lungen. Einige Sekunden atmete er nicht mehr, dann pustete er den Rauch in die Luft.

„Willst du.. auch eine?“

Er lachte unbeholfen. Auch noch beim Sprechen kamen Reste des Rauchs aus seinem Mund. Es sah irgendwie komisch aus. Einige Augenblicke vergingen in denen er nachdachte, dann konzentrierte er sich abermals auf das hier und jetzt. Mehr auf das jetzt. Seine Augen waren klar.. vielleicht ein bisschen vernebelt. Seine Haare fielen ihm etwas unordentlich ins Gesicht, verdeckten teilweise seine Augen. Es war komisch hier zu stehen. Bei einem Fremden. Es war komisch bei ihm zu stehen und zu rauchen. Irgendwie, kam ihm der Gedanke, dass er den jungen Mann vor sich vielleicht schon mal gesehen hatte. In einer der Gassen, in denen die Mafiabosse oder auch Möchtegern- Mafiabosse ihre Drogen kauften. Drogendealer! Das musste er sein.
Ganz leicht nur legte Nathan seinen Kopf schief, musterte seinen Gegenüber. Es gab nicht viele Drogendealer, die einigermaßen vertrauenserweckend waren, und wenn es welche gab dann sprach sich das unter den Rauchern rum. Er kannte einige der netten. Wenn man sie so nennen konnte. Kjetil. Von diesem, anscheinend doch recht harmlos wirkenden jungen Mann hatte ihm erst letztens einer der halbwegs vernünftigen Raucher erzählt. Vielleicht war dieser Typ das ja?

„Kjetil..?“

Fragte er unsicher. Es schien so unsinnig. Raucher quatschten wie alte Waschweiber. Aber es stimmte. Auch Raucher und Mafiabosse tratschten und laberten gerne.



[bei Kj in einer Gasse - ist verunsichert - raucht - meint Kj zu erkennen von dem Geschwätz alter Raucher]

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Kjetil

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Besonderheiten : Narbe am Kinn

BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   Mi Jul 13, 2011 3:06 am

I don't know what day it is
I had to check the paper
I don't know the city
But it isn't home…


Das war nicht sein Zuhause. Warum ihm das gerade jetzt auffiel? Kjetil wusste es nicht. War auch egal. Vielleicht aber, weil er die leise Furcht in den Augen des Jungen sah… Die Angst davor, in etwas verwickelt zu werden. Einfach, weil man mit jemandem zusammen gerannt war. Die Angst vor dem Fremden. Vor dem, was man nicht kannte…
Geknickt wandte Kjetil den Blick ab. Wieso nur sah er plötzlich überall Dinge, die ihn an ihn selbst erinnerten?! Es war doch auch nur dumme Angst, die ihn dorthin zurück trieb, wo er herkam. Aus den Gassen, aus den Schatten. Es war immer nur Angst… Aus Angst entstand Wut, aus Angst entstand Hass. Hm. War das nicht aus irgendeinem Film…? Hatte er es eben geklaut. Stimmen tat es trotzdem. Das sah man vor allem hier auf der Straße andauernd. Die Angst blickte aus den Augen von denjenigen, die noch halbwegs klar denken konnten (sollte heißen: Von denjenigen, die im Augenblick weder zugedröhnt noch stockbetrunken waren) und sie saß jedem hier im Nacken. Da kam selbst Kjetil nicht aus. Auch wenn er es nie, niemals nie zugeben würde.

Der Junge vor ihm hatte Angst, so wie alle. Gab es mit seinem unsicheren Lachen eigentlich sogar zu. Und mit seinen Worten. Bitte niemals um Verzeihung, wegen so einer Kleinigkeit. Einen Fehler einzugestehen zeigt Schwäche. Schwach. Ängstlich. Schwäche. Angst. Furcht. Angst…

    .oO(Hör AUF!)

Kjetil riss sich aus der leichten Trance, in die er gefallen war. Das war ihm lange nicht mehr passiert… Ganz am Anfang hatte er sich in Gedanken eine richtige Liste gemacht von Dingen, die ihn die Straße gelehrt und die er sich eingeprägt hatte:
Traue niemandem. Wenn du es allein nicht schaffst, schaffst du es gar nicht. Scheine immer anders, als du bist. Gib immer vor, dir bei allem sicher zu sein. Bitte niemals um Verzeihung. Einen Fehler einzugestehen, zeigt Schwäche.
Aber diese Liste… hatte er eigentlich irgendwann wieder verworfen. Seitdem verließ er sich einfach auf sein Gefühl, das ihn sogar meistens auf den richtigen Weg führte. Was hieß: Es hielt ihn am Leben. Hier. Auf der Straße. Mit der Angst als einzigen Gefährten.

Ach ja. Daher hatte er das mit der Angst… Wie hieß es doch gleich? Star Wars. Dieser Science Fiction-Schinken. Kopfschüttelnd lachte Kjetil in sich hinein. Kurz nachdem er… „aufgewacht“ war, vielleicht ein paar Tage später, hatte er kurzzeitig Unterkunft gefunden… am Rande des Armenviertels hatte ihn eine Familie aufgenommen. Auch wenn sie selbst nicht viel gehabt hatten, so hatte er dort zu essen bekommen und durfte auf einer alten Matratze schlafen. Und… sie hatten einen Film angesehen. Er wusste kaum mehr etwas davon… Es war zu lange her. Und er war müde gewesen… Aber irgendwie glücklich.

Furcht ist der Pfad zur dunklen Seite. Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass, Hass führt zu unsäglichem Leid.

Schön gesagt… na ja. Schön. Es war die unschöne Wahrheit. Dieses kleine, grüne… Dingens da hatte das doch gesagt. Ach, egal. Die Erinnerung war verschwommen. Diese Worte jedoch hatten sich ihm ins Gedächtnis gebrannt und sie hatten sich bestätigt. Furcht und Angst… Hass und Leid… Klang verdammt poetisch, im wahren Leben macht es einem eben jenes zur Hölle.
Aber zu diesem Zeitpunkt, als er diesen Film gesehen hatte, bei diesen Menschen, die ihn aufgenommen hatten… diesen verwahrlosten jungen Mann, der fast wie ein kleines Kind wirkte, so unbeholfen und schutzlos. Nein, am Anfang hatte er sich einfach nicht zurechtgefunden. Auf der Straße, auf der Welt. Fast so, als wäre er… gerade eben erst geboren worden.
Kjetil fasste sich an den Kopf.

    .oO(Was ist nur los mit dir?!)

Die Erinnerungen strömten auf ihn ein, ohne dass er etwas dagegen tun konnte. Er war weggelaufen… in der Nacht. Fort von den Menschen, die ihn wie eine Familie aufgenommen hatten. Nach nur ein paar Wochen. Warum? Er wusste es nicht. Er wusste es einfach nicht… Etwas hatte ihn dazu gezwungen, wie eine Stimme, die nur er hören konnte und die auf ihn einredete… ununterbrochen…

So viel Kjetil auch durch den Kopf ging, von außen merkte man es kaum. Man hatte höchstens den Eindruck, dass er etwas geistesabwesend war. Die Maske saß fast zu perfekt. Er ließ die Hand wieder sinken und fand langsam wieder in die Gegenwart zurück.

Willst du… auch eine?

Ein paar Momente lang starrte er nur mit leeren Blick auf den Jungen vor ihm, während sein Gehirn analysierte, was in der Zwischenzeit passiert war. Der Fremde hatte sich eine Zigarette angezündet, zog daran. Kjetil hatte es nie versucht. Wozu denn auch? Man kam schneller außer Puste, was man sich nicht leisten konnte, man lebte kürzer… vielleicht war das ja der Grund. Vielleicht wollten das ja viele. Unbewusst oder bewusst.

„Nein, danke.“

Antwortete er unbeteiligt und ließ den Blick wieder abschweifen.
Zu viele Gedanken, viel zu viele für einen einzigen Kopf. Sein Unterbewusstsein hatte die vorigen Worte des fremden Jungen gespeichert, auch wenn Kjetil nicht wirklich zugehört hatte, und kramte sie nun wieder hervor.
Choreographie… nachgedacht… dummes Zeug… an was er gedacht hatte?
Hm. Nichts, auf das er unbedingt antworten musste. Also beließ er es dabei, kurz die Augen zu schließen, sich zu sammeln und sich dann an die Hauswand zu lehnen. Blick wieder zum Jungen, nicht zu eindringlich, nicht zu gelangweilt. Irgendein Mittelmaß. Aber fast freundlich. Wenn auch seltsam maskenhaft…

Der Junge war für Kjetil immer noch namenlos, aber sein Gehirn hatte ihn längst schon „Blondschopf“ getauft. Ganz automatisch. Hier auf den Straßen waren Namen gar nichts, da half man sich lieber damit, sie selbst für sich zu vergeben.
Blondschopf hatte den Kopf leicht schief gelegt und betrachtete Kjetil fast prüfend. Und dann sagte er wieder was – hä? Ein wenig perplex blinzelte Kjetil. Er hatte sich nicht vorgestellt, oder? Trug er neuestens ein Namensschildchen auf der Brust. Kurz erwog er, diese Idee zu überprüfen und an sich herabzublicken, ließ es dann aber sein und lächelte nur belustigt.

    „Was gibt dir das Recht, diesen ehrwürdigen, edlen Namen auf dieser staubigen Straße und mit einem verrauchten Mund auszusprechen?“

Mit hochgezogenen Augenbrauen musterte Kjetil sein Gegenüber. Hm, woher Blondschopf den Namen wohl hatte? Das Lächeln auf Kjetils Lippen wurde ein ganz klein wenig selbstgefällig. Er hatte sich in den Schatten wirklich bereits einen Namen gemacht – wortwörtlich. Wie aber hatte Blondie das erraten?
Abwartend verschränkte Kjetil die Arme vor der Brust, während er immer noch leicht und ein wenig amüsiert lächelte. Über den unsicheren Jungen vor ihm, vor allem aber über sich selbst. Wieso nur hatte er sich hinreißen lassen und war in Gedanken versunken? Das hier war doch viel eher er. Immer einen Spruch auf den Lippen, den keiner verstand. Hoffentlich hatte er Blondschopf jetzt nicht völlig durcheinander gebracht.



