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Willkommen bei Lucian,

ein Jahr Lucian! Ein Jahr kann so kurz sein und dieses war definitiv kurz. Nun sind wir also schon ein Jahr alt und wollen dies mit einem neuen Style feiern. Herzlichen Glückwunsch, Lucian!
Hintergrund: ALice Faux / deviantart
Header: phatpuppy / deviantart



Liebe Grüße
die Spielleitung

Gründung: 22. Januar 2011

Eröffnung: 08. Februar 2011

Rollenspielstart: 16. April 2011

Mitgliederübersicht::
Begleiter: 5
Menschen: 4
Begleiter ohne Mensch: 1

Erste Mitglieder: Raven, Merle, Freya
1. Kapitel: Den Tod im Genick

Jahreszeit
Herbst

Wetter
Sonnenschein, es ist Nachmittag. Der Himmel ist stark bewölkt. Es sieht ein wenig nach Regen aus. Es ist windstill. 13-15°C

Tageszeit
Nachmittag (circa 15 Uhr)

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 Den Tod im Genick

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AutorNachricht
Kjetil

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Gruppe : Unwissend
Alter Charakter : 19
Größe : 1,70 cm
Gewicht : 60 kg
Besonderheiten : Narbe am Kinn

BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   Fr Sep 23, 2011 12:04 pm

No sleep…
No sleep until I´m done with finding the answer.
Won´t stop…
Won´t stop before I find the cure for this cancer.


    Das war so in etwa die Ablenkung, nach der sich Kjetil gesehnt hatte. Irgendein dahergelaufenes Mädchen, das sich wegen irgendetwas Belanglosem aufregte und mit der er sich ein kleines Rede-Battle liefern konnte. Ein bisschen unter seiner Würde aber egal. Hauptsache, es lenkte ein wenig ab. Von was eigentlich ablenken? Er konnte sich selbst kaum mehr erinnern. Redete er sich zumindest ein. Es gab da draußen (beziehungsweise irgendwo hinter ihm) kein Mädchen, das nach ihm suchte, nein. Und er dachte auch nicht an sie. Die gute alte Selbstverleugnung musste doch irgendwann funktionieren.

    Aus dem Augenwinkel beobachtete er Blondschopf. Wie er auf die Kleine reagieren würde war nun interessant. Er hatte gesehen, wie Blondie ihn beobachtet hatte, als er seinen kleinen Vortrag dem Mädchen gegenüber gehalten hatte. Hatte den fast bewundernden Blick, das Lächeln gesehen. Der Kleine war gar nicht übel. Er merkte schnell, von wem er sich noch was abschauen konnte. Mal sehen, ob er es auch umsetzte.
    Erst mal nannte er Kjetil endlich seinen Namen, ohne richtig auf das Mädchen einzugehen. Zufrieden, fast anerkennend nickte Kj. Ignorieren war immer gut. Zumindest, wenn man es riskieren konnte, den anderen – in diesem Fall das fremde Mädchen – noch wütender zu machen. Doch Kjetil sah das brodelnde Temperament des Jungen unter der Oberfläche.

.oO(Komm schon, Kleiner, cool bleiben.)

    Was Nathan nicht tat. Kjetil seufzte leise, als die Wut aus dem Jungen heraus brach, schüttelte leicht den Kopf. Natürlich reizte es einen, wenn man so von einem sich aufspielenden Mädchen angezickt wurde – aber sie wollte doch nur, dass man sich aufregte. Warum ihr dieses Vergnügen gönnen? Natürlich war das am Anfang schwer und es kam auch immer auf den jeweiligen Charakter an. Kjetil war irgendwie so veranlagt, dass er umso lässiger wurde, je offensichtlicher jemand versuchte, ihn auf die Palme zu bringen. Aber das war nun mal eigentlich nicht normal. Gerade deshalb irritierte es jedoch viele und Irritation war eines von Kjetils Lieblingsspielzeugen.

I´ve been watching, I´ve been waiting
In the shadows
For my time.
I´ve been searching, I´ve been living
For tomorrows
All my life…


    Das Mädchen stieß irgendeinen seltsamen Laut aus. War das ein Knurren? Das Lächeln, das immer noch auf Kjetils Lippen lag, wurde übertrieben fasziniert, seine Augenbrauen schossen in die Höhe. Da musste er sich ja wirklich in Acht nehmen. Nicht nur ein zickiges, sondern auch ein knurrendes Gör.

.oO(Oberhaupt der Rattenplage? Danke für das liebenswürdige Kompliment.)

    Das meinte er (beziehungsweise seine Gedanken) nicht mal sarkastisch.
    Kjetil grinste leicht, legte den Kopf schief, betrachtete das Mädchen vor ihm mit diesem unnachahmlichen Kjetil-Blick.

„Wusstest du, dass wir Ratten euch Menschen lange überleben werden? Wir werden selbst dann noch in dieser wunderbaren, dunklen, dreckigen Welt existieren, wenn ihr schon lange von ihrem Antlitz verschwunden seid.“

    Die übertriebene Theatralik wurde durch das schelmische Blitzen in seinen Augen unterstrichen. Er nahm das Mädchen einfach beim Wort und nannte sich nun eine Ratte. Er mochte Ratten. Ratte – das passte zu ihm. Verschlagen, verhasst, dabei wollte sie eigentlich nur spielen… oder etwa doch nicht? Man war sich eben nie sicher. Eben deshalb hassten die Menschen die Ratten. (Außerdem wurden sie auch noch in Zusammenhang mit dem Schwarzen Tod, der Pest, gebracht – das nur so nebenbei. Im Übrigen war daran auch nur der Rattenfloh und letztendlich die unhygienischen Bedingungen der Menschen Schuld, aber das ist wieder eine andere Geschichte.) Die Menschen hassten Dinge, die sie nicht durchschauten.

They say
That I must learn to kill
Before I can feel safe.
But I
I´d rather kill myself
Than turn into their slave.

    Oberhaupt der Rattenplage. Rattenkönig – hm. Vielleicht sollte er sich so nennen. Das hatte irgendwie was. Und wem hatte er seinen neuen Decknamen zu verdanken? Dem lieben Mädchen vor ihm, das herausfordernd die Arme vor der Brust verschränkt hatte und ihn frech anlächelte. Auf ihre Weise war sie fast so süß wie Nathan.
    Apropos Nathan…

Hey, willst du weiter hierbleiben…? Ich denke, ich gehe echt… das nervt hier allmählich!

    Nachdenklich schweifte Kjetils Blick von dem Mädchen zurück zu Nathan, der sich von der Kleinen abgewandt hatte. Blondschopf hatte sich anscheinend wieder beruhigt. Na also, ging doch.

„Hm… jetzt wird’s doch gerade erst witzig.“

    Meinte er und sein Blick glitt wieder zurück zu dem Mädchen.
    Hm, für sie hatte er noch gar keinen Spitznamen. Es gab an ihr aber auch nichts, was im ersten Moment auffällige wäre. Sie war ziemlich hübsch und das war’s. Für diese Gegend vielleicht zu sauber gekleidet, aber sonst… Dann war sie von jetzt an eben das Knurrmädchen. Nein, okay, das war fies. Kjetil unterdrückte ein zu eindeutiges Grinsen. Dann eben… Katzenmädchen. Da sie keine Ratten mochte. Außerdem erinnerten ihre Augen ihn an ein kleines, süßes Kätzchen, das sich für einen großen Tiger hielt und schnell mal die nächst beste Ratte anfauchte. Ohne zu wissen, dass Ratten den Katzen sehr wohl überlegen waren. Vor allem solchen kleinen, süßen mit großen blauen Augen. Das sagte er ihr aber besser nicht ins Gesicht.

Sometimes
I feel that I should go
And play with the thunder.
Somehow
I just don’t wanna stay
and wait for a wonder.

„Ich glaube wir hatten keinen soo guten Start… Normalerweise stellt man sich ja erst vor und dann zankt man sich theoretisch. Machen wir’s halt umgekehrt.“

    Niemand war von dem plötzlichen Friedensangebot überraschter als Kjetil selbst. Oder war es überhaupt eines? Nun, mal sehen, was das Katzenmädchen dazu sagte.

„Ich für meinen teil heiße Kjetil, aber du kannst mich Rattenkönig nennen.“

    Er grinste sie an, aber eigentlich nur mehr ein wenig neckend, nicht mehr spöttisch.

.oO(Stellen wir das Kätzchen mal auf die Probe.)



I´ve been watching
I´ve been waiting
In the shadows
For my time…



[Nathan/Merle || spricht vor allem zu letzterer]
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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   Mo Sep 26, 2011 10:19 pm

. ~ * I came to win, to fight, to conquer, to thrive
I came to win, to survive, to prosper, to rise
To fly


Verdammt, was sie jetzt dachten. Was die Zicke dachte, und viel wichtiger, was Kjetil dachte! Es war so peinlich, viel zu peinlich. Warum hatte er sich so gehen lassen, sich so aufgeregt. War es nicht dass, was Zicken freute? Er regte sich auf, war genervt, das war doch der Sinn, wenn man jemanden nervte, und er hatte ihn mal wieder erfüllt.
Ein leises Seufzen verließ seinen Rachen, wurde erstickt von der bösen Stimme der jungen Frau. Sie stellte Kjetil als Oberhaupt der Rattenplage dar, und dann erst das Knurren! Nathan schnaufte, riss sich dann die Tasche vom Rücken und kramte nach seinen Zigaretten. Tanzen, tanzen, tanzen. Genau das sollte er tun, aber wie denn? Nicht vor dem dummen Mädchen und erst recht nicht vor Kjetil!


. ~ * I wish today it will rain all day
Maybe that will kinda make the pain go away
Trying to forgive you for abandoning me
Praying but I think I'm still an angel away
Angel away, yeah strange in a way


Panisch kramten seine Finger in der Tasche, bis er die vertraute Form der Packung in der Hand fühlte, bis er wusste dass er sich anders beruhigen konnte. Zicken. Hatte er es nicht schon mehrmals erwähnt, dass er sie hasste? Dieses ewige ‚ich bin toll, ihr nicht’, ‚ich bin klüger’ und vor allem dieses ‚ich muss jeden anzicken’. Schrecklich, grausam, nervtötend. Mit unruhigen Bewegungen steckte er sich die Zigarette in den Mund wühlte in seiner Hosentasche nach einem Feuerzeug. Provokation. Ja, warum nicht? Er drehte an dem Rädchen, führte die Flamme an seinen Mund, sog den Rauch tief ein, als die ersten Tabakfäden zu brennen begonnen. Er spürte den Nebeln in seinen Lungen, packte die Schachtel samt dem Feuerzeug wieder weg. Ein Suchti, Das war er. Tanzen oder Rauchen, anders überlebte er solche Situationen nicht. Nie. Vielleicht wollte er es auch bloß nicht. Tief, viel zu tief atmete er den Rauch ein, behielt ihn in der Lunge. In einigen Sekunden hatte er immer noch Zeit ihn wieder heraus zu atmen.
Zum Beispiel jetzt. Provozierend drehte er seinen Kopf zur Zicke, atmete langsam aus und pustete ihr den ganzen Qualm ins Gesicht. Hah, sollte sie mal sehen!


. ~ * Me against enemies, me against friends
Somehow they both seem to become one
A sea full of sharks and they all see blood
They start coming and I start rising


Nathan hörte die Worte Kjetils, aber er beachtete sie nicht. In seinem Kopf entstand plötzlich eine super Idee. Ein Gedanke. Eine Choreographie. Etwas tolles. Perfekt. Er lächelte sanft, seine Augen strahlten. Seine ganze Konzentration war auf die Idee gerichtet, er hörte Kjetil und Zicke nicht mehr zu, er ignorierte sie.
Was sollte man seine Aufmerksamkeit auch zu solchen unsinnigen Worten lenken, wenn es etwas viel besseres gab..? Er schloss die Augen, stellte sich die Bewegungen vor. Er würde beginnen. Stehen, den Kopf und die Schultern nach vorne hängend. Eine langsame Bewegung, bloß etwas Kleines. Dann plötzlich, ganz plötzlich gerade stehen, Drehung über die linke Schulter, auf einem Fuß rutschend. Runter, Knien. Linke Hand auf den Boden drücken, Arm durchstrecken. Und dann? Er wusste es nicht. Was dann..?

„Kann irgendwer von euch tanzen..?“

Brummelte er ein wenig undeutlich. Es war wichtig. Es war verdammt wichtig. Er musste es schaffen, diese Choreographie zu beenden. In seinen Augen stand etwas wie Sorge. Ihm fiel einfach nichts ein…!


{ bei Kjetil und Merle - abgelenkt }
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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   Fr Sep 30, 2011 10:19 pm

Mila blickte ihm gar nicht erst lange nach, sondern machte sich daran, den gutaussehenden Dunkelhaarigen einzuholen, der mit raumgreifenden Schritten vorwärts lief. Sie eilte Leandro hinterher, glücklicherweise hatte sie bequeme Schuhe angezogen. Aber war das wirklich so eine gute Idee? Wollte sie wirklich mal wieder davon? An dieser Frage scheiterte sie nahezu immer. Aber nein, heute würde sie ihn nicht mehr gehen lassen. Sie wollte bei dem rauen Jungen bleiben, der es ihr so angetan hatte. Keine Ahnung, warum.

"Das ist ganz schön gemein. Och bitte, Leon!"

quengelte sie. Dabei bemerkte die Braunhaarige nicht mal, dass sie ihm einen Spitznamen gegeben hatte. Sie wusste nur, dass sie jetzt endlich wieder frei war. Weg von ihren Spießereltern und ihren supertollen Geschwistern, die ja so viel besser waren als sie. Auf nichts freute sie sich mehr. Warum? Weil sie es wirklich wollte, endlich wieder aus der Welt ihrer Familie raus und in ihre Welt rein. Darauf hatte sie schon eine gefühlte Ewigkeit gewartet.

"Soooo, wo gehen wir als Erstes hin? Ich freu mich schon richtig. Hey, wenn du willst, geb ich dir heute Abend Disko aus!"

Wie auch immer Mila auf diese Idee kam. Sie blickte zu ihm hoch, beobachtete dieses wundervolle Gesicht. Und während sie so mit ihm die Siedlung verließ, fühlte sie sich wohler denn je. Irgendwie hatte sie so ein Gefühl von 'Zuhause'. Eigentlich wie immer, wenn sie bei ihm war. Das war etwas, dass sie absolut nicht verstand. Naja, als ob sie Leandro verstehen würde, bemerkte sie mti einem Schmunzeln.

{folgt Leandro ;; gute Laune}
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Gewicht : 55 kg

BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   Mi Okt 12, 2011 4:54 pm

Immer noch mit verschränkten Armen beobachtete Merle diesen komisch drein blickenden Menschen. Andere hätten sie in Grund und Boden gestampft nach ihrer Ansprache. Hätten sie weg gejagt oder verprügelt, doch der Grinste bloß. Er brachte sie damit in Rasche und würde sie sich nicht mehr kontrollieren können. Rattenkönig, pah. Der sollte sich gefälligst nicht für etwas Besseres halten, er war doch nur der Abschaum der Gosse. Genauso wie wir anderen auch. Da machte es kein Ding, das er dachte, über den anderen zu stehen, nur weil er sich ein wenig mehr unter Kontrolle hatte. Wäre ja noch schöner. Doch was sollte dann diese Antwort? Was sollte sie bewirken? Das sie ging, mit Getöse und Gestampfe? Da hatte sich der Kerl aber die falsche ausgesucht und Merle atmete instinktiv einmal kräftig durch. Sie beruhigte sich schließlich und fand zu ihrem üblichen überheblichen Gesichtsausdruck wieder. Sie würde er nicht loswerden, da konnte er sich noch so gut im Griff haben.

Sein kleines Friedensangebot allerdings war neu für sie. Kjetil, so wie sich Rattenkönig vorgestellt hatte, machte Merle aufeinmal verwirrend und ihr blieb kurz die Luft weg. Dieser Typ überraschte sie immer und immer wieder aufs Neue. Spannend zum einen, doch angsteinflößend zum anderen. Solche Menschen waren zwiespältig, man musste aufpassen was man ihnen sagte und was man in ihrer Nähe tat. Schnell würden sie versuchen es zu ihrem Vorteil und zum eigenen Nachteil auszuüben. Merle gib Acht. Kjetil ist gefährlich. Immer wieder sprach sie die Sätze zu sich und war nur auf den Mützenträger fixiert. Blondie war schon gar nicht mehr aktuell, doch mit seiner Nerv tötenden Stimme und den ekeligen Qualm der Zigarette, holte er sich selbst in die grausame Wirklichkeit zurück. Wäre er mal lieber dort geblieben wo er war. In der Traumwelt.

Merle bekam den ganzen Qualm der stinkenden Lunte ab und zack, war das verwirrend und überraschend zum zickigen und bösen übergesprungen. Wenn man zicken schon hasste und es ihr auch klar machte, sollte man sie nicht provozieren. Man war in erster Linie dann selber eine und benutze genau die gleichen Waffen, die man eigentlich verabscheute. Dumm war der Blonde für Merle alle Male. Nicht nur deswegen, weil er versuchte ihre Waffen zu benutzen, sondern weil er ein grundlegend anderes Thema einschlug. Tanzen. Gut und schön war es ja, aber doch nicht jetzt! Jetzt musste erst mal die Herkunft des Rattenkönigs geklärt werden und waren wir nicht gerade in der Vorstellrunde? Unerhört, so ein benehmen. Kein Wunder das der Rotzer bei ihr schon von Anfang an die rote Karte bekommen hatte. Er war noch viel zu jung für die wirkliche Welt und statt er es versuchte zu ändern, machte er lieber seine Gesundheit und die Umwelt mit diesen Glimmstängeln kaputt.

„Rauch erst mal weniger bevor du ans tanzen denkst. Du würdest doch nicht mal ein Lied durch halten, ohne das dir vorher schon die Puste ausgeht. Ist sowieso nicht gerade wachstumsfördern in deinem Alter.“


Schnippisch und schelmisch schaute sie ihn dabei an. Das musste fürs erste reichen, nun war die Ratte dran. Doch wie sollte sie reagieren? Gute Frage. Weiter provozieren oder Annehmen? Merle entschied sich für das Spiel „Gute Miene zum bösen Spiel“. Machte immer wieder Spaß und manchmal taten sich auch Abgründe auf, die einen vielleicht helfen konnten. Mal sehen ob Rattilein alias Kjetil das auch begriff.

„Mein Name ist Merle und bitte nur Merle. Ich bin nicht gerade gewillt einen Namen eines stinkenden und dreckigen Tieres anzunehmen, so wie manch einer.“

Krokant lächelte sie ihn an. Nicht bös oder gar heraus fordern. Einfach nur ein Lächeln eines hübschen Mädchens.


[Kj, Nathan/atmet tief durch, beruhigt sich, antwortet]

_________________



Nun ist sie Tante geworden. What a Face
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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   Mi Okt 12, 2011 6:21 pm

"Komm geh ein kleines Stück mit mir.
Erzähle mir noch mehr von dir.
Sag bist du stolz auf das was ist und die vergangenen Jahre?"