[in Gedanken/Erinnerungen | untypisch niedergeschlagen (von außen aber eher nicht zu sehen) | redet | bei Nathan]
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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   Do Jul 14, 2011 11:53 am

Das Mädel vor ihm schien kurz in die Ohnmächtigkeit abzusinken. Jack fuhr sich nervös durch die Haare, wie weiter? Sie war verletzt, geschwächt.
Jack schätzte ihr Gewicht - Fliegengewicht eher. Ob er sie tragen könnte? Sicherlich, aber dann wären sie langsamer. Nervös lief Jack hin und her und überlegte fieberhaft. Es war nicht weit bis zu ihm, aber er würde sich durch das Gebüsch schlagen müssen, eher wollen, damit die ihm nicht folgen konnten.
Er schaute auf Freya hinab.

”Ich bin gleich zurück, keine Angst.”

Damit drehte er sich auf dem Absatz um und schlich ins Haus zurück. Die Bewohner waren zwar noch geschockt, aber jetzt sicher angriffslustiger als eben. Also musste er vorsichtig sein. Sie würden ihn wahrscheinlich eher tot prügeln oder ausliefern lassen, als ihm zu helfen. Das vermutete er jedenfalls. Wissen konnte er es nicht.
Im Keller wühlte er nach einer Art Verbandskasten, und er wurde fündig. Ja, er war sogar noch vollständig. Eine Flasche Wasser fand er zusätzlich. Leider war kein Essen hier gelagert, aber das bereits gefundene war schon eine große Hilfe.
Er legte den Verbandskasten und die Flasche an den Ausgang und drehte sich zurück.
Langsam schlich er sich die Treppe hoch und warf einen Blick durch die angelehnte Tür. Jack hatte noch mal Glück und bekam seine Informationen ohne sich weiter vor wagen zu müssen.

”Schau, sie ziehen sich zurück.” sagte die Frau, während sie aus dem Fenster spähte.
”Siehst du wohin sie gehen?” fragte der Mann zurück, der sich an einem Schrank im Wohnzimmer beschäftigte, Jack wollte gar nicht wissen, was er da suchte.
”Nun, ich glaube sie gehen Richtung Stadt.”

Das reichte Jack, er zog sich zurück. Die Schläger gingen also in genau die entgegen gesetzte Richtung wo sein Haus lag - perfekt.
Frage war nur, wie er das verletzte Mädel da hin bekam. Er musste sie tragen, es blieb ihm nichts anderes übrig, laufen konnte sie nicht mehr.

Jack schnappte sich seine Beute und kam wieder zu Freya zurück. Sie lehnte immer noch am Baum, wo er sie zurück gelassen hatte. Wo auch sonst?

”Ich hab gute Nachrichten. Ich bringe dich jetzt an einen Ort wo du dich erholen kannst, in Ordnung? Ich weiß, du kennst mich nicht, und ich kenne dich nicht, aber du musst mir vertrauen. Ich werde dir nichts tun. Ich denke nicht, dass du laufen kannst, hab ich recht? Also werde ich dich tragen müssen, aber es ist nicht weit.”

Während er sprach, schraubte er die Flasche Wasser auf und hielt sie ihr hin.


[mit Freya hinterm Haus, spricht]
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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   So Jul 17, 2011 6:40 pm

Nun gut, dann sagte er halt nichts. Das war Merle nur Recht. Dieser Typ ging ihr auf die Nerven und da lag es klar auf der Hand, das sie ging. Sollte der doch sehen wo er blieb. Merle würde ihn garantiert nicht fragen ob er mit käme.
Nun gut. Die Dame stand auf, knallte laut stark ihren Becher auf den Tisch, gab diesem typen noch einmal einen bösen Blick und verschwand so elegant wie sie konnte. Wäre doch gelacht, wenn der auch nur irgendeinen Eindruck bei Merle hinter lassen würde. Sie war ihr eigener Herr und würde auch in tausend Jahren nicht auf andere hören oder auf ihr Geschwätz. Sollte er doch dort versauern.
Merle entschied in den Park zu gehen. Es war herrliches Wetter für diese trostlose Gegend und über irgendwas musste man sich doch freuen. Doch die Worte des unhöflichen Fremden gingen ihr einfach nicht aus dem Kopf. Er hatte auf ihre Hände und ihren nicht vorhandenen Schatten hingewiesen. Es stimmte die sonst so taffe Frau traurig. Gerne wollte sie wissen warum sie anders war. Ob es noch welche wie sie gab oder ob sie eine Ausgeburt war. Eine Ausgeburt die die Hölle persönlich ausgespuckt hatte. Ein Bastard. Ein Nichts und dazu verdammt auf ewig alleine zu bleiben und in der Einsamkeit zu versauern. Merle wurde traurig und aufeinmal fröstelte es sie. Einmal mehr, spürte sie wie alleine sie doch war. Merle umarmte sich. Umarmte sich selber und rieb ihre Oberarme, um ein bisschen Wärme zu erzeugen. Doch es half nichts. Zwar wurde der Körper dabei warm, doch sie Seele blieb kalt. Sie hatte soviele Fragen zu ihrer Herkunft und wollte wissen was sie auf der Welt tat. Was ihre Aufgabe war und warum sie etwas anderes war. Doch niemand konnte ihre Fragen erklären. Konnte ihr Antworten geben oder vielleicht auch Wärme. Jedoch hatte Merle in dieser schrecklichen und langen Zeit sich so einen Pelz an gesetzt, das niemand mehr an sie heran kam. Äußerlich zeigte sie, dass sie alleine klar kam. Das Merle niemanden brauchte und dass das Allein sein für sie die Erlösung pur war. Doch anders sah es aus, wenn sie denn dann mal allein war. Gebrechlich und ganz anders als zickig. Nur wer sollte diese Seite von ihr sehen, wenn sie sich niemanden öffnete? Sie wusste um ihren Teufelskreis, nur war sie zu stur ihn zu brechen.

Merle schüttelte sich. Weg mit diesem Gedanken und diesen Typen, der ihr das eingebrockt hatte. Sie würde früher oder später schon jemanden finden, der für sie da war und der ihr diese Antworten geben konnte. Das redete sie sich zumindestens ein und betrachtete den blühenden Park. Ihr war es schön und grün, ganz anders als in der Stadt, wo eine Ruine an der anderen stand. Ihr waren rot, grün, gelb und alle anderen Farben der Welt vereint. Es zauberte jedem ein Lächeln auf die Lippen, der diesen Park betrat. Merle war gerne hier. Hier hatte sie ihre Ruhe und konnte ihre Sorgen und Gedanken vergessen, während sie Vögel bei fliegen oder Eichhörnchen beim Klettern zusah. Hin und wieder verirrte sich auch ein streuender Hund hierher, der versuchte in die Kaninchenbauten zu kommen. Sie musste dabei immer lachen, weil die meisten es wirklich nicht schafften. Das war Merles Welt. Eine Welt, die auf der einen Seite geprägt von Sorgen und grau war. Doch die andere, war bunt, froh und wohltuend. Auf einer Bank ließ sie sich nieder, zog ihre Schuhe aus und legte sich hin, mit dem Kopf zum Himmel. Merle betrachtete die Wolken und versuchte Muster oder Tiere darauß zu lesen. Es war ihr eigener Spaß und viele verstanden dabei nicht warum…


[verlässt cian, geht in den park, liegt auf einer bank]

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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   Sa Jul 30, 2011 10:07 pm

Du lachst, du weinst, du strahlst, du scheinst.
Du kratzt, du beißt, Fastenzeit vorbei.
Und wie du brennst, wie du wächst
Alles wird perfekt! Alles! Alles!
Alles wird perfekt! So perfekt! So peeerfekt!
Alles wird perfekt! So perfekt! So perfekt!

Eigentlich wirkte bei Mila alles wie immer. Sie saß an ihrem großen Schreibtisch, der Blick aus ihren Augen sog die Buchstaben aus ihrem derzeitigen Roman in sich ein. Sie hatte ihre große, braune Brille, die aus der neuesten Kollektion einer neuen Stylistin kam, auf der Nase, passend zu der braunen Strickjacke und dem weißen Top, was sie trug. Auch die hellbraune Hose schien dazu zu passen, deren Stoff sich an die langen, schlanken Beine des Mädchens schmiegte wie eine zweite Haut. Leise Musik von Bruno Mars kam aus den Lautsprechern ihrer Stereoanlage, im Takt wippte sie leicht mit dem Fuß.

Es wirkte tatsächlich alles normal. Würde nicht die gepackte Reisetasche neben dem Fußende ihres Bettes stehen. Natürlich könnte man denken, Mila würde verreisen. Aber das war die Frage - würde sie das tun, oder würde sie mal wieder abhauen? Oder war es nur eine Warnung an ihre Eltern, dass es vielleicht bald zu spät sein könnte? Die Antwort darauf wusste wohl nur sie und dabei würde es auch bleiben. Ihre Hand blätterte die Seite ihres Buches um, noch immer schien sie ganz ruhig, friedlich, nahezu zombiehaft leblos. Aber in ihrem Kopf, da sah es ganz anders aus.

Immer wieder schweiften ihre Gedanken ab von der Geschichte des Romans, Mila konnte sich einfach nicht darauf konzentrieren. So ging es ihr schon länger. Es war einfach - sie hatte so viel anderes im Kopf, da konnte sie doch gar nicht den Texten von Liedern lauschen oder den Worten der Autoren, die sie verfasst und zu Papier gebracht hatten. Die ganze Zeit geisterte ein bestimmtes Gesicht durch ihren Kopf und sein Name.

'Wo er wohl jetzt gerade ist? Was macht er wohl?', fragte sie sich und stützte das Kinn in die Hand. Ihr Blick wanderte aus dem Fenster, wo die Sonne fahl den Tag erleuchtete. Vielleicht sollte sie sich auf die Suche nach dem geheimnisvollen Jungen machen, über den sie nur seinen Namen wusste. Leandro. Es war ein wundervoller Name, fand sie. Klangvoll und geheimnisvoll. Wie dieser Junge. Sie wusste gar nicht wirklich, was an diesem Jungen so toll oder interessant war. Aber trotzdem musste sie andauernd an ihn denken, seit sie ihn gesehen hatte.

Aber warum?


[Aussehen ;; lesend ;; Reisetasche? ;; kann sich nicht konzentrieren ;; denkt an Leandro]
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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   So Aug 14, 2011 7:36 pm

Mit den Hände in den Hosentaschen ging Jonathan schnellen Schrittes die hell erleuchteten Straßen der Innenstadt entlang. Der junge Mann war auf dem Weg zur Arbeit und obwohl er eigentlich so schnell wie möglich wieder zurück zum Professor wollte. Jona mochte seinen Job in der Uni-Mensa eigentlich gern, doch trotzdem hätte er die Zeit lieber bei Gabriel Morgenstern in seiner Bibliothek verbracht...
Vor ihm trippelte eine ältere Dame über die Straße als ein paar dieser Vollidioten auf Motorrädern an ihnen vorbei rauschten und das Om'chen aus dem Gleichgewicht brachten. Sie landete auf den Knien und ihr gesamter Einkauf rollte über die Straße, während man in der Ferne noch das Gelächter der Jugendlichen vernehmen konnte. „Diese Rüpel!“ schimpfte die Frau mit leicht weinerlicher Stimme und versuchte sich hoch zu hieven, Jona war sofort an ihrer Seite und half ihr wieder auf die Füße zu kommen. Als sie wieder stand zauberte er sein schiefes Lächeln auf das markante Gesicht und begann damit die Kohlköpfe, Tomaten und Dosen wieder einzusammeln. Er mochte diese Jungen nicht und ärgerte sich immer wieder über deren Undisziplin. Im zweiten jedoch dachte er zwangsweise an die Familien der Jungen welche höchstwahrscheinlich in völliger Armut lebten, was ihn wieder nachdenklich stimmte. Immer noch leicht abwesend reichte er der Dame die Papiertüte, murmelte ein „Bitteschön.“ und verschwand um die nächste Straßenecke. Eigentlich wollte er nicht über die politische Situation in dieser Stadt nachdenken, da er wusste wie sehr ihn dies dann beschäftigte. Heute sollte dies jedoch nicht so sein, denn ein Mädchen auf der Straße fing seine Aufmerksamkeit mit einem Ruf aus welchem höchste Verzweiflung schrie. Sie schien den Namen eines Jungen zu rufen und Jonathan vermutete das ihr Freund sie verlassen hatte. Wahrscheinlich auf eine höchst unschickliche Weise, so wie es für die meisten Jungen im Alter zwischen fünfzehn und zwanzig üblich war.
Jona beobachtete die Situation vom anderen Ende der Straße – dank seines dunkelgrauen Pullovers und der ebenfalls dunklen Jeans fiel er nicht auf und konnte die Ankunft eines weiteren Mädchens verfolgen. Das Mädchen sechzehn oder siebzehn Jahre alt, fast noch ein Kind in seinen Augen, und blieb kurz vor der anderen jungen Frau stehen. Das Mädchen im Hauseingang welches wohl weinte erschien ihm beim näher kommen nur etwas jünger als er selbst.
Eigentlich wollte er sich wirklich nicht einmischen, andererseits täte er ihm in der Seele weh einfach weiter zu gehen und die beiden ihrem Schicksal zu überlassen. Die Straße war feucht, doch durch seine dunklen Lederschuhe drang keine Feuchtigkeit. Wahrscheinlich Morgentau denn geregnet hatte es in der Nacht nicht.
Jonathan blieb zwei Meter vor dem weinenden Mädchen stehen und musterte sie. „Kann ich ihnen eventuell behilflich sein?“ fragte er mit leicht reservierter Stimme, obwohl das Mitleid eindeutig mit heraus zu hören war. So sehr wie die junge Frau weinte hätte man sie fast als Zimmerbrunnen verkaufen können, das hätte jetzt wohl Puck aus Shakespeares Sommernachtstraum, frech wie er war, gesagt. Aber Frechheit half aus Jona's Sicht nie weiter.
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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   So Aug 14, 2011 11:25 pm

# Are you loving pain, loving the pain?
And with everyday, everyday
I try to move on.


Immer noch zog er an seiner Zigarette, atmete den Rauch tief ein. Er spürte ihn kaum noch. Was gab es an Rauch den schon groß zu fühlen? Eigentlich nichts, oder?
Er blickte den älteren Jungen an, versuchte dessen Gesichtsausdruck zu deuten, doch er konnte es nicht. Es war einfach zu schwierig. Er erkannte die Züge des jungen Mannes, er wusste ungefähr wie er sich fühlte, dennoch war er sich nicht sicher. Immer wenn er ein passendes Wort gefunden hatte, schien es plötzlich doch unpassend. Es störte ihn nicht, dass der Typ ihm gegenüber keine Zigarette wollte, aber es freute ihn auch nicht. Es war egal. Wie so vieles.
Abermals redete der Typ, bestätigte ihm indirect, dass er wirklich Kjetil hieß. Von dem nicht sonderlich freundlichen Ton und dem beinahe selbstgefälligen Lächeln des Typen ließ er sich nicht stören.
Kurz huschte ein Grinsen über seine Züge, dann antwortete er Kjetil, sah ihn nur flüchtig an.

„Ich habe kein Recht dazu… Aber ich denke alle die hier leben machen auch Dinge, zu denen sie kein Recht haben und sie tun es trotzdem. Warum sollte ich deinen, ach so tollen Namen also nicht mit verrauchtem Mund aussprechen..?“

Er blitze ihn an, beinahe schon wütend. Kjetil sollte sich bloß nicht so toll fühlen, nur weil er sich bei Kiffern einen Namen gemacht hatte!


# Whatever it was,
There’s nothing now.
You changed.


Nathan blickte sich um, nahm einen viel zu langen Zug von seiner Zigarette, warf sie dann auf den Boden und sah nicht mehr in ihre Richtung. Ein sanftes Glimmen war noch zu sehen, doch nach ein paar Sekunden auf dem Regennassen Pflaster ging sie aus. Der Blonde blickte Kjetil fest in die Augen, suchte nach etwas darin, was er nicht fand. Er versuchte die Verwirrung zu sehen, die er am Anfang in den Augen des Fremden gesehen hatte. Er schien vorhin beinahe.. verstört zu sein!
Plötzlich hatte er das dringende Bedürfnis zu tanzen. Er konnte es jetzt schaffen, so perfekt wie er es noch nie zuvor geschafft hatte. Viel zu perfekt, beinahe. Er würde es schaffen, wenn er es jetzt tat. Die Wut die er vorhin schon fast gespürt hatte kam jetzt hoch, Wut die keinen Grund hatte. Sie jagte Hitzewellen durch seinen Körper, doch er riss sich zusammen. Mit einem bösen Blick zu Kjetil wandte er sich leicht ab.

„Ich denke.. es stört dich nicht wenn ich gehe, nicht wahr? Ich würde ganz gerne versuchen, meine Choreographie zu vollenden. Klar, interessiert dich nicht, aber ich begründe meine Abschiede gern..“

Er sah den etwas älteren Typen an. Das nun amüsiert wirkende Lächeln auf dessen Lippen verunsicherte ihn ein wenig, doch er schwieg. Warum der Typ etwas lustig fand, ging ihn nichts an. Außerdem wollte er dessen Humor nicht unbedingt verstehen...


# So much fire that it burned my wings.
Her heat was amazing.
Now I’m dreaming of the simple things.


so much fire that it burned my wings..
Das war perfekt! Das passte zu Kjetil. So viel Feuer, er hatte sich verbrannt. Oder besser: So viele Gefühle, sie stürzten ihn ins Chaos!
Nathan kannte den jungen Dealer nicht, er wusste nicht ob es passen könnte, doch warum nicht? Gefühle riefen schnell Chaos hervor… Warum also nicht auch bei einem Typen wie Kjetil? Der Blonde lächelte hart, sah zu dem jungen Mann, in der er hinein gelaufen war. Er ging noch nicht. Natürlich. Zu gern wollte er ihm noch den Satz an den Kopf werfen. Ob er es verstand war seine Sache, aber Nathan wollte ihn loswerden! Sein Lächeln veränderte sich nicht.

„So much fire that it burned my wings.”

Nun grinste er triumphierend. Dieser Satz war einfach zu perfekt!



{ bei Kjetil ; raucht , ist sauer , will weg , spricht }
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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   Mo Aug 15, 2011 8:27 pm

"When will thies fairytale gone easy? When will this dawn dissapear from my head?"


Der Himmel war blau. Blau wie das Meer. Etwas gräulicher vielleicht - und nicht so intensiv. Die Wolken zogen langsam ihre Bahnen und veränderten hin und wieder ihre Form. Es war das perfekte Wetter um Schäfchenwolken zu sehen. Doch er hielt nicht viel von solchen Spielen. Warum auch. Er war schließlich keine 5 Jahre mehr.
Wie lange diese Zeit doch zurücklag. Und doch schienen ihm manche Erinnerungen so deutlich, wie sonst noch nie. Er seuftzte und zog weiterhin an dem Grashalm, der zwischen seinen Finger spielte. Sein Blick richtete sich auf den grünen Halm und lange sah er diesen an. Ein Grashalm. Eigentlich nichts Ungewöhnliches. Und doch von so großer Bedeutung - für das Leben. Er schnaubte verächtlich und warf den Halm hinter sich.

Es war nicht sondelrich warm. Für den Herbst kein ungewöhnliches Wetter. Trotzdem Leandro mochte die warmen Tage des Sommers lieber. Im Sommer war immer mehr los und er war nicht so unerbittlich wie der Winter. Im Winter schien die Zeit stillzustehen, aber im Sommer war überall Leben. Gut, dass war im Winter auch da, aber es verkroch sich in Winkeln, Gassen, Häusern und Unterschlüpfen, wie eine Maus in ihrem Bau.
Leandro schlenderte die Gassen im entlegensten Wiertel der Stadt entlang. Er kam vom Park, dort hatte er eine Weile im Gras gelegen, aber das ständige NichtsTun wurde ihm allmählich zur Last. es ging ihm nahezu auf die Nerven. Den ganzen Tag nur rumliegen, das war einfach nichts für ihn. Der 21-Jährige hatte die Hände tief in die Hosentaschen vergraben, den Blick hielt er gesenkt und die Kapuze seiner Sweatshirt Jacke, die er unter der wärmenden Lederjacke trug, hatte er weit ins Gesicht gezogen, sodass sie einen langen, düsteren Schatten auf sein nahezu makelloses Gesicht warf.
Als er langsam aus dem Viertel rauskam, blieb er stehen. Die nächsten Straßen kamen ihm bekannt vor. Irgendwie, er wusste nicht warum.
Seine Augen, bei denen man im Moment nicht sagen konnte, wo die Pupille anfing und die Iris aufhörte, so dunkel war diese, fixierten eine ganz bestimmte Straße. Jeder einzelne Muskel seines Körpers spannte sich an. Leandro sah sich um, aber es war niemand weiter zu sehen, also lief er schnurstracks auf diese Straße zu und bog ein.

    oO(Was machst du da eigentlich? Du solltest schon längst von hier fort sein? Hast du denn in der letzten Zeit überhaupt nichts gelernt? Es wird Zeit, dass du untertauchst!)Oo

An einer Hauswand blieb er schließlich stehen. Er spürte, dass das Stechen tief in seienr Brust nachließ. Es war zuvor nahezu unerträglich gewesen. Leandro wusste, dass sie da war. Er wusste, wo sie war, aber er rührte sich nicht weiter. er lehnte sich an die Hauswand, zog eine Schachtel L&M Zigaretten und ein Feuerzeug aus der Hosentasche und zündete sich eine an. Ein Bein hatte er angewinkelt und an die Hauswand gelehnt, ebenso seinen Rücken. Er war sich sicher, dass sie kommen würde. Irgendwann. Irgendwann würde sie kommen.