Als Leandro sah, dass Mila auf ihn zukam, musste er unwillkürlich etwas lächeln. Obwohl er das eigentlich nie tat. Er ließ die Arme sinken und als sie bei ihm angelangt war, wandte er sich auch schon um und lief die Straße hinab. Sie folgte ihm, Seite an Seite. Aus dem Augenwinkel warf er ihr einen Blick zu, der nicht so ganz einzuordnen war. Mila quengelte herum. So wie damals schon. Aber Leandro blieb stur. So einfach ließ er sich nicht herumkriegen. Also lief er einfach weiter, ohne ihr eine Antwort zu geben, oder irgendeine Reaktion zu zeigen. er wusste, dass sie ihm so oder so folgen würde, jetzt, wo er sie mitnahm. Aber was spielte das noch für eine Rolle? Würde er sie überhaupt jemals wiede rloswerden? Nun wenn er wollte, konnte er Frauen zwar ziemlich gut vergraulen, aber Mila schine ja recht hartnäckig zu sein. Und ebenfalls recht stur. Das konnte ja was werden.

>> Leon?! <<
Wer bitte war jetzt Leon? Leandro wandte ihr dne Blick zu und sah sie fragend an. Es dauerte eien Weile bis er verstand. Was war das jetzt? Sein Spitzname? Das er nicht lachte. Er brauchte keinen Spitznamen udn Leon passte rein gar nicht zu ihm. Leon bedeutete so viel wie "stark wie ein LÖwe" war er ein Löwe? Nein. War er stark? In welchem Sinne? Der Dunkelhaarige strafte das mädchen mit einem eisernen Blick, als sie ihn so nannte, sagte aber wiederrum nichts. Er setzte einfach seinen Weg unbeirrt fort und es shcien nichts zu geben, was ihn davon abhalten könnte.
Bei ihren letzten Worten verkniff er sich nur mit Mühe ein Lächeln. In die Disko, also. Sie mit ihm. Na wer das wohl mehr wollte. Aus dem Augenwinkel heraus sah er sie an und zumindest seine Augen schienen zu grinsen.

>> In die Disko? Du stellst Ansprüche! Aber bitte, wenn es denn sein muss! Solange du dich nicht volllaufen lässt ... <<

Er kannte genügend Leute, die nur aus diesme Grund in Diskos gingen. Allgemein würde Leandro sagen, dass er nciht mit den Leuten verkehrte, die der richtige Umgang für Mila waren. Also hatte er nur zwie Möglichkeiten. Entweder er hielt sie von diesne fern und sah damit selbst siene Kumpels nicht mehr, oder er stellte sie einander vor udn lief Gefahr, dass Mila abdriftete. Denn los wurde er sie wohl nicht mehr. Zumindest vorerst. Warum musste eigentlich immer er diese blöden Entscheidungen treffen?
Eines an der ganzen Sache jedoch war merkwürdig. Obwohl er es kaum wollte, in Milas nähe fühlte r sich wohl. Und dieses elendige Ziehen hatte fast vollkommen nachgelassen. Ob dieser irre Mann doch recht gehabt hatte.
Leandro vergrub seine Hände noch tiefer in den Hosentaschen.



{läuft mit mila die straße hinunter | denkt nach | schmunzelt | unbehaglich }
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Kjetil

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Besonderheiten : Narbe am Kinn

BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   Mo Okt 17, 2011 11:19 pm

>> When you read the news
Does it make you sick?
Murder, money, and politics
Gonna fill you up.


    Das Katzenmädchen war verständlicherweise etwas verwirrt, hielt sich aber erstaunlich gut. Der einzige Weg, sich nicht von Kjetil aus dem Konzept bringen zu lassen, war nicht zu sehr über das nachzudenken, was er sagte. Dann war man echt verloren. Denn entweder würde man dann verrückt werden oder irgendwann Kjetils Denkweise annehmen. Was so ziemlich aufs Gleiche hinauslief.

    Kurz huschte der dunkle Blick zu Nathan, der hektisch in seiner Tasche kramte. Kjetil konnte nicht verhindern, dass sich seine Stirn nachdenklich runzelte, als er die Fieberhaften Bewegungen des Jungen sah. Bewegungen, die wie von einem anderen gesteuert wurden – ja, man konnte es jetzt schon sehen. Die Sucht, die Abhängigkeit. Aber kaum einer auf der Straße entkam ihr. Über Kurz oder Lang sorgte dieses Verlangen nach Selbstzerstörung dafür, dass keiner hier allzu alt wurde. Das fing mit dem kleinen Jungen an, dessen Körper immer mehr nach Nikotin oder Alkohol verlangten… und hörte mit dem heruntergekommenen Junkie auf, der sich in irgendeiner gottverlassenen Gasse den letzten Schuss setzte.

    Aber diese Welt ging sowieso unter. Warum sollte man auf sich selbst achten, sich selbst schützen, wenn die Welt verseucht und krank war?

>> Get your bullshit fix
It's the end of the world
Grab your crucifix
And fall to your knees
And beg God please
Have mercy on me!

    Kjetils Augen wurden leer, ausdruckslos, als Nathan sich seine Zigarette ansteckte. Was ging ihn das an? Sollte der Junge mit seinem Leben machen, was er für richtig hielt. Schon so viele hatten sich vor ihm selbst zerstört. Einer mehr oder weniger machte keinen Unterschied. Das Leben war ein Spiel und wer es sich selbst vermieste, verkürzte, kaputt machte, … der war auch selbst schuld.

>> When you turn on the TV
What do you get?
Sex, lies, scandal, violence
Like the end of a gun
Pressed against your lips
It's the end of the world
Grab your crucifix
And fall to your knees
And beg God please
Have mercy on me!


    Oh ja, die Welt war verdorben und das spiegelte sich in jedem einzelnen Menschen, der auf ihr lebte, wider. Ein erneutes Lächeln schlich sich auf Kjetils Lippen. Ein anderes Lächeln, auch wenn man das nicht bemerkte, wenn man ihn nicht kannte. Es war so falsch wie eine Ratte, die sich als Katze verkleidete. Und doch undurchschaubar. Wenn etwas aussah wie eine Katze, dann war es eine Katze und nichts anderes.
    Kjetils Gedankengänge liefen in ihren gewohnten Bahnen – verwirrend und leicht bedenklich. Bedenklich in Hinsicht auf seinen psychischen Zustand. Aber das störte ihn nicht. Das war einfach… er.

>> You can ignore what you cannot see
You can believe in a lie
You can run away from anything
Until you open your eyes.

    Das Katzenmädchen hatte längst bemerkt, dass es bei ihm vorsichtig sein musste. Es schien fast, als hätte es sich ein wenig zurückgenommen – bis Nathan seinen Beitrag dazu leistete, dass die Situation wieder spannend wurde. Kjetil konnte nicht umhin, zu grinsen. Auch wenn es ein leeres, fast müdes Grinsen war.

.oO(Ach, Kleiner. Schlafende Hunde – ähm, Katzen sollte man eigentlich nicht wecken.)

    Denn der Junge musste das Katzenmädchen natürlich gerade dann wieder reizen, wenn sie ihre tödlich herablassenden Blicke mal von ihm abgewandt hatte. Förderlich war das nicht, schlau eigentlich auch nicht, aber wenigstens hatte es mehr Stil als in die Luft zu gehen. Und es war interessant, wie das Mädchen reagieren würde. Meist erfuhr am Schnellsten etwas über einen Menschen, wenn man ihm auf die Nerven ging. Und er konnte das Katzenmädchen noch nicht recht einschätzen. „Nur“ eine Zicke oder steckte mehr dahinter?
    Sie rastete mal nicht aus, aber das hatte Kjetil nicht wirklich erwartet. Jetzt setzte sie doch lieber auf ihre kühle, schnippische Art. Einen Moment lang blieb Kjetils Blick wieder auf Nathan ruhen.
    Aus einem ihm unersichtlichen Grund spielte auf einmal ein fast verträumtes Lächeln über die Züge des Jungen und verwirrte Kjetil. Moment mal – er ließ sich von nichts verwirren, niemals! Aber dieses Lächeln kam zu unvermittelt. Als wäre Nathan plötzlich ganz woanders, wie weggetreten. Beinahe so etwas wie Besorgnis blitze in Kjetils Augen auf.

>> I'm confident
but I can't pretend I wasn't terrified to meet you
I knew you could see right through me
I saw my life flash right before my very eyes…

    Dieser Junge gehörte nicht auf die Straße. Nicht mit diesem sanften Lächeln, nicht mit dieser… Unschuld. Ja, man konnte es kaum anders bezeichnen. Der Kleine würde hier draußen noch kaputt gehen. Kjetil kannte das Leben hier. Entweder man passte sich an oder man zerbrach.
    Aber – warum verdammt noch mal kümmerte es ihn so sehr, was dieses Leben mit Nathan machte?! Fast grimmig schüttelte Kjetil den Kopf und starrte von sich selbst aus dem Konzept gebracht zur Seite.

>> Kann irgendwer von euch tanzen..?

    Tanzen?
    Ein paar Bilder blitzen vor Kjetils Augen auf. Ab und zu hatte er sich in einen Club oder Ähnliches geschlichen und sich angeguckt wie sich die verzogenen, reichen Teenies zu Discomusik auf der Tanzfläche bewegten. Er hatte meist nur amüsiert zugesehen, irgendwo still im Hintergrund. Aber selbst tanzen… er tanzte manchmal im Regen. Wenn es niemand sah. Wenn die Tropfen hart auf den Asphalt schlugen, in ihrem ganz eigenen Rhythmus – dann ließ er sich manchmal dazu hinreißen.
    Seltsam, dass er noch nie so darüber nachgedacht hatte. Aber manchmal wünschte er, es würde öfter so regnen.

    Als er die Erwiderung des Katzenmädchens hörte, biss er sich auf die Lippe. Das Gleiche war ihm auch in den Sinn gekommen. Zu oft hatte er es gesehen, die Kettenraucher, die irgendwann zusammenbrachen, wenn sie ein paar Schritte laufen sollten. Dabei war es hier manchmal wichtig – lebensnotwenig – schnell laufen (sprich abhauen) zu können. Und beim Tanzen war eine Raucherlunge eben auch nicht wirklich förderlich.
    Kjetil zwang sich, nicht mehr zurück zu Nathan zu sehen und lenkte seinen Blick auf das Katzenmädchen. Es wandte sich ebenfalls wieder von dem Jungen ihm zu und lächelte kokett.
    Merle also. Den „kleinen“ Seitenhieb überhörte er geflissentlich. Stinkende, dreckende Tiere – ja, so nannten die Menschen die Ratten. So nannten sie Kjetil und andere wie er, deren Zuhause die Straße war. Aber Kjetil war stolz darauf.

    Beinahe charmant erwiderte er Merles Lächeln. Ein Lächeln, von dem niemand gedacht hätte, dass er dabei einfach gar nichts fühlte. Es war eine Maske für die Gedanken, die Kjetil in diesem Augenblick durch den Kopf gingen. Seltsame Gedanken. Seltsam deshalb, weil ein Gefühl in ihnen vorkam, das er nicht wirklich kannte. Er brauchte eine Weile, bis er es benennen konnte und jetzt huschte doch für den Bruchteil einer Sekunde Verblüffung über seine Gesichtszüge.
    Es war Sorge, die er da fühlte.
    Sorge, um einen Jungen, den er nicht kannte und der ihm egal sein konnte.

.oO(Alter, was soll der Mist? Konzentrier dich erst mal auf das Mädchen, klar? Sag was Lässiges oder Dummes oder Verwirrendes. So wie immer.)

    Aber Kjetils Blick glitt zurück zu Nathan und blieb dort hängen.
    Was machte der Junge hier? Bei dem Mädchen konnte er es noch besser verstehen. Merle passte ganz gut hierher. Auf der Straße musste man sich behaupten können und gleichzeitig wissen, wann man besser nachgab und vorsichtig war. Nathan war noch unerfahrener. Ja, er hatte schon einiges gelernt. Aber alleine zurechtkommen? Außerdem war er noch verdammt jung, um alleine auf der Straße zu leben. Oder täuschte das? Wie alt der Kleine wohl wahr? Und war er überhaupt alleine?
    Gott, warum machte Kjetil sich darüber Gedanken?!

>> Turn Around
Turn Around and fix your eye in my direction
So there is a connection
I can't speak
I can't make a sound to somehow capture your attention.

„Ich denke nicht, dass ich so der begnadete Tänzer bin…“

    Ein leises, aber eher freudloses Lachen kam Kjetil über die Lippen.

„Bisher hat mir nur der Regen dabei zugesehen. Und der hat mir nicht verraten, wie er’s findet.“

    Oh ja, eine wahrte Kjetil-Aussage.
    Kurz blickte er noch Nathan an, dann schweifte der dunkle, aber irgendwie leere Blick zu Merle zurück, während er das Lächeln nicht mehr aufrecht erhalten konnte. Eher müde nickte er ihr zu.

„Freut mich übrigens immer, mal den Namen von jemandem zu erfahren, von dem man schon professionell angemurrt wurde… Merle.“

    Dann starrte er wieder zur Seite. Richtig untypisch. Eigentlich würde er jetzt einen merkwürdigen Smalltalk beginnen, aber dazu hatte er im Moment nicht die geringste Lust. Ohne dass er es verhindern konnte, streifte sein Blick wieder Nathan.
    Tanzen. Was genau ging nur im Kopf des Jungen vor…?


>> I'm staring at perfection
Take a look at me so you can see
How beautiful you are…

.oO(WAS?! Hallo, was soll das??)

    Geschockt hatte Kjetil die Augen aufgerissen. Ja, dieser Gedanke war ihm gerade durch den Kopf gegangen. Aber… aber…!

Take a look at me so you can see… how beautiful you are.

.oO(Verdammt…)




[Nathan/Merle || redet || viele Gedanken, selbst verwirrt/geschockt davon]
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Jesse

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Größe : 1,80 cm
Gewicht : 75 kg
Besonderheiten : stumpfer Bleistift, mit dem er viel spielt

BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   Do Okt 27, 2011 6:41 pm

Welcome to my life, you see it is not easy
but I am do it allright.
Welcome to my dream, it´s the only one, who needs me
and stays right by my side.
Welcome to my wonderland


Es war ein Lied von Sunrise Avenue, das Jesse in diesem Moment durch den Kopf ging. Der Morgen war schon vorangeschritten, aber noch immer war es trüb und nieselig.
Der blonde Junge selbst lief schon eine ganzen Weile mit gesenktem Kopf still vor sich hin durch die erwachende Stadt. Wie oft war er hier schon entlanggegangen und hatte nicht einmal wirklich darauf geachtet, wohin er überhaupt lief.
Auch heute war es nicht anders. Bereits in den frühen Morgenstunden hatte Jesse das Heim verlassen. In seinem Zimmer war er sich eingesperrt und beengt vorgekommen. Fast reflexartig war er vor den immer näher kommenden Wänden geflohen.
Wenn Menschen mit ihm sprachen fragten sie ihn immer, wie es ihm in seinem „Neuen Zuhause“ nun ging, aber für den Jungen war das Heim kein Zuhause. Immer öfter floh er vor dem Gebäude, das ihm mittlerweile doch vertraut geworden war. Es fehlte ein Gefühl von Wärme und Geborgenheit, das für Jesse unzerstörbar mit Heimat verbunden war.
Einmal mehr schlich sich der Gedanke in seinen Kopf, einfach nicht mehr zurück zu kehren. Seit seinem Geburtstag -der noch nicht all zu lange zurücklag- war Jesse frei. Zwei Jahre lang hatte er sich wie ein Tier im Käfig gefühlt und nun, da er endlich tun und lassen konnte, was immer er wollte zögerte er. Warum eigentlich?
Ja, warum?

Wie von selbst trugen ihn seine Schritte weiter und der Stift in seiner Hand rotierte wild zwischen den Fingern hin und her. Jesse hatte das Heim schon weit hinter sich gelassen, sowohl auf seinem Spaziergang, wie auch mental.
Nach einer Weile wurden vor ihm Stimmen laut...sie erinnerten ihn... und zum ersten Mal schaute er sich bewusst um, wo er sich überhaupt befand.
Weiße Fassaden glänzten von oben herab auf ihn hernieder und die großen Fenster schienen ihn ebenso spöttisch zu mustern, wie die penibel gestutzte Rasenfläche.
War er wirklich so weit gelaufen, dass er an das Viertel der Schönen und Reichen gelangt war?

Menschen, die so viel Geld haben, dass es ihnen nichts mehr bedeutet, sinnierte er und wandte den Blick von den verschnörkselten Häusern ab.
Einen kurzen Moment waren in seinem Kopf Bilder aufgeblitzt, als er die Menschenmenge gehört hatte.

little child, try to cry enough,
how can I explain, the fear you feal inside
cause you were born, into the civil war,
where men is killing men and no one knows just why


Kurze Einschnitte von einer aufgebrachten Menge, das Lärmen von Sirenen, sirrende, nervtötende Stimmen an seinem Ohr. Momente in denen er sich nichts sehnlicher gewünscht hatte als einen Augenblick der Ruhe.
Der Stift fiel Jesse aus der Hand und er landete abrupt wieder im Hier und Jetzt. Mit einem entnervten Seufzen hob er den Bleistift wieder auf und drehte ihn erneut zwischen den Fingern hin und her. Dafür, dass er andauernd mit einem Stift in der Hand durch die Gegend rannte zeichnete er viel zu wenig. Zu viele wertvolle Momente waren vergangen und er hatte sie doch nicht festhalten können.
Wie ferngesteuert bewegte der Junge sich auf die Menge zu, langsam fast wie in Zeitlupe schob er sich durch die aufgeregte Masse, die sich langsam von den Häusern wegbewegte. Er konnte noch immer nichts sehen außer einem teuren Haus wie jedem anderen, das seine Aufmerksamkeit in Anspruch nahm. Die Masse zerstreute sich langsam, aber Jesse blieb noch immer an Ort und Stelle stehen. Das anhaltende Gemurmel der Menge verstummte und er schloss erleichtert die Augen. Jedoch nicht lange, denn hinter dem Haus glaubte er, erneut eine Stimme wahrzunehmen.
Auch wenn Jesse gelernt hatte, dass Leben etwas war, womit man nicht leichtsinnig umgehen sollte war er dennoch neugierig. Die Stimmen hatten, auch wenn er nicht verstand, was gesagt wurde, einen besorgten Unterton, der ihn aufhorchen ließ.
Vorsichtig schlich sich der Junge an dem gestutzten Rasen entlang vorbei auf die andere Seite des Hauses. An die Wand gepresst hielt er einen Moment inne.
Unter einem Baum saßen ein Mann, älter als er selbst und ein Mädchen. Ersterer sprach und hielt eine Flasche Wasser in der Hand.
Die Worte waren nun deutlicher zu verstehen, aber Jesse wurde nicht schlau aus ihnen. Mit gerunzelter Stirn hörte er zu. Es war einfacher, einen Text zu übersetzen, aus welcher Sprache auch immer, als sich von Wortfetzen einen Sinnzusammenhang zu bilden.
Jedoch sprachen Mimik und Gestik des Mannes für Jesse Bände. Dies war nicht einfach nur Mimikry, mit der er versuchte, die Situation zu verdeutlichen. Offenbar ging es den beiden um mehr als nur ein bisschen Fun nach der Arbeit.
Eigentlich hatte Jesse vorgehabt, wieder zurück zu kehren, sich in seinem Zimmer einzusperren und endlich seinen Kram zusammen zu packen. Einfach zu verschwinden, vielleicht in ein anderes Land, auf einen anderen Kontinent, oder sonst wohin. Einfach weit weit weg und irgendwo von vorne anfangen. Wie oft hatte er sich dies schon vorgenommen? Zu oft und immer wieder hatte er es verschoben. Es war ja nicht so, als ob an seinem Leben der vergangenen zwei Jahre viele gute Erinnerungen hingen. Es gab nicht einmal Freunde, an denen ihm etwas lag. Es war allein das Gefühl, als würde er mit seinem Wegzug irgendwie die Erinnerung an sein Leben verlieren wie es einmal gewesen war.
Ob er sich auf einem anderen Kontinent noch genauso lebhaft vorstellen konnte, wie es gewesen war, zu verreisen, oder einfach nur zu leben, in der Zeit, in der sein Leben noch völlig in Ordnung gewesen war?
Der gesamte Prozess der Trauer, den er durchgemacht hatte hatte er doch hier verbracht. Einfach zu gehen würde diese mühsam errichtete innere Fassade möglicherweise wieder einstürzen lassen.
Mit diesem Gedanken drehte Jesse sich um und schlich zurück. Er brauchte etwas alltägliches um sich herum, etwas das jeder andere ebenso gut machen konnte wie er.
Es tat einen lauten Ratsch und Jesse hielt ruckartig inne. Seine Jacke war an dem dornenbesetzten Ast einer Hecke hängen geblieben. Ein riesiges Loch prangte auf der Vorderseite.
Fuck!, fluchte er, nicht besonders leise. Sogar der Stift in seiner Hand ruhte, als er sich zögerlich umdrehte. Die beiden mussten ihn gehört haben.
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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   Mo Okt 31, 2011 9:41 am