An diesem Tag, war an diesem Ort nichts los. Leandro sah keinerlei Menschen vorbeikommen. Er seuftzte etwas genervt. Verkrochen die sich alle vor dem Licht dieser Welt oder wie? Es war ihm schleierhaft. Er zog an der Zigarette und blies den Rauch hinaus in den tag. Die Rauchkringel verloren sich allmählich unter dem wolkenverhangenem Himmel, wie Seifenblasen im Wind.


{im Park | in den Gassen unterwegs | biegt in eien andere Straße ein | vor Milas Haus | raucht}
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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   Di Aug 16, 2011 1:27 pm

Gut Merle hatte keinerlei Lust mehr sinnlos auf der Bank herum zu liegen. Ihr war nach laufen zu mute. Und vor allem nach Unterhaltung. Positiver Unterhaltung. Nicht solche wie sie mit diesem Arroganten und diesem Hutträger getan hatte. Sondern etwas Fröhliches. Einfach ein wenig Small-talk führen. Doch zu allererst musste jemand gefunden werden und das ging einfach nicht, wenn man liegend auf einer Bank saß. Schließlich kamen die potenziellen Erzähler nicht einfach zu ihr. Sie musste sie schon suchen.

Also raffte sich die Junge Schöne auf und streckte genüsslich ihre Beine. Schäfchen zählen war heute nicht gut, ihr fiel einfach nichts ein. Mit baumelnden Beinen überlegte Merle noch wo sie am besten lang gehen würde. Sie Biss sich dabei auf sie Lippen und Kaute in der Innenseite ihrer Wangen herum, als ein groß gebauter Typ ihre Aufmerksamkeit erregte. Dieser lag vorhin auch im Park einfach nur so herum und da Merle e nichts Besseres zu tun hatte. Folgte sie ihm einfach. Jedoch stellte sich heraus, dass die kleine Verfolgungsjagd ziemlich langweilig war und bald gab sie auf.

Mit schlürfenden Schritt und pfeifenden Ton, bog Merle in der nächsten Gasse einfach ab. Den Mann ließ sie alleine weiter laufen und kümmerte sie nicht weiter um ihn. Die junge Frau fand sich abermals in der großen trostlosen Gegend des Armenviertels wieder und ihre Stimmung wurde ruckartig mieser. Sie war hier nicht gerne. Viel zu viele Dinge erinnerten sie an die schrecklichen Taten des Krieges und der heutigen Politiker. Jedes einzelnen Steins erzählte davon und machte sie von Mal zu Mal mehr sauer. Da kam es ihrem Gemüt nur Recht, das einer glühenden Zigarette fast vor ihren Füßen, auf die schon mutzige erde geworfen wurde. Der Glimmstängel kam von einem blonden Jungen, der irgendwas in Englisch erzählte. Nun gut. Er war selbst schuld, das er zur Zielscheibe für Merles angespanntes Gemüt herhalten musste. Er hätte die Zigarette einfach nicht zudem Zeitpunkt und in der Gegend fallen lassen dürfen.

„Sag mal, wenn du die deutsche Sprach nicht beherrschst, würde ich sagen das du hier fehl am Platze bist. Denn in Dendres, was eindeutig in Deutschland liegt, spricht man Deutsch. So kann man sich nämlich mit seinen Landesleuten besser unterhalten, als wenn man eine Sprache spricht, die zu einer anderen Nation gehört. Und außerdem! Wer hat dir beigebracht keine Mülleimer zu benutzen? Diese Gegend ist schon trostlos genug, also verschandel es gefälligst nicht noch mehr mit deinen Kippen!“

Armer Kerl möge man meinen. Und mit der guten Stimmung und dem Vorsatz, jemanden zu finden mit dem Merle normal reden konnte, waren auch dahin. Sie machte sich wirklich keiner Freunde, doch wer brauchte die hier auch schon? Dieser Kerl war bestimmt nicht umsonst hier unterwegs und minderjährig sah er zudem auch noch aus. Die Zigaretten hatte er auf alle Fälle geklaut, denn wer sollte einem Kind sonst welche geben? Auch so spiegelte alles an Merle ihre Feindseligkeit zu diesem Blonden aus. Die Augen waren fest und gezielt auf ihn fixiert. Die Augenbrauen wurden weit nach unten gezogen und der Mund bildete nichts weiter als einen schmalen Strich. Den zweiten bemerkte sie erst gar nicht. Ihre Konzentration war nur auf den Umweltverschmutzer fixiert.


[verfolgt erst Jonathan/ dann in einer gasse bei Nathan und Kj/spricht]

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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   Mo Aug 22, 2011 10:43 am

    "Papa sagte 'Sohn, nimm mein Gewehr.
    Mal bist du der Jäger, mal bist du der Bär.
    Nur wenn du Bär sein musst
    um Gottes Willen dann kämpf!'"

    Milas ganzer Körper spannte sich wie eine Feder. Die Muskeln ihres Kiefers zuckten, die Sehnen an ihrem filigranen Hals traten weiter hervor. Eine Hand ballte sich zur Faust, bis die Knöchel weiß hervortraten, und sie schloss die Augen. Ihr Herz raste, sodass der Stoff, der sich über ihren Brüsten spannte, zu zittern begann. Ihr Atem kam kontrolliert und trotzdem keuchend über ihre Lippen, er rasselte ein wenig.

    Was war mit ihr los? Es war dieses unbekannte Gefühl in ihrer Brust, dieses Wissen, dass er da war, direkt vor ihrem Haus. Das war doch wohl unfassbar. Eben noch hatte sie an ihn denken müssen, dann war da dieses Ziehen gewesen, die ganze Zeit, fast greifbar in ihrer Brust. Sie hatte kaum noch Luft bekommen. Jetzt war es leichter, abgelöst von dem Wissen, dass Leandro draußen war, irgendwo bei ihrem Haus. Sie wusste es, und das war das, was sie so verunsicherte.

    Sollte sie wohl zu ihm raus gehen? Oder würde sie hier drin bleiben, wo sie sich eh auf nichts konzentrieren konnte außer auf die Gewissheit, dass der gutaussehende junge Mann dort draußen war? Sie wusste es nicht genau, also folgte sie ihrem Instinkt. Sie stand auf, legte das Lesezeichen zwischen die Seiten ihres Buch und packte es noch in ihre Reisetasche. Dann nahm sie diese und bewegte sich leise, als sie das perfekt aufgeräumte Zimmer und den lichtgefluteten Flur zurückließ und das Haus verließ, in dem sie aufgewachsen war.

      'Ob er wohl wegen mir hier ist? Oder treibt er sich nur so hier rum? Will er mich wohl sehen? Ich weiß nicht wirklich ... wir kennen uns ja eigentlich gar nicht.'


    Als sie sich umblickte, war da zuerst nur die stille Straße, eine der letzten Gegenden, wo noch Leute waren, die noch ein bisschen Geld besaßen. Es war wirklich nichts los. Ein paar Autos standen herum, das wars aber auch schon. Kein Körnchen Leben. Dachte Mila zumindest. Bis ihr der stechende Geruch von Zigarrettenqualm in die Nase stieg. Sie blickte in die andere Richtung und konnte sich das Grinsen kaum noch verkneifen. Wortlos lehnte sie sich neben Leandro an die Fassade und stellte die Tasche neben sich. Erst nach einigen Sekunden verließen einige Worte ihre Kehle. Ihre Stimme war recht ruhig, aber auch leichter Sarkasmus schwang darin mit.

      "Na, was hat dich hierher getrieben? Willst du mich endlich aus dem Käfig eines Zuhauses befreien, wie ich mir das wünsche? Oder willst du mir nur einen vorrauchen?"


[bemerkt Leandro ;; geht zu ihm]
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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   Mi Aug 24, 2011 11:52 pm

If you leave me now,
you´ll take away the biggest part of me
Ooh no baby please don´t go
- - it’s too late

Amber zitterte, immer noch hatte sie die Arme um ihren eigenen Oberkörper geschlungen, immer noch schimmerte die Träne ihn ihrem Auge. Warum tränte sie diesem dummen Typen hinterher? Es war doch wohl klar gewesen, dass er abhauen würde. Sie hatte gesagt sie glaube ihm. Sie hatte ihm geglaubt, doch er war abgehauen. Einfach so. Sie war wütend auf sich selbst, auf Kjetil. Es war eigentlich nicht fair. Aber wann war das Leben schon mal wirklich fair? Eigentlich nie, oder doch?
Sie hörte Schritte, sah eine Gestalt, ein Mädchen in ihrer Nähe, allerdings kam diese nicht näher. Amber war es egal. Sollte die Fremde halt da bleiben. Vermutlich gehörte sie hier nicht einmal hin! Die dunkeläugige blickte weg, blieb dennoch regungslos stehen. Es war kühl hier vor der Tür, ein leichter Schauer überlief sie. Gerade wollte sie sich umdrehen, da sah sie abermals jemanden, hörte die Schritte. Ein junger Mann stand vor ihr, zwar mit recht viel Abstand, dennoch war er da.


‚cause I feel like I’m running and I’m feeling like I gotta
Get away, get away, get away
Better know that I don’t and I won’t ever stop


Amber blickte ihn verständnislos an. Was sagte er da? Sein Gesichtsausdruck war so reserviert und auch seine Stimme klang so. Sie hörte zwar das Mitleid, doch es schien nicht so ernst gemeint zu sein. Oder doch? Sie blickte ihn an, ein bitterer Ausdruck lag nun in ihren Augen. Was wollte der Typ? Hatte der nen Knall?

“Wohl noch nie gehört, dass man sich in dieser Zeit nicht mehr für die Probleme von anderen zu interessieren hat?“

Sie schaute ihm in die Augen. Er schien irgendwie anders zu sein, auch wenn sie nicht sagen konnte, woran das lag. Er sprach so höflich und seltsam. Irgendwie.