"Leon, ja. Oder magst du es nicht, wenn ich dich so nenne?"

In Mila's Stimme schwang eindeutig die Belustigung mit. Sie strich sich die braunen Haare aus den Augen und grinste ihn an. Sie hatte Spaß daran, mit ihm herumzustreiten, das merkte man ihr genau an. Es war, als würde sie jetzt endlich den Platz gefunden haben, den sie schon lange gesucht hatte. Es schien ihr wie ein Traum. Sie würde es vor ihm, diesem skrupellosen geheimnisvollen Leandro, niemals zugeben, aber insgeheim war ihr natürlich klar, dass es nur an ihm liegen konnte. Warum konnte sie selbst nicht sagen, aber es war so.

Als er auf ihren Vorschlag, in die Disko zu gehen, einging, schien er alles andere als begeistert. Milas Stirn legte sich in Falten. Dort hatten sie sich kennen gelernt, und wann immer sie sich dort getroffen hatten, schien es, als würde er es genießen. War doch so. Sie kannte ihn gut genug, um so etwas zu bestimmen, oder nicht? Doch, sie war sich sicher. Oder auch nicht. Sie seufzte leise, so, dass es sich mehr nach einem lauten Ausatmen anhörte, als nach einem Seufzen.

"Wie gesagt, wir müssen nicht dahin, wenn du nicht magst. Außerdem werde ich dort meine Freunde sehen, die könnten meinen Eltern dann was erzählen. Also nicht, OK. Hast du sonst eine Idee, was wir machen könnten?"

Sie ließ nicht locker und das würde sie auch so schnell nicht tun. Sie war hier, um endlich wieder frei zu sein, und dafür brauchte sie diesen dunkelhaarigen Mistkerl. Er würde sie nicht vergraulen. Sie ließ sich nicht mehr kleinkriegen. Sie war doch kein Baby mehr. Allerdings hieße das, dass sie auch allein klar kommen würde. Und was war, wenn sie gar nicht allein zurechtkommen wollte? Wenn sie mit Leandro zusammen sein wollte? Das war völliger Quatsch, eigentlich, aber nicht auszuschließen.
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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   Mo Okt 31, 2011 3:58 pm

    Das Mädchen ihm gegenüber war in sich zusammengesackt, aber ihre Atmung war regelmäßig und kräftig. Sie schien in Ohnmacht gefallen zu sein.
    Sicherheitshalber blieb er trotzdem vor ihr sitzen und hielt die Wasserflasche fest, als würde diese den Moment festhalten, als wäre sie das Lebenselexier für das Mädchen, dessen Namen er immer noch nicht kannte und wohl auch so schnell nicht erfahren würde.

    Jack seufzte und ließ den Kopf hängen, die Meute vor dem Haus kam zum Glück nicht auf die Idee, dass der Typ, der dem anderen die Nase gebrochen hatte, hinter dem Haus hockte.
    Sein Blick schweifte über die Umgebung und er stellte fest, dass sie hier schon relativ sicher saßen. Und prompt, als er nicht auf das Mädel achtete, wurde sie wohl wach, denn sie seufzte leise.
    Somit war seine volle Aufmerksamkeit wieder auf sie gerichtet, dass er nicht mitbekam, dass ein junger Mann ein Stück von ihnen entfernt die Szenerie betrat.

    Doch das Mädel murmelte nur unzusammenhängende Dinge und was er verstand war nur, dass sie allein sein wollte.
    So nickte er, stellte ihr die Flasche vor die Füße und stand auf. Genau in diesem Moment hörte er ein lautes Geräusch, als würde etwas reißen. Jack drehte sich um und sah einen jungen Mann mit wuscheligen Haaren, der sich zögerlich und vielleicht auch etwas ängstlich umdrehte. Wobei er sich bei letzterem auch täuschen konnte.

    Er selbst hatte sich nun voll aufgerichtet, machte sich den Dreck von der Hose und seinem Hemd, bevor er sich auf den Weg zu dem Geräuschemacher begab.
    Sein Lächeln war höflich, aber sonst schwer zu deuten. Als er bei dem Mann ankam, half er ihm, die Jacke von en Dornen abzubekommen und schob ihn höflich von dem Busch weg.

    ”Du solltest hier nicht so ein Krach veranstalten. Die Meute dort vorne ist auf Leute wie uns nicht so gut zu sprechen.”

    Dann führte er ihn etwas abseits von der Straße, wo sich die Menge allerdings schon auflöste. Nun war er aber gespannt, ob der junge Mann sich schnell vom Acker machte, oder ihn ausfragte, oder warum er ihnen überhaupt hinterher spioniert hatte…

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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   Mo Okt 31, 2011 10:17 pm

I´ve been watching
I´ve been waiting
in the shadows

Jesse war erstarrt und verharrte reglos an der Stelle, als der Mann aufstand und auf ihn zugelaufen kam. Als er direkt vor dem Jungen stand überragte er diesen um gut zehn Zentimeter. Jesse war nicht wohl dabei, zu jemandem aufsehen zu müssen und automatisch bekam sein Blick einen Hauch von Unsicherheit.
Doch trotz aller Befürchtungen schien der Mann weder besonders überrascht noch wütend zu sein.
Mit einem freundlichen Lächeln half er Jesse, seine Jacke aus dem Gestrüpp zu befreien. Jesse nahm die Hilfe dankbar an und zog sich die kaputte Jacke wieder über.

Leute wie uns?, fragte er etwas verwirrt. Er wusste nicht, worauf der Mann hinaus wollte. Er war nur ein Waise, der das Leben im Heim so gut wie satt hatte...und dennoch nicht den Mut aufbrachte, zu verschwinden.
Was meinst du damit?

Ich will endlich wieder echten Boden spürn
mich wird nichts und niemand in die Irre führn
ich glaub kein Wort, das man mir sagt

So wie es aussah war der Mann in ziemlich unschöne Dinge verwickelt, wenn er sich mit der Frau hinter einem dieser Häuser verstecken musste, um nicht von dem Mob gefunden zu werden. Jesse zögerte, die Frage zu stellen, der Mann wirkte weder feindselig, noch wie der typische Massenmörder, aber Jesse hatte davon ja eher weniger Ahnung. Leicht nervös fuhr er sich durch die Haare und trat von einem Fuß auf den anderen, während er mit dem Mann zur Straße zurückkehrte.

Was ist eigentlich mit deiner Freundin?, fragte er, als ihm auffiel, dass die Frau nicht mit ihnen gekommen war. Zögerlich warf er einen Blick zurück und stellte fest, dass besagte Freundin noch immer unter dem Baum saß. Kopfschüttelnd drehte Jesse sich wieder zu dem Mann um.

Ich bin übrigens Jesse, stellte er sich nachträglich vor, und das mit den Dornen tut mir leid, ist ja nicht so, als wäre ich absichtlich aufgetaucht.

Er zuckte entschuldigend mit den Schultern und verfluchte sich innerlich für seine Dummheit.
Der Stift in seiner Hand bewegte sich schneller denn je und Jesse starrte auf den Boden.

I don´t wanna grow up
I don´t wanna do that!

Jesse fragte sich, ob es nicht doch besser war, einfach wieder zurück zu gehen, wie es sein ursprünglicher Plan gewesen war. Wenn er jetzt umdrehte konnte er einfach sein Leben weiterleben wie bisher. Ein Leben, von dem er es aus irgendeinem Grund nicht schaffte, es zu ändern. Egal wie sehr er es auch versuchte, es gelang ihm einfach nicht, zu vergessen und alles hinter sich zu lassen. Seit Jahren schon streifte er einsam durch die Welt und fragte sich doch immer wieder, wann die Zeit für einen Neuanfang gekommen war.
Wenn er so weitermachte wie bisher würde er niemals so alltägliche Dinge tun, wie ein Haus zu kaufen, eine Familie zu gründen, regelmäßig zur Arbeit zu gehen, eine Katze oder einen Hund zu kaufen. Lauter Dinge, die für die meisten Menschen noch normal waren. Er jedoch würde immer wieder verfolgt werden von dem, was seine Vergangenheit geprägt hatte.
Vielleicht war das der einzige Grund, weshalb Jesse jetzt nicht weglief, der Wunsch, einmal etwas zu erleben, was ihm nicht jeden Tag vorgeschrieben wurde, dass er jetzt hierblieb und mit dem fremden Mann redete. Einem Mann, der möglicherweise auch etwas getan hatte, was die Menge vor dem Haus erklärte.

[Versteht Jack nicht//fragt nach Freya//Stellt sich vor//entschuldigt sich//will Neues erleben]
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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   Sa Nov 12, 2011 9:01 pm

- * When they know they are your heart
And you know you are their armour


Nathan blickte die beiden missmutig an. Ein absolut blöder Tag. Sein Blick wanderte zu Kjetil, es sah ihn an. Dieser Typ war so verdammt faszinierend! Und die.. na ya, die Zicke die da stand nervte. Verdammt hatte er jetzt schlechte Laune. Nur die Choreographie war jetzt wichtig, und zwar wirklich! Wie konnten die beiden so etwas einfach ignorieren? Er schüttelte den Kopf, seine Miene wurde von Sekunde zu Sekunde grimmiger. Grimmiger, böser, schlecht gelaunter, weicher. Weicher? Irritiert öffnete er die Augen, die sich irgendwie automatisch geschlossen hatten. Die Zigarette in seiner Hand zog sich langsam von selbst weg und er starrte sie bloß an. Sein Blick so fern, so konzentriert und dennoch unwirklich. Er war ein einer anderen Welt, irgendwo, nur nicht hier.
Er konnte den stumpfen Blick Kjetils beinahe fühlen, so sehr sehnte er sich plötzlich nach ihm. Spürte, dass der junge Mann irgendwie besorgt war. Es war komisch, aber darüber freute er sich, denn tief in seinem Herzen hoffte er, dass der Dunkelhaarige sich wegen ihm sorgte. Vielleicht fragte er sich, was man in diesem Alter alleine hier tat, hier auf der Straße.
Es war komisch einfach nur hier zu stehen und nicht an dem Gespräch beteiligt zu sein. Unsinnig. Was wollte er hier? Der dumme Satz von Merle der an ihn ging, war vollkommen überflüssig, wie er fand.

„Jede Wette ich schaffe länger als ein Lied und vor allem länger als DU!“

Knurrte er ungehalten. Sie nervte ihn. Natürlich schaffte er ein Lied! War ja nicht so, dass er täglich mehrmals eins durchtanzte.. Klar, er spürte wie er langsam aber sicher unsportlicher wurde, aber noch machte sein Körper genau das, was er sollte, auch mit Teer und Nikotin in der Lunge.
Kjetil.. sein Blick schwenkte zu dem älteren Typ, blieb auf ihm hängen.. warum schlug sein Herz so schnell? Er kaute auf seiner Lippe rum. Warum nur?
Er brauchte was, irgendwas Stärkeres.. Jetzt! Nicht, dass er jemals gekifft hatte, aber plötzlich wollte er es. Plötzlich wollte er vergessen. Drogen nehmen, sich ritzen, Pulsadern auf. Irgendwas. Kiffen ging auch so, aber nicht Pulsadern.. er musste dringend weg von hier!


- * ich strauchel, fall hin, lieg im Staub
das Grauen streckt seine Klauen aus
oh, weck mich aus meinem Albtraum auf


Ein Messer hatte er, wobei Scherben natürlich besser waren. Scherben hatten etwas dramatischeres, Scherben wirkten besser. Es sah schöner aus, wenn sich das Blut auf der Scherbe sammelte, die Scherbe rot leuchtete, wenn man sie ins Licht hielt. Überhaupt war es unauffälliger, eine Scherbe in der Hand zu halten. Ein beinahe übersehbares Lächeln stahl sich auf seine Mundwinkel, er lachte freudlos, während seine Augen leer in die Luft starrten. Was sollte er hier? Ein Verrückter und Ausgestoßener, unwissend was er in dieser dreckigen Welt verloren hatte und ohne Handlinien. Was hatte er hier verloren..? Nichts.

- * I become so numb
I can’t feel you there
Become so tired
So much more away


oO( SCHEIßE! )
Ein stiller Schrei, einer, den nur er selbst hören konnte. Vielleicht hätte Kjetil es auch gehört, wenn er nur gewollt hätte, vielleicht hätte er nicht das böse Wort, sondern den Hilflosen Schrei gehört. Vielleicht, wenn er nur wollte..
Beinahe wie von selbst wanderte Nathans Blick über den Boden, kehrte zurück und sah scharf. Überall lagen Scherben, die ganze Straße war voller Scherben, aber gab es passende..? Nicht zu klein, an den Seiten nicht rund wie bei einem Marmeladenglas. Am besten wäre es, wenn es an der Schnittkannte leicht hochginge. So direkt an der Bruchstelle wurde er manchmal nach oben hin etwas dicker, genau dann waren sie gut, denn genau dann hatten sie eine vernünftige Spitze. Die kleinen konnte man vergessen, da konnte man sich auch gleich mit nem Stein kratzen, aber die größeren.. Er brauchte irgendwas, jetzt!
Automatisch bewegte seine Hand sich an den Mund, er holte so tief Luft wie er konnte. Runter, er musste runter kommen, und zwar sofort! Augen schließen, durchatmen, konzentrieren. Auf was..? Wolken, Wolken in einem Sturm. Wie sie hin und her geschleudert wurden, wie sie tanzten und wirbelten. Dunkel, so dunkel grau wie die Nacht. Fast zumindest. Er war mit seiner Konzentration da, vollkommen. Tanzende und schwingende Wolken, der Wind spielte mit ihnen. Tanzende Wolken.. Ein Plitschen, ein Platschen, ein Klirren. Das Glas zertrümmerte auf dem Boden, die Scherben waren perfekt, so perfekt…

oO( Verdammt, konzentrier dich, man!)

fallender Regen. Ein Platschen, das Wasser traf auf Stein, auf Erde, Auf Menschen. Tropfen so zart und klein, kaum auffällig. Wasser konnte fliegen, oder besser gesagt fallen. Wasser konnte es. Er auch. Er brauchte dafür eine Scherbe, eine recht große, ansetzen, am besten an der Schlagader, die durch das rechte Handgelenk führte. Ein leichter Schnitt, es musste nicht einmal richtig zudrücken, und dann würde das Blut fließen. Dunkel und rot würde es über seine helle Haut laufen..

„Aaah!!“

Ein unkontrollierter Schrei, laut dieses Mal. Die Zigarette fiel ihm aus der Hand, er krümmte sich zusammen. Er wurde bekloppt, er drehte vollkommen durch!! Zitternd hockte er da, schlang die Arme um die angezogenen Knie und kniff die Augen zusammen. Er durfte nicht.. musste an was anderes denken. Nur an was anderes..


- * I’ve given up
I’m sick of feeling
Is there’s nothing you can say?


Ein leises Wimmern verließ seine Kehle. Er musste hier einfach nur weg! Doch seine Beine wollten nicht, er fühlte sich schwer wie Blei. Sterben, alles loslassen. Was das nicht ein guter Plan? Einfach alles gehen lassen, alles, selbst fliegen, fallen. Wie Regen.

- * Tell me what the fuck ist wrong with me!


Einfach nur loslassen. Alles vergessen. Vergessen, dass er sich nach Kjetil sehnte. Vergessen, dass er gerne seinen Arm um die Schultern hätte, von ihm gestützt werden wollte. Ihm war so schlecht und in seinem Kopf sah er nur das Bild der Scherben…

„Halt mich..

Flüsterte er verzweifelt. Seine Augen schlossen sich von alleine. War das ein Absturz? Er wusste es nicht.

„Halt mich.. ich falle..“

Wie ein Regentropfen…


{ bei Merle & Kjetil auf der Straße }
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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   Mo Nov 14, 2011 7:02 pm

"Bye,Bye history. I write my new story"


Mit Mila war eigentlich immer alles recht schön gewesen. Sie hatten immer eine Menge Spaß zusammen gehabt. hatten herumgeblödelt und irgendwie hatte er auch begonnen sie zu mögen. Nun, irgendwie. Er warf ihr einen nachdenklichen Seitenblick zu. Dieses Mädchen, dass er doch so kaum kannte und in deren Nähe er sich doch so wohl fühlte. Auch wenn er es nicht offen kund getan hätte, los werden wollte er sie eigentlich nciht. Auch wenn er wusste, dass das, was sie hier taten das Falsche war. Doch manchmal musste man Fehler begehen um aus ihnen lernen zu können. Aber wenn dieser Fehler zu fatal war? Oder dessen Folgen?
Aber ihm war das jetzt egal. Und wenn schon, dann gingen sie halt in die Dico. Oder auch nicht, das spielte doch eigentlich alles keine wirklich Rolle mehr. Hauptsache sie warend endlich frei.

"Wie wäre es mit fliegen?"