“Von wo kommst du..? Ich habe dich noch nie gesehen..“

Sie blickte ihn an, nun eher interessiert und schon beinahe ziemlich freundlich. Ein freches Blitzen lag in ihren Augen, doch dahinter sah man ihre Verletzlichkeit und die dumme Naivität. Sanft, freundlich und auf eine süße Art frech und etwas verdreht, das war sie. Naiv und recht ruhig, wenn auch verrückt. Sie blickte die Straße entlang, abermals fiel ihr Blick auf die Fremde.

„Gehört sie zu dir?“

Sie deutete mit dem Kopf in ihre Richtung.


when my world is falling
when there is no light to break up the dark
I just look at you


Es fühlte sich komisch an den jungen Mann anzublicken. Er schien hier nicht hinzupassen. Warum konnte sie nicht sagen, sie wusste es nicht, aber er passte nicht hierher. Sein Blick, wie er sich Ausdrückte und auch seine Kleidung. Alles passte zu seinem Gesamtbild, doch es erschien ihr seltsam. Es war beinahe albern wie seltsam er sich ausdrückte!
Sie sah ihn an, blickte ihn viel zu lange an. Ihre Augen waren so dunkel wie die Straße bei Nacht, die Träne sah man längst nicht mehr. Sanft strahlten ihre Augen in seine Richtung.

„Willst du ewig hier stehen bleiben..?“

Sie sah ihn weiterhin an. Was wollte er noch hier? Er wollte nicht hier sein, eigentlich interessierte er sich nicht im Geringsten für sie, was also wollte er hier? Ihr Blick war prüfend, musterte ihn. Er war hübsch. Sehr sogar. Aber das war Kjetil auch gewesen, und der war abgehauen. Einfach so. Außerdem liebte sie ihn ja nicht, oder so. Sie sprach nur von Aussehen…
Unsicher blickte sie weg, betrachtete die Straße. Gerne wäre sie nun reingegangen, ob er und seine Freundin mitkamen war ihr egal, aber es war so kalt auf der Straße. Sie zitterte leicht, schlang ihre Arme enger um ihren Oberkörper.
So kalt…



{bei Jona , nahe Maya - redet viel , will rein}
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Kjetil

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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   Mi Aug 24, 2011 11:57 pm

Desperate
But not hopeless
I feel so useless
In the murder city


So, jetzt musste er erst mal richtig raus aus diesen Gedanken, die durch seinen Kopf huschten. Es geschah selten, dass Kjetils zwei Seiten miteinander kollidierten, doch war dies gerade vorhin der Fall gewesen: Da war diese eine Seite, die das Leben locker sah, als Spiel, die sich von nichts aus der Bahn schubsen ließ, gleichzeitig aber auch niemanden zu nah an sich heran ließ. Und die andere, berechnende Seite, die all die Menschen um sich herum belustigt, geradezu verächtlich betrachtete und analysierte.
Normalerweise verstanden sich diese beiden Seiten und zusammen ergaben sie den lässigen Kjetil mit den seltsamen Sprüchen. Vorhin jedoch war das irgendwie aus dem Gleichgewicht gekommen... und Kjetil wusste auch, durch was. Besser gesagt, durch wen.

    .oO(So. Und jetzt ist dein Hirn damit durch. Aus. Ende.)

Mit einem leichten Lächeln - von dem niemand gedacht hätte, es wäre nur gespielt, nur aufgesetzt – betrachtete Kjetil Blondie. Er hatte sich an die Wand gelehnt und die Arme verschränkt – nicht bedrohlich, nur abwartend. Nein, bedrohlich wirkte Kjetil nicht im Mindesten. Allerhöchstens leicht belustigt, ansonsten eigentlich freundlich. So freundlich und offen wie kaum jemand auf der Straße Wusste der Bengel das zu schätzen? Nun, er ging mal auf Kjetils Sprüche ein.
Redseliger Junge. Irgendwie süß. Und nein, Blondschopf wusste es nicht zu schätzen, dass Kjetil ihn nett behandelte und er sogar in den Genuss eines Original-KJ-Zitats kam. Er giftete ihn geradezu an.

    .oO(Wow, jz wird der Kleine zickig.)

Jap, Blondie war süß. Irgendwie gefiel Kjetil der Kleine. Klein, jaja, das hatten wir schon. Im Vergleich zu ihm war Blondie nicht klein. Zumindest nicht von der Körpergröße her. Trotzdem war er für Kjetil der kleine Blondschopf. Da er sich ja noch nicht mal vorgestellt hatte. Erwartete der Junge, dass Kjetil seinen Namen im Gegenzug genau so erriet? Tja, dass man Kjetils Namen kannte, war für ihn nicht so verwunderlich, aber umgekehrt... der Kleine war noch nicht so lange auf der Straße. Alles andere würde Kjetil wundern.
So schnell durfte man sich auf der Straße nicht in Rage bringen lassen. Dem Kleinen sollte wirklich einer so etwas beibringen. Nachdenklich schürzte Kjetil die Lippen.


Show me how it ends, it's alright
Show me how defenseless you really are...

Zeig mir wie es endet, es ist in Ordnung
Zeig mir wie hilflos du wirklich bist...

    .oO(Und wenn...)

Blondschopf unterbrach seinen gerade angesetzten Gedankengang, indem er ihn fixierte, den Blick geradezu in den seines Gegenübers bohrte. Gelassen blickte Kjetil zurück, legte leicht den Kopf schief.
Ja, der Junge war wütend, sah ihn finster an. Süß. Aber nicht mehr. Ein richtiger böser Blick war nicht so kindlich trotzig, sondern verächtlich. Herablassend. Sodass der andere sich klein fühlte... Trotzdem war da eine gute Basis in Blondie. Doch, da war Potential. Er bräuchte nur jemanden, der sich auf der Straße wirklich auskannte.

    .oO(Und wenn...)

Griff er seinen vorhin unterbrochenen Gedankengang wieder auf,

    .oO(Wenn ich dem Jungen ein paar Sachen beibringe? Hm. Aber dazu muss er mir erst mal beweisen, dass er das wert ist.)

Es war eine nicht ernst gemeine, stille Probe. Auch wenn Blondschopf sich jetzt schmollend verzog wie ein kleines Mädchen, würde Kjetil ihm unbemerkt folgen, das wusste er. Vielleicht, weil er eine Ablenkung brauchte, vielleicht aber auch, weil er nicht wollte, dass dem Jungen etwas passierte. Niemand wusste besser als Kjetil, dass die Straße hart war. Denn er war einerseits bei klarem Verstand – nicht zugedröhnt oder betrunken – und andererseits lebte er doch hier. Die meisten, die klar denken konnten, mieden diesen Ort.
Die Straße jedoch war Kjetils Zuhause und er kannte die Regeln seines Zuhauses. Er könnte den Jungen theoretisch darin einweisen... aber ob er das wollte? Hm.
Ich denke.. es stört dich nicht wenn ich gehe, nicht wahr?
Okay, jetzt hatte er ihn offensichtlich vertrieben. Kjetils Lächeln wurde eine Spur entschuldigend, doch sagte er nichts.
Choreographie. Wie genau lief das damit ab? Blondschopf machte Kjetil allmählich neugierig. Neugierig machen allein reichte aber nicht, um Kjetil zu beeindrucken. Also wartete er noch ein wenig. Was sich lohnte.

So much fire that it burned my wings.

Überrascht legte er den Kopf nach Kjetil-Art schräg und lächelte schief. Der Junge gefiel ihm. KJ hatte sich nicht getäuscht, Blondie hatte Potential. Einfach so ein Satz, mit einem überlegenen Lächeln – das hatte was!
Das leichte Kjetil-Lächeln wurde anerkennend.

    „Gar nicht mal so schlecht, Blondschopf.“

Es geschah selten, dass Kjetil etwas Anerkennendes bemerkte – etwas direkt Nettes. Nur, wenn ihm jemand sympathisch war.

    „Wenn du mir jetzt auch noch deinen Namen...

Doch in diesem Moment wurde er unterbrochen. Schon wieder. Diesmal auch noch im Satz und nicht nur im Gedankengang. Verärgert fiel sein Blick auf das Mädchen, das sein Unterbewusstsein schon vorhin registriert hatte, das ihm aber in keiner noch so entfernten Weise gefährlich erschienen war, sodass Kjetil es ausgeblendet hatte.
Na gut, Mädchen war falsch, es war bereits eine junge Frau. Benehmen tat sie sich jedoch wie ein kleines, zickiges Gör. Im Stillen verdrehte Kjetil die Augen, lehnte den Hinterkopf gegen die Wand und wartete, dass ihr Redeschwall irgendwann ein Ende fand. Desinteressiert betrachtete er den Rücken der fremden Frau. Kjetil hatte sie anscheinend noch gar nicht bemerkt.
Nachdem sie mit ihrer ergreifenden Rede fertig war, räusperte er sich diskret.

    „Ist ja wirklich sehr vorbildhaft, dass du dich so sehr für die Umwelt einsetzt und dafür sorgen willst, dass alle hier die wunderschöne deutsche Sprache erlernen – und wir sind auch überhaupt nicht genervt davon – aber uns – mir zumindest - wäre es jetzt trotzdem lieber, wenn du deinen Vortrag den Ratten hältst. Die könnten auch mal ein paar Manieren gebrauchen.“

Er lächelte strahlend, geradezu charmant, was den spöttischen Sarkasmus noch beißender machte. So nachsichtig er sonst oft war, im Moment ging ihm dieses zickige Mädchen einfach nur auf die Nerven. In anderen Fällen hätte er sie vielleicht noch gnädig belächelt, wie ein Kind, das sich aufspielte, aber zurzeit war er eben leicht reizbar und konnte keine Göre gebrauchen, die sich über eine weggeworfene Zigarette aufregte.



[bei Nathan/Merle kommt hinzu | redet – zu Nathan anerkennend, Merle gegenüber mit sarkastischem Charme]


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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   Do Aug 25, 2011 6:01 pm

These scars will stay forever
And these words have no meaning
If we cannot find the feeling
That we held on to together


Nathan grinste immer noch sehr triumphierend. Ja, sein Satz war einfach perfekt gewesen! Er studierte den Gesichtsausdruck des Anderen, bemerkte den nachdenklichen Ausdruck in dessen Gesicht. Über was dachte er denn jetzt schon wieder nach? Konnte er jetzt nicht entnervt seufzen, so richtig, und ihm damit zeigen dass er nun gehen konnte? Nein. Das tat er nicht. Er stand da, schürtzte die Lippen und dachte nach. Na super!
Der Blonde sah, wie Kjetil den Kopf schief legte und ebenso schief lächelte. Verrückter Typ! Und nun lächelte er auch noch anerkennend! Irritiert blinzelte der Junge und blickte weg. Was sollte das denn jetzt? Er grinste über die Worte des Älteren. Blondschopf. Definitiv Bekloppter! Der Sechzehnjährige lachte leise auf, sein Blick verlor sich ohne wirklichen Grund.


I am feeling so ambitious, you and me, flesh to flesh
Cause every breath that you will take
when you are sitting next to me
will bring life into my deepest hopes


Es war verwirrend, dass der Fremde ihn praktisch lobte, ihm sagte dass sein Satz nicht schlecht gewesen war. Nathan verstand es einfach nicht, dennoch lächelte er weiterhin. Er hörte wie Kjetil ihn begann nach seinem Namen zu fragen, doch plötzlich wurde er unterbrochen. Ein Mädchen, dass herkam und zickte. Was sollte das denn jetzt? Er sah sie lange an, hörte ihr zu, dann blickte er zu Kjetil, blickte ihn seelenruhig an. Dieser begann gerade zu reden, hatte sich vorher geräuspert. Kjetil gefiel ihm, sehr sogar. Ja, er mochte ihn ziemlich! Nathan lachte leise über die Worte des Anderen. Er war super! Seine Antwort auf die patzigen Worte des Mädchens war super, einfach sagenhaft! Er strahlte den Jungen an, lächelte ihn an, als wäre dieser sein Vorbild.

“Mein Name ist Nathan.”

Er wirkte immer noch ruhig, so ruhig, doch er war verdammt genervt. Er spürte den fixierenden Blick des Mädchens, sah sie erst jetzt richtig an. Sein eigener Blick war hart, ein beinahe tierisches Blitzen lag in ihnen. Sein Körper begann zu beben. Oh ja, er war richtig genervt. Erst von Kjetil, auch wenn er nun nicht mehr von dem genervt war, und dann kam diese fremde Zicke!!
Er sah sie mehr als genervt an, seine Hände waren zu Fäusten geballt. Er wollte sie nicht schlagen, sie war ein Mädchen, doch ihre dumme Anmache hatte sein Blut zum Kochen gebracht! Oh ja, er war temperamentvoll, er konnte gut durchdrehen!

„Wenn du irgendein Problem hast, dann gut, aber glaubst du das interessiert mich? Außerdem stehen hier nicht einmal Mülleimer, Miss Oberschlau! Und wohin ich meine Zigaretten schmeiße ist meine Sache, da hast du mir gar nichts zu sagen,. Im Übrigen lasse ich mir von anderen auch nichts sagen! Kapiert? Ich brauche deine Erziehungshilfe nicht!“

Er blitzte sie an, seine Stimme klang aufgebracht und gepresst, seine Muskeln waren angespannt. Wie gerne er jetzt abhauen würde, wie gerne er losrennen würde, über die Dächer der Stadt, wie gerne er im Regen tanzen würde, eine weitere Kippe rauchen würde. Oh verdammt, wie sehr sie ihn aufregte! Noch vor einigen Augenblicke hatte er nichts von dieser Wut gespürt, doch nun war sie da. Unüberlegte Wut. Wut, die kam, obwohl es kaum einen Grund gab. Er hasste sich selbst für sein starkes Temperament, er hasste es sich so schnell aufzuregen, so schnell los zu schreien, doch er hatte keine Kontrolle darüber. Beinahe resigniert schüttelte er den Kopf, doch die Spannung wich nicht aus seinem Körper. Alle Muskeln waren gespannt, die Faust noch immer geballt, dann blickte er abermals zu Kjetil.

„Hey, willst du weiter hierbleiben..? Ich denke ich gehe echt.. das nervt hier allmählich!“

Er zeigte dem Anderen seine Anspannung nicht mehr so deutlich, versuchte sein Gesicht zu entspannen, lächelte gezwungen. Er wollte weg, wollte die Zicke nicht doch noch schlagen. Er drehte sich komplett weg von dem Mädchen, ging weiter auf Kjetil zu. Sein Blick fragte: ‚kommst du mit?‘ Doch er sprach nicht mehr. Er blieb nur stehen, um auf die Antwort des Jungen zu warte. Er hoffte dass dieser mitkam, doch wagte es nicht ihn darum zu bitten. Zu hilflos, zu schüchtern. Während er den Dunkelhaarigen betrachtete verrauchte seine Wut und er entspannte sich. Schnell wütend, schnell wieder ruhig. Temperament da, dann plötzlich fort.



{ bei Kj und Merle - redet und regt sich auf, will gehen }
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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   Sa Aug 27, 2011 5:54 pm

It´s time that you open up the door
spread your wings and fly away
I´ll be holding on

In dem Moment, in dem Maya sich für die Option entschieden hatte, einmal mehr in ihrem Leben vor etwas davon zu laufen hörte sie Schritte aus einer der Seitengassen.
In den Augen des Mädchens standen noch immer Tränen, aber es schien, als hätte sie sich wieder gefasst.
Maya packte den Griff ihrer Tasche fester und schlang sich die Jacke um den Leib. Dann drehte sie sich langsam zu dem Geräusch der Schritte hin um.
Es war ein Junge, oder Mann, je nachdem wie man es nahm. Das Mädchen schätzte ihn auf knapp über zwanzig, groß und mit blonden Haaren. Eigentlich wirklich attraktiv.

Da ist ein Mann
der in all dem zu ertrinken droht!
Und da bist du, da bist du:
Du bist die Musik, die jemand vom Himmel warf.

Dennoch ließ der Anblick des Jungen Maya das Adrenalin durch den Körper rauschen und fast automatisch setzten sich ihre Beine in Bewegung, weg von dem Mädchen und dem Fremden.
Dieser Junge sah aus wie alle anderen auch, aber genau das war es. Er sah aus wie alle aus der Mittelschicht. Er schien fast wie jemand, den ihre Eltern möglicherweise geschickt hatten, um sie zurück zu holen oder wie einer diese Obermachos an ihrer ehemaligen Schule.

Langsam aber Sicher wirst du eindeutig Paranoid, Mädchen!

Aber dennoch konnte Maya dieses Gefühl nicht abschütteln. Sie fühlte sich nicht wohl. Der Junge weckte zu viele Erinnerungen an vergangene Zeiten und Erinnerungen und Träume waren gefährlich.
Wieder setzte Maya stolpernd einen Fuß nach dem anderen vorwärts und verhedderte sich just in dem Moment, in dem das Mädchen zu sprechen ansetzte in ihren Schnürsenkeln.

Aaaaaaaaahhhhhhhhhhhhhhhhh!

Kreischte sie auf und landete mit Händen und Knien auf dem Boden. Die Ersten Worte der Schwarzhaarigen bekam sie nicht mehr, nur noch, dass diese Maya und den Typen wohl für ein Pärchen oder so hielt. Bei dem Gedanken hätte Maya fast aufgelacht, als sie sich stöhnend wieder aufrappelte.

Everybody hurts some day
it´s okay to be afraid

Der Schmerz in ihren Armen oder Beinen war nicht besonders schlimm. Seelischer Schaden schmerzte mehr, als es ein körperlicher je zu tun vermochte. Dennoch traten rote Tropfen Blut auf ihre Handflächen und färbten ihre weiße Haut. Auch die Hosenbeine wurden dunkler, aber das ignorierte Maya geflissentlich.
Ihr Fluchtinstinkt setzte aus, als das Mädchen auf der anderen Straßenseite zu sprechen begonnen hatte und fast ohne zu überlegen machte Maya ein paar Schritte auf sie zu, bis sie mitten auf der Straße stand. Ein Blick zur Seite signalisierte ihr, dass sie lieber weitergehen sollte, wenn sie nicht platt unter dem nächstbesten Pkw enden wollte und so trat sie lieber schnell auf den Gehweg.
Jetzt stand sie in einem Dreieck zu dem Mädchen und dem Jungen und wusste nicht, zu wem von beiden sie zuerst schauen sollte.

Nur um das mal klar zu stellen: Ich kenn den Typen gar nicht!

Sagte sie laut und deutete auf den Blonden. Sie konnte es gar nicht haben, wenn Menschen ihr Dinge unterstellten, die nicht wahr waren. Mayas Gesicht war nicht wie das des Jungen von Mitleid erweicht. Ihre Miene war hart und wieder fragte sie sich, warum sie nicht einfach weglief. Um davon zu rennen war jeder Augenblick der richtige. Aber Mayas Füße schienen wie festgeklebt auf dem schmutzigen Boden zu sein; sie brachte keinen Fuß vor den anderen. Nur deshalb stand sie noch immer hier, bei den beiden, die sie nicht kannte und eigentlich auch nicht kennen wollte.
Warum bloß stand sie dann aber trotzdem noch da? Natürlich kam keine Antwort auf diese Frage und Maya fühlte sich unwohl.
Zwei Menschen um sie herum waren zwei zu viel, aber noch immer konnte sie nicht gehen.
Vielleicht war es die Erinnerung von vorhin, als sie sich selbst in dem Mädchen gesehen hatte. Vielleicht wollte sie aber auch nur wissen, was dieser Schnöselige Typ hier an diesem Ort zu suchen hatte.
Oder ihr war einfach so langweilig, dass ihr jedes Mittel der Ablenkung recht war.
Egal, was es war, Maya blieb stehen und langsam zeichnete sich neben ihrer für sie so tyischen Kälte auch fast so etwas wie Neugierde auf ihren Gesichtszügen ab.

Sitting there drinking whisky and wine
tell me that your finde
just wasting time

Sie blickte zu dem Jungen und wartete auf seine Antworten auf die Fragen des Mädchens. Ihr Blick war fordernd, fast schon als wolle sie ihm ein Mach schon! Befehlen, aber ihre Lippen bewegten sich nicht. Maya hatte kein Mitleid. Mit keinem der Beiden.


[Will weglaufen//Stolpert//Fällt hin//Geht zu Jona und Amber]


Zuletzt von Maya am Sa Aug 27, 2011 5:58 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   Di Aug 30, 2011 5:45 pm

" Es ist die Stimme,
die mich ruft und mich dazu drängt,
endlich meine Freiheit zu genießen.
Doch es ist mein Herz,
das mir sagt, dass ich dies nicht alleine tun sollte."