Seine Züge umspielte jetzt zum ersten Mal ein Lächeln. Leandro nahm Milas Hand und lief los. Immer schneller, zog er sie hinter sich her. Bis sie schließlich in den Gassen der Stadt verschwunden waren. Abgetaucht. Einmal wieder. Diesmal gemeinsam. Vielleicht für immer.
Wer wusste so wann sie wieder Luft holen würden udn auftauchten.


{rausgeplayt}


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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   Di Nov 15, 2011 10:29 am

Als weder die Schwarzhaarige, noch der Typ Anstalten machten zu antworten wurde es Maya zu bunt. Einen winzigen Augenblick wartete sie noch ab, aber die beiden schienen sich irgendwie mit Blicken zu unterhalten. Ein Gespräch aus dem Maya wohl ausgeschlossen war.
Auch das seltsame Gefühl zu bleiben war verschwunden und so verschwendete sie keinen Blick mehr auf die beiden Menschen, die wie Statuen hinter ihr zurück blieben und hastete um die nächste Hausecke.

Would you run, and never look back?

Sowie Maya niemanden mehr hinter sich sah hatte sie den Blonden und die Schwarzhaarige auch schon wieder vergessen. Einen Moment spielte sie mit dem Gedanken, zurück zu ihrem Häuschen zu gehen und nach Joker zu sehen. Der weiße Rüde würde sich bestimmt freuen, wenn sie ein bisschen mit ihm spazieren ging.

Sometimes I feel like my only friend
is the city I live
the city of angels
lonely as I


Aber eigentlich wollte Maya jetzt allein sein. Nachdem sie sich vergewissert hatte, dass ihr niemand folgte bog sie in eine andere Seitengasse ab. Sie wusste, dass diese zum Park führte, denn auf einer der vielen Bänke dort hatte sie bereits des öfteren eine Nacht verbracht.
Obwohl sie jetzt langsamer lief ging Mayas Atem weiterhin unruhig und immer wieder wanderte ihr Blick zurück, als suche sie jemanden in den Eingängen der Häuser. Es fühlte sich einfach an, als wäre jemand hinter ihr. Jemand, der da nicht sein sollte und dieses ungute Gefühl ließ ihr Schauer über den Rücken rieseln und sie frösteln.

Verdammt noch mal, da ist niemand!

Redete sie sich ein, glaubte aber nicht recht daran. Maya war nicht besonders gut darin, sich selbst etwas weiß zu machen.

Auf den ersten Blick sieht man nicht,
dass er genau wie du und ich,
noch nicht angekommen ist
und dass er eigentlich
nur den Weg nach Hause sucht


Die Paranoia hielt an, selbst dann noch, als Maya die ärmlichen Häuser und Hütten endlich hinter sich gelassen hatte. Der Park, der sich vor ihr ausbreitete war ebenfalls keine nennenswert schöne Gegend. Leicht verdorrtes bräunliches Gras, kein Spielplatz in Sicht, wie ihn wohlhabendere Kinder gerne besuchten. Nur einige unheimlich geformte Bäume, verwachsene Büsche und einsturzgefährdete Bänke.
Es gab nur einen wesentlichen Unterschied zwischen dem Park und den einsamen Häusern und Straßen: Hier konnte man die Sonne sehen.
Während die Straßen in dichtem Nebel versunken waren schien hier die gelbe Sonne herrlich warm vom Himmel und verlieh dem Park tatsächlich das Ambiente eines echten Stück Natur. Maya schlenderte langsam über die Wiese und genoss die Sonnenstrahlen auf ihrem Gesicht. Ihre Füße bildeten eine Furche in den herabgefallenen Blättern, aber das fiel ihr gar nicht wirklich auf.

I am sailing, I am sailing
home again
I am sailing, stormy waters
to be near you
to be free


Ausnahmsweise einmal dachte Maya nicht daran, dass auch Timo es geliebt hatte, im Herbst durch den Park zu laufen. Wie lange er gebettelt hatte, bis jemand mit ihm nach draußen ging. Heute einmal war ihr Kopf mit rein gar nichts gefüllt, was ihr Sorgen bereitete.
Zuerst hatte sie geglaubt, der Park wäre leer, als sich ein leises lächeln über ihren Gesichtszügen ausbreitete. Es fühlte sich fremd an, aber nicht falsch.
Erst, als sie weiterlief bemerkte sie die beiden Menschen, die da am Boden langen. Der Wind wehte Teile ihres Gespräches zu ihr, aber zu wenig, als dass sie verstehen konnte, worum es ging.
Plötzlich stand der Mann auf, redete weiter. Aber Maya bemerkte das Messer, dass er in der Hand hatte. Es erschreckte sie eigentlich nicht. Viele Menschen hatten Messer bei sich.
Eigentlich war sie hierher gekommen, um allein zu sein, aber auf einmal wurde Maya klar, dass sie schon viel zu lange allein gewesen war. Die gesamten letzten Jahre hatte sie sich in einem Schneckenhaus der Einsamkeit zurückgezogen, ohne irgendjemandem Gegenüber freundlich oder entgegenkommend zu sein. War dies vielleicht der richtige Moment, das zu ändern? Hier in der Natur und unter dieser wunderbar strahlenden Sonne?
Maya war sich nicht sicher, ob es tatsächlich der richtige Augenblick war, aber einen Versuch war es wert und so schlenderte sie betont langsam auf die beiden zu, darauf bedacht, dass es wirkte, als wäre sie zufällig hier vorbei gekommen.

Hi!

Sagte sie und blieb stehen. Gespannt wanderte ihr Blick über den Messermann und das Mädchen neben ihm, als sie auf ihre Reaktion wartete.


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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   So Nov 20, 2011 3:22 pm

    Für Jack war es äußerst ungewohnt, andere Menschen so weit zu überragen. Vor allen Dingen Männer. Doch dieser Junge Mann vor ihm war bestimmt zehn Zentimeter kleiner als er selbst! Faszinierend. Während er so an der Jacke rumpulte, schien der Mann vor ihm unsicher zu ihm aufzuschauen, was er ihm aber nicht verübeln konnte, war er doch nun zwar nicht sonderlich kräftig, aber größer und somit sicherlich eindrucksvoll.
    Jack gab ihm die Jacke, die auch dankbar angenommen wurde und gleich wieder angezogen wurde, nun allerdings kaputt. Nun, was soll´s. Was war heutzutage nicht kaputt?

    Nun schien Jack aber etwas gesagt zu haben, dass seinen Gegenüber nicht nur verwirrte sondern auch verunsicherte. Leute wie uns.
    Er schaute zu seinem Gegenüber und wägte ab, was er jetzt antworten könnte, ohne ihn noch mehr zu verunsichern und/oder als verrückt abgestempelt zu werden.

    ”Na offensichtlich keine Leute, die hier wohnen könnten, oder etwa doch?”

    Damit schob er ihn höflich ein Stück weiter, weg vom Haus, weg von der Gefahr des weiteren wiederholten Aufstands.
    Sie waren nun zur Straße zurück gekehrt und der junge Mann wirkte unsicher, trat von einem Fuß auf den anderen und schaute fragend zu dem Mädchen zurück. Das allerdings konnte Jack nun wirklich verstehen,

    ”Sie ist nicht meine Freundin. Wegen ihr war der Aufstand. Sie ist einem Musiker in die Arme gelaufen, der das gar nicht lustig fand. Ich hab ihm ausversehen die Nase gebrochen. Leider kamen dann noch ein paar mehr von seinen Kumpanen und da bin dann selbst ich allein machtlos. Uns blieb also nur die Flucht. Sie ist aber wieder auf dem Dampfer und wollte allein sein. Und einer Dame schlägt man keinen Wunsch ab, oder nicht?”

    Antwortete Jack ausführlich und immer noch mit einem halben Lächeln im Gesicht. Dieser unsichere Bursche war ihm sympathisch.
    Nun stellte er sich von allein vor. Jesse. Und es täte ihm leid. Das mit den Dornen.
    Jack nickte und lachte leise auf.

    ”Das kann ich mir gut vorstellen, dass du das nicht mit Absicht gemacht hast. Aber erlaube mir die Frage, Jesse. Was machst du hier? Also in dieser Gegend. Gehörst du hier hin?”

    Er wollte ihm jetzt nicht direkt auf die Nase binden, dass er sich das nicht vorstellen konnte… jedoch. Fragen durfte man doch aber.
    Dann erst fiel ihm auf, wie unhöflich er war.

    ”Entschuldige. Jack. Mein Name ist Jack.”

    Warf er also noch ein, bevor er sich eine Zigarette aus dem zerbeulten Päckchen pulte und sich ansteckte.
    Sie hatten nun, nicht gerade im Laufschritt, aber auch nicht langsam, einen kleinen Park erreicht, in dem man sich gut erstmal entspannen konnte nach der vorangegangenen Situation.


    [mit Jesse weg von der Straße, in einen kleinen Park]
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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   So Nov 20, 2011 6:33 pm

Natürlich, nickte Jesse und kam sich vor wie der letzte Trottel, weil er nicht verstanden hatte, was der Mann mit Leute wie uns gemeint hatte.
Nein, ich wohne nicht hier, sagte er und sein Mund bildete eine harte Linie. Auch wenn der Mann freundlich wirkte ging es ihn nichts an, wo Jesse wohnte und wie er dorthin gekommen war.
Wenn er geantwortet hätte, dass er im Heim wohnte hätte der Mann ihn bestimmt für irgendeinen asozialen Verrückten gehalten, der sein Leben nicht auf die Reihe bekam und dann lieber in irgendeinem Heim kampierte, anstatt auf der Straße. Natürlich müsste er dafür dann auch vorbestraft sein und möglicherweise irgendwo seine Sozialstunden abarbeiten. Nein danke!