Die Sonne schickte hin und wieder ein paar wenige Strahlen über die Stadt und Leandro genoss es, als diese ihm ins Gesicht schienen. Er mochte die ewige Kälte nicht sonderlich.
Die ganze Zeit über war es still. Diese Stille war nahezu beängstigend und irgendwie auch bedrückend. Nicht, dass er vor irgendetwas Angst hätte. Er hatte schon zu viel erlebt um noch vor irgendetwas Angst haben zu müssen. Schließlich trieb er sich oft in den Vierteln rum, wo es nicht gerade zimperlich zuging. Leandro liebte es Schlägereien zu zusehen. Es war für ihn einfach amüsant den Starrsinn mancher Leute zu beobachten. Eine Angewohnheit von ihm, die nicht jeder nachvollziehen konnte, aber ihn interessierte es ja sowieso nicht, was die anderen von ihm hielten oder dachten.

Erneut zog er an der Zigarette und die Rachkringel flogen wieder hinauf in den Himmel wo sich sich immer mehr verloren. Manchmal müsste man einfach fortfliegen können. Die Sorgen und Ängste hinter sich. Doch das war leider nicht so. Zumindest stand es nicht in seiner Macht. War aber auch zu blöd, dass er jetzt in dem Körper eines Menschen gefangen war. Er kam ja schon ganz gut mit diesem zurecht, da hatte e rnie irgendwelche Probleme gehabt, aber irgendwie war es nervig, dass man mit dem menschlichen Körper nicht sondelrich viel anfangen konnte. Fand zumindest Leandro.
Er wusste etwas, dass Mila noch nicht bekannt war. Und immer wieder stellte sich der Dunkelhaarige die Frage, wie er es ihr am besten erklären konnte. Würde sie ihm überhaupt glauben? Er hatte das alles anfangs ja auch nicht glauben wollen. Und jetzt war er ja auch noch nicht sondelrich überzeugt davon. Gut, alles was man ihm über ihn erzählt hatte traf ja bis jetzt zu, aber trotzdem war das alles ziemlich absurd. Es klang nahezu wie eine Geschichte, die sich jemand ausgedacht hatte, damit er beruhigt war und sich sagen konnte, dass da jemand war der ihm half. Leandro fand das einfach nur bescheuert.

Auf einmal hörte er ein Klacken und einige Schritte neben ihm viel die Tür des Hauses an dessen Fassade er lehnte ins Schloss. Er sah nicht auf , aber er spürte die Wärme, die von dem Körper ausging, der sich neben ihn lehnte. Wieder inhalierte er, ohne ein Wort zu verlieren. Sein Blick war starr auf die andere Straßenseite gerichtet, wo es rein gar nichts zu sehen gab. Dort war nur, wie hier auch, Häuser gelegen in denen sich genauso wenig rührte wie in dem anderen Teil der Straße.
Die ihm wohlbekannte und vertraute Stimme erklang neben ihm und bei ihren Worten musste er innerlich lächeln. Leandro lächelte eigentlich nie. Er war immer ziemlich ernst und sakrastisch, aber grinsen oder gar Lachen tat er nicht. Noch nie hatte ihm jemand ein solches entlocken können.

>> Das hättest du wohl gerne, dass ich dich hier weghole was? <<

Er schüttelte den Kopf und sah wieder den Rauchkringeln nach. Ja wirklich, fliegen müsste man können.

>> Und? Willst du mal wieder verreisen, oder machst du dir wirklich Hoffnungen auf eine Reise mit mir? <<

Er sagte dies ohne das Mädchen neben ihm überhaupt anzusehen. Leandro wusste einfach, dass Mila dortstand und eine Reisetasche über der Schulter hängen hatte, denn das hatte sie ja meistens. Seit er sie kannte - kannte er sie überhaupt, ode rkonnte man das kennen nennen? - war sie eigentlich immer auf Achse. Entweder weil ihr zuhause die Decke auf dne Kopf fiel oder auf der Flucht vor der Langenweile, Mila war selten "einfach so" unterwegs.



{sieht den Rauchkringeln nach | denkt über das Fliegen und sich selbst nach | Mila | spricht | sieht sie nicht einmal an}
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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   Di Aug 30, 2011 9:16 pm

    It's gonna get, it's gonna get,
    it's gonna get Louder!
    We gonna get, we gonna get,
    wie gonna get Stronger!
    We gonna feel, we gonna feel,
    we gonna feel Bigger!
    You can't turn this Energy inside


    Mila beobachtete ihn eine ganze Zeit lang, sein markant geschnittenes Gesicht, sein verwuscheltes dunkles Haar, die wundervollen dunklen Augen. Die Lippen, die sich öffneten, um Rauchkringel in die Luft zu pusten. Er war so gutaussehend, dass es dem Mädchen, denn viel mehr war sie nicht, immer wieder wie ein halbes Wunder vorkam. Sie musste sich immer noch ein Lächeln verkneifen, und das Herz in ihrer Brust pochte hart und selbstbewusst gegen ihre Rippen, als wollte es sich aus dem Gefängnis aus Knochen befreien und durch die Luft zu Leandro springen.
    Tatsächlich lag alles an ihm. Auch dieses Gefühl, dass alles gut und richtig war. Sie fühlte sich einfach so wohl, wenn sie mit ihm zusammen war. Niemals würden ihre Eltern das verstehen, oder ihre Freunde. Die Menschen in ihrem Leben, die Normalität schätzten und Angepasstheit. Also sozusagen alle außer dem Jungen, der mehr ein Fremder für sie war als irgendwas sonst. Wobei das so ganz ja nicht stimmte. Er war für sie derjenige, der sie für immer hier raus holen konnte. Denn sie wusste, mit ihm an ihrer Seite würde sie nicht wieder schwach werden. Aber, würde er sie an seiner Seite akzeptieren? Oder würde er sie fallen lassen wie ein kaputtes Spielzeug?

    Nur einmal mehr war das hübsche, brünette Mädchen sich bewusst, dass sie ihn nicht kannte, genauso wenig, wie er sie kannte. Wie hatte sie so viel Hoffnung in diesen dunklen Fremden legen können? Sie war töricht, zu hoffen, dass er sie mitnehmen würde in das Leben, das garantiert besser war als das, was sie hier führte. Sie wandte den Blick ab, schaute stattdessen in den Himmel. Sie hatte keine Hoffnung. Es war aussichtslos. Sie würde es nie schaffen, dem langweiligen Normaloleben zu entkommen. Sie würde für immer die Mila von den Thayers sein. Niemals die Mila mit dem Drachentattoo, oder einfach nur Mila. Sie würde immer eine Tochter sein, nie eine Frau.
    Aber wieso dachte sie eigentlich so negativ? Sie war jung, hatte eine ungesperrte Kreditkarte, und sie hatte Leandro, der noch nicht richtig abgelehnt hatte, dass er sie mitnehmen würde dorthin, wo er lebte. Es gab noch immer das Seil, an das sie sich klammern konnte. Auch wenn es dünn und spröde war, immerhin war es ein Seil. Sie atmete tief durch, und blickte ihn direkt an, ihr Entschluss stand fest. Ihre Schultern waren gestrafft, als sie sich ihm zuwandte, und ihm mit fester Stimme ihren Entschluss mitteilte:

      "Ja, zum Teufel, ich will, dass du mich hier raus holst. Aber nicht nur auf eine Reise. Sondern wirklich für immer. Krieg ich jetzt 'ne Zigarrette, oder brichst du dir deswegen einen Zacken aus der Krone?"


[denkt nach ;; hin- und hergerissen ;; entschlossen]
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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   Mi Aug 31, 2011 5:08 pm

"Mit dir war ich doch niemals mehr allein.
Mit dir war die Welt fast mein.
Mit dir werde ich für alle Zeit vereint.
Und niemals wieder zerstörten Herzens sein."


Im Grunde war Leandro ein Abbild der Schönheit. Keinerlei Makel waren bei ihm zu erkennen. Seine Haut war glatt und auch sonst hatte er weder Muttermale noch Narben. Nichts, was darauf hindeutete, dass ihm schon einmal etwas Schlimmes wiederfahren war, oder er von jemand bestimmten abstammte. Denn genau das tat er ja auch nicht, doch das wusste ja Mila nicht. Sie konnte es ja nicht wissen, denn sie wusste ja nicht was er war und er selbst wusste nicht, ob er das glauben sollte, was er zu sein schien. Es war alles zu absurd, damit er es hätte verstehen können und wenn er ehrlich war, eigentlich war ihm das auch egal. Sollten sie doch alle reden. Er lebte im Hier und Jetzt und nicht in Gestern oder Übermorgen.
Das brünette Mädchen jedoch schien das etwas anders zu sehen, denn sie beharrte ja darauf mit ihm zu kommen. Nun verbieten würde er es ihr wohl kaum können, denn Leandro bezweifelte, dass sie auf ihn hören würde.
Allerdings ging es ihm nun etwas besser. Der stechende, ziehende Schmerz in seiner Brust hatte nachgelassen und wenn Mila bei ihm war, spürte er davon überhaupt nichts mehr. Vielleicht war an den Geschichten ja doch etwas dran ...

Die Sonne schien auf die beiden jungen Menschen und ihre Strahlen ließen ihre Schatten an der Hauswand tanzen. Bei jeder Regung, die eienr von den beiden tat.
Leandros Zigarette war nun fast vollkommen niedergebrannt und er warf sie auf den Asphalt und trat sie mit dem Fuß aus, sodass auch die letzten Funken erloschen. Vom aufheben und Wegwerfen shcien e rnicht viel zu halten, denn die Zigarette rollte ihres Weges über die Straße.

    oO( Es gäbe so viele Möglichkeiten, wie du von zu hause wegkommen könntest. Du könntest zu deiner Tante fahren, oder einfach abhauen. Warum muss da ausgerechnet ich dein Reisebegleiter sein? Du bist so ahnungslos und unschuldig, dass es mir wehtut, wenn ich dich in meine Welt mitnehmen würde. Das hättest du nicht verdient. Aber ich könnte dich davon wohl nicht abhalten, was? )Oo

Leandro seuftzte. Er hatte nun die Wahl. Entweder, er nahm Mila mit und er hatte nicht mehr diesen bescheuerten Schmerz, dafür aber jemanden an seiner Seite, für den er sich dann auch irgendwie verantwortlich fühlte und auf den er Rücksicht nehmen musste. Oder aber er ließ sie hier, würde weiterhin immer dieses Ziehen in der Brust haben, würde aber weiterhin ein sorgloses, freies Leben haben. Es war wie verhext. Wenn er Mila entscheiden lassen würde, klar, dann würde sie mitkommen wollen. Für immer. Ihn schauderte. Wnen er sie also jetzt mitnahm, dann würde er sie nie mehr loswerden, na das konnte ja was werden.
Als Mila nach einer Zigarette fragte sah er sie etwas verduzt an. Seit wann rauchte sie denn? war sie vielleicht doch nicht das brave Mädchen, für das er sie immer gehalten hatte?