Life, for now, I’ve come to fear
You’ve dropped me off and left me here
With nothing here to find my way

Der Fremde schien Jesses unangenehme Gedanken nicht zu bemerkten und beantwortete stattdessen seine zweite Frage. Die Antwort klärte einiges, vor allem den Menschenauflauf vor dem Gebäude und das Versteckspiel hinter dem Haus.
Jesse lächelte schüchtern und ließ sich von dem Mann weiterschieben. Seinen Stift hatte er mittlerweile hinter ein Ohr gesteckt, während er mit den Händen in den Hosentaschen weiterlief.

Keine Ahnung, warum ich hier bin, antwortete er wahrheitsgemäß,ich bin einfach gelaufen und irgendwann eben hier gelandet. Und dann hab ich die Menschen gesehen...
Wieder ließ Jesse den Teil aus, als er es nicht mehr in seinem Zimmer ausgehalten hatte. Er war es gewohnt zu reisen, von einem Ort zum anderen, nirgendwo einen Ort tatsächlich als Heimat zu empfinden. Jesse war dort Zuhause, wo die Menschen waren, an denen ihm etwas lag. Ein einheitlicher Ort spielte da keine große Rolle.

Well, I'm not gonna leave this place,
til I have found where I am from
and I've reached the Fatherland
There's a light that I always see,
just before I sleep

Die Tatsache, dass er zu lange, länger als je zuvor an einem Ort verweilte, gab ihm das Gefühl, dass etwas grundlegend nicht in Ordnung war. Was zwar der Wahrheit entsprach, aber dennoch. Seit zwei Jahren verfolgte es ihn nun schon, das Gefühl, nicht hierher zu gehören und nichts was er tat änderte auch nur ein Quäntchen daran. Oder an dem Wahrheitsgehalt. Er gehörte nicht hierher. Jesse fühlte sich wohler, wenn er in Bewegung war, unterwegs um etwas zu erleben.
Auch wenn man es dem ruhigen klugen Jungen möglicherweise nicht zutraute mochte er es, den Adrenalinkitzel zu spüren. Etwas zu erleben, von dem er wusste, dass es ihm nicht jeder so schnell nachmachen konnte. Sprachen zu sprechen, die längst in Vergessenheit geraten waren, Berge zu erklimmen, denen man das Unheil nachsagte. Jesse wusste, was er machen würde, wenn er endlich den Mut gefunden hatte, etwas zu verändern. Er würde von hier fortgehen und dort weitermachen, wo er beim Tod seiner Eltern aufgehört hatte. Er würde die Welt bereisen und seine Träume leben. Er wollte nicht in Selbstmitleid versunken in irgendeiner Gasse als Heroinsüchtiger Penner enden. Als ein weiterer Mann, der mit seinem Leben nicht zurecht gekommen war.

when it gets cold
and it feels like the end
there’s no place to go

Jesse kehrte wieder in die Realität zurück, als der Fremde erneut zu sprechen begann. Sein Name war Jack.
Wie der Pirat aus Fluch der Karibik, sagte er und biss sich anschließend auf die Lippe. Was redete er schon wieder für einen Schwachsinn daher? Aber Jack Sparrow war um auf der Stelle eingefallen, als er den Namen gehört hatte. Grinsend dachte er an den einzigen Kinoabend in den vergangenen Jahren zurück. Irgendjemand, der sich anfangs Mühe gegeben hatte, sich mit ihm anzufreunden hatte ihn ins Kino geschleppt. Jesse konnte sich nicht einmal mehr an den Namen dieses Jemands erinnern.
Verwundert schaute er auf, als er sich plötzlich am Rand eines Parkes widerfand. Er hatte gar nicht mehr darauf geachtet, wo er hinlief.
Für jemanden wie Jack, aus dessen Worten herauszuhören war, dass er nicht ins Reichenviertel gehörte kannte er sich hier reichlich gut aus. Im Gegensatz zu Jesse.
Wo sind wir hier?, fragte er verwundert und betrachtete die Blätter, die von den Bäumen fielen und vom Wind verweht wurden.


[antwortet Jack//Sinniert über mögliches Schicksal nach//Denkt bei Jacks Namen an Fluch der Karibik]
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Jack

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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   So Nov 27, 2011 3:01 pm

    Irgendwie schien Jack einen Nerv getroffen zu haben, denn der junge Mann ihm gegenüber antwortete ihm zwar, jedoch wurde sein Mund ein einziger Strich, eine harte Linie und er versank irgendwie in Gedanken.
    Er beobachtete seinen Nebenmann und war ein wenig irritiert. Sicherlich versank er auch ganz gern einmal in Erinnerungen und hing verschiedenen Dingen nach, jedoch war es immer so, dass er dann entweder allein oder in einem geschützten Bereich war. So wie der junge Mann hier ständig die “Konzentration” verlor, konnte es mal durchaus sein, dass das ausgenutzt wurde.
    Allerdings tat es der Sympathie ihm gegenüber absolut keinen Abbruch, also gab er Jesse die Zeit, die er brauchte, um wieder zu sich zu kommen.
    Trotz allem hatte er seine Fragen beantwortet, auch wenn er irgendwie das Gefühl hatte, dass Jesse vielleicht die eine oder andere Tatsache ausgelassen hatte. Jedoch stand es nicht in seiner Wahrnehmungsfähigkeit zu entscheiden ob diese Details von Bedeutung waren oder nicht.

    Jack setzte langsam einen Fuß vor den anderen und betrachtete die Bäume, die den Park säumten und überlegte, wo zum Teufel sie eigentlich waren, jedoch fiel es ihm nicht ein. Immerhin war er ja auch nicht allzu häufig hier, nicht? Woher sollte er das also wissen.
    Jesse jedoch schien wieder aus seinen Gedanken erwacht und kicherte wegen des Namens Jack, jedoch nicht, wegen der Person die neben ihm lief, sondern wegen einer Filmfigur, die er selbst nur aus Erzählungen kannte, da er in den vergangenen Jahren nie ins Kino gegangen war. Warum auch? Dort waren einfach zu viele Menschen.

    ”Wo wir hier sind?”

    Er schaute sich um und trat schlussendlich kurz zu einem Mülleimer um seinen Zigarettenstummel dort hinein zu werfen, jedoch nicht, ohne ihn vorher aus zu machen.

    ”Ich kann es dir nicht sagen, Jesse.”

    Sagte er dann wahrheitsgemäß, als er wieder zurück auf den Weg kam und sie langsam weiter gingen. Die Blätter stoben vor ihren Füßen auseinander und das Rascheln untermalte ihr Gespräch. Kaum ein Mensch war unterwegs, was dem manchmal kritischen Jack schon wieder sauer aufstieß.
    Irgendwie fühlte er sich in diesen reichen Vierteln weniger behaglich, auch wenn es in den anderen Vierteln vielleicht gefährlicher war.

    ”Und ich wäre auch dankbar, wenn wir das Viertel verlassen könnten, je nachdem wo du hin willst, wir können uns auch hier trennen.”

    Fragend blickte er seinen Wegbegleiter an, für was er sich entscheiden würde.


[mit Jesse im Park]

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Jesse

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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   So Nov 27, 2011 5:34 pm

Jesse folgte Jacks Blick, die Bäume entlang. Das rotbraune Laub auf dem Boden weckte in ihm Erinnerungen, wie er sich als kleiner Junge immer in die Laubhaufen gelegt und einen „Blätterengel“ geformt hatte. Es war eine glückliche Erinnerung, die Jesse fast unbewusst den Hauch eines Lächelns auf das Gesicht zauberte.

and you know.
every once in a while,
something beautiful comes along


Gedankenversunken beobachtete Jesse, wie Jack seine Zigarette wegwarf und sich missbilligend umsah. Jesse folgte dem Mann und fragte sich allmählich, ob sie sich nicht verlaufen würden. Er kannte sich hier überhaupt nicht aus und Jack hatte ja auch gemeint, dass er keine Ahnung hatte, wo sie waren.
Aber war das wirklich so schlimm, sich zu verlaufen? Hieß es nicht immer, alle Straßen führten nach Rom? Dann gab es bestimmt auch eine Straße, die ihn wieder nach Hause brachte.
Wo auch immer das sein mag.
Jesse fühlte sich wohl hier draußen. Es behagte ihm, dass keine weiteren Menschen unterwegs waren und dass ihn niemand mit aufdringlichen Fragen löcherte. Fast unbewusst wanderte seine Hand zu dem Stift hinter seinem Ohr, aber dann ließ er sie wieder sinken. Er verspürte nicht das Bedürfnis, in Bewegung zu sein.
Nur mit halbem Ohr lauschte er Jesses Worten, als sie das Ende des Parks erreicht hatten.

Ich habe Zeit, war alles, was er sagte, während er den Blick noch einmal über den Park schweifen ließ. Es drängte ihn nicht, zurück ins Heim zu kommen, wo ihn nur die beengten Wände seines kleinen Zimmers erwarteten...und jede Menge schlechte Erinnerungen.

Now I was sitting waiting wishing
But Lord knows that this world is cruel
And I ain't the Lord, no I'm just a fool

Jesse bemerkte Jacks Blick auf sich. Er spürte, dass der andere Mann sich hier nicht wohlfühlte. Jesse hatte viele Menschen kennen gelernt und ein gutes Gespür dafür entwickelt, wie andere sich fühlten. Er selbst fühlte sich zwar auch nicht sicher hier, aber er er entdeckte nichts, was die Alarmglocken seines Selbsterhaltungsinstinkts schellen ließ.
Er erwiderte Jacks Blick und ließ den Park hinter sich. Er überließ es Jack, den Weg zu suchen, den er nehmen wollte und Jesse hatte vor, ihn noch ein Stück zu