>> Ja, könnte sein, dass mir ein Zacken aus der Krone bricht, dass will ich nicht riskieren.<<

Der Dunkelhaarige musste schmunzeln und nun drehte er sich und sah sie endlich an. Mit der Seite war er nun an die Hauswand gelehnt und seine fast schwarzen Augen blickten Mila mit einem warmen Glitzern an. Es schien, als wolle er testen, was sie sich von ihm bieten lassen würde.

>> Gut, du willst dass ich dich mitnehme ... ich sage dir, dass es dir nicht unbedingt gefallen wird, da wo ich lebe. Vielleicht solltest du darüber noch einmal nachdenken.
Andererseits, habe ich eigentlich nichts dagegen einzuwenden, dass du mitkommst, doch ich nehme keine Rücksicht auf Verluste ...
<<

Das tat er natürlich! Er würde er es im Traum nicht zulassen, dass Mila etwas passieren würde.



{bei Mila | denkt nach | spricht | hin und Her gerissen }
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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   Mi Aug 31, 2011 8:59 pm

    >>Ich fand in der Welt meinen Platz,
    ich fand in der Welt dich.
    Ich fand in der Welt alles Wichtige,
    ich fand in der Welt dein Leben.
    Ich fand in der Welt meinen Weg,
    ich fand in der Welt deine Lieb.<<

    Milas Herz raste unter seinem Blick, der so dunkel und so intensiv war. Sie mochte seinen Humor, der so zynisch und sarkastisch war wie ihrer, wenn sie wollte. Sie konnte nur schwer aufhören, zu grinsen, und selbst jetzt noch zuckte es verdächtig in ihren Mundwinkeln. Sie konnte ihre Augen nicht mehr von ihm lösen jetzt, wo er sie ansah. Sie blieb erstmal still, sammelte ihre Gedanken. Auf jeden Fall wollte sie sich nicht irgendwie blöd benehmen oder bei ihm unbeliebt machen. Irgendwas musste sie sich ausdenken, was nicht komisch rüber kam. Nicht, dass sie ihn irgendwie mit irgendwas vergraulte oder so.

      "Den Zacken kann ich dir wieder ankleben. Jetzt gib mir eine Zigarette, verdammt! Ich brauch Nikotin. Bitte! Und ich habe schon öfters, teilweise wochenlang auf der Straße gelebt. Ich glaube, wenig kann noch rücksichtsloser sein als das, oder etwa nicht? Ich kann auf mich aufpassen, Leandro. Aber ich bin nicht gern allein."


    Mila blickte fest in seine dunklen Augen, es war wie ein Wettstreit, dunkle Augen gegen dunkle Augen. Ihr Haar wurde ihr von einem Windzug durcheinander gebracht und in ihr Gesicht geweht. Die braunen Wellen fielen ihr in die Augen und sie hob eine mit Armbändern übersäte Hand, um sie aus dem Gesicht zu streichen. Sie schaffte es dennoch immer noch nicht, ihn nicht anzusehen, das makellose Gesicht, das vom Wind zerzauste schwarze Haar. Er gab ihr ein Gefühl, dass sie jetzt ganz war, in Sicherheit. Irgendwie glaubte sie, dass sie mit ihm auch den härtesten Winter auf der Straße durchstehen konnte. Sie glaubte, ahnte, dass das etwas mit dem Ziehen zu tun hatte, dass sie die letzten Tage über immer gespürt hatte. Was das wohl zu bedeuten hatte?

    Das Mädchen seufzte. Sie zwang sich, ihre Augen von dem Jungen zu lösen. Dann drehte sie sich langsam um und bückte sich nach ihrer Tasche, wobei die Jacke hochrutschte und einen Streifen der makellosen weißen Haut zwischen ihren Hüften entblößte. Als sie das bemerkte, wanderte eine Hand nach hinten, um die Jacke unten zu halten, während die andere nach der schwarzen Tasche griff und sie wieder über die Schulter hängte. Dann grinste sie ihn an, unternehmungslustig. Ihre Augen strahlten und ihre Zähne schienen absurd weiß in dem fahlen Mittagslicht.

      "Also, zuerst eine Zigarette und dann nichts wie weg hier!"

[aufgeregt ;; will Leandro gefallen ;; nimmt die Tasche ;; drängt zum Aufbruch]
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Gast
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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   Fr Sep 02, 2011 5:26 pm

"In dieser einsamen Welt,
gibt es weder Frieden,
noch Unschuld.
Warum also plagt mich dauernd das Gefühl, dass du unschuldig bist?"


Hätte er sie aufhalten können?
Nein, sie war zu eigenwillig. Wer weiß, warum sie dauernd einfach so von zu Hause entkam. Er selbst war ja auch nicht sonderlich erpicht darauf eine Diskussion mit ihr zu führen. Allgemein führte er nicht gerne Diskussionen. Mit den Männer in seiner Nähe verstand er sich durch Blicke und Körpersprache und um Frauen, machte er auf der Straße eigentlich auch einen Bogen. Und die Diskussionen, die er bereits mit dem anderen Geschlecht geführt hatte, reichten ihm vollkommen aus, um zu wissen, dass er das nicht unbedingt noch einmal haben wollte. Genauso wenig wollte er sich aber auch binden, doch Mila schien der festen Überzeugung zu sein, dass er sie dabei haben wollte und dass es ihm nichts ausmachte, sie mitzunehmen. Nun gut, was sollte er dagegen sagen? Sie konnte auf sich selbst auf passen! Nun, das würde die Zeit zeigen, noch war er davon nicht sehr überzeugt. Denn in den anderen Vierteln wurde nicht mit Worten geschlagen. Doch wohl oder übel musste der junge Mann einsehen, dass er gegen Milas Entschluss machtlos war.

Leandro verdrehte die Augen und schüttelte den Kopf. Eins stand fest: So schnell wurde er sie jedenfalls nicht mehr los. Und irgendwie wollte er das ja auch gar nicht, aber er wusste auch, dass er sie in gefahr brachte, wenn er sie jetztmitnahm. Sie wusste nicht, was sie erwartete, aber ...
Plötzlich kam den Dunkelhaarigen eine Idee. Mila wollte mit ihm abhauen. Schön, aber sie hatte nie erwähnt wohin, also konnte er genauso gut mit ihr einige Tage duch die Stadt wandern, sie wieder hier vor ihrem haus absetzen und dann in seine Viertel zurückkehren. Wer sagte denn, dass er sie mit zu "sich" nehmen musste? Ein zufriedenes Lächeln huschte über seine Lippen. Doch es war so schnell, dass man es eigentlich gar nicht bemerken konnte, so rasch verebbte es. Mila hielt seinem Blick gekonnt stand, doch er würde nicht derjenige sein, der sich nun von ihr abwandte. Wenn er so in ihre Augen blickte, dann war das, als würde er darin etwas sehen können. Geschehnisse, die vor langer Zeit einmal sich ereignet hatten, sie waren so nah, als wären sie direkt neben ihm. Ein Schauder lief ihm den Rücken herunter. Warum sah er das nur bei ihr? Und warum packte ihn dabei immer so ein unwohles Gefühl?
Das Mädchen wandte sich schließlich ab und hob ihre Tasche auf. Leandros Blick wanderte unweigerlich auf die freie Haut zwischen ihrer Jacke und ihrer Hose und da, ja, da grinste er doch. Aber als Mila sich wieder zu ihm umdrehte war sein Gesicht versteinert wie Eh und Je.

>> Okay, suchs dir aus, entweder du kommst mit, oder du kriegst ne Zigarette! <<

Er stieß sich von der Wand weg und drehte sich um. er lief die Straße hinab, bis er sich irgendwann umdrehte, die Arme ausbreitete und rückwärtslief, so als wolle er sagen: Komm oder hol die ne Zigarette!
Leandros dunkle Augen glitzerten Mila entgegen, doch er entfernte sich immer weiter von ihr nun müste sie schon rennen, um ihn einzuholen. Doch der Dunkelhaarige schien sich sicher, dass dieses Mädchen so leicht nicht aufgeben würde.



{bei Mila | immer noch unentschlossen | hat eien Idee | spricht | geht weg}
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Merle

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Gruppe : Rebellen
Alter Charakter : 23
Größe : 1,63 m
Gewicht : 55 kg

BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   Fr Sep 09, 2011 6:03 pm

Merle knurrte. Biss sich auf die Zunge, um nicht jeden einzelnen in den Nacken zu springen und sie mit ihren Nägeln im Gesicht zu zerkratzen. Genau das fühlte sie, als diese spöttigen Worte an ihre Ohren drangen. Sie war nicht dumm. Schon beim ersten Satz merkte Merle wie falsch dieser andere fremde doch war, den sie vorher nicht bemerkt hatte. Das der blonde Rotzer so war, war ihr schon von Anfang an bewusst gewesen. Aber wenigstens dem Typen mit der Mütze, hätte sie mehr Manieren zu getraut.

„Da müsste ich ja bei dir anfangen, so als Oberhaupt der Rattenplage!“

Spöttig und mit verschränkten Armen fixierte sie ihn. Wenn er Krieg haben wollte, so konnte er ihn bekommen. Der Rotzer wurde außen vor gelassen und nicht mehr mit ihrer Konzentration gewürdigt. Seine Antwort war eher mehr kindisch, als erwachsen. Da interessierte sich Merle dann doch schon mehr für den anderen. Bei ihm würde es Spaß machen sich zu streiten. Ob er wohl leicht zu provozieren war, so wie der Blonde? Sollte der doch gehen. Eine Made weniger, die sich in ihrem Speck suhlte. Nur der Andere, der sollte bleiben. Und auch wenn schon. Merle würde sie verfolgen und nicht einfach gehen lassen, jetzt, wo sie Spaß darin fand.

Ruhig atmete sie und ihr Brustkorb hob und senkte sich unter ihren Armen. Ihr Busen wurde nach oben gehoben und der Eindruck nach einer reifen Frau tat sich auf. Wäre da nur nicht ihr kindliches Lächeln, was sich spaßig um ihre Lippen gelegt hätte. Eher frech und provokativ schaute sie ihn an. Auf Freunde legte Merle schon lange keinen Wert mehr. Sie waren zu selten und zu falsch in dieser Welt geworden. Man half sich und damit war gut. Egoistisch möge man meinen. Doch es war für Merle der einzigste Weg zu überleben.


[Nathan, Kj............ich fühl mich so schlecht bei dem beitrag. er ist mieserabel]

_________________



Nun ist sie Tante geworden. What a Face
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Den Tod im Genick
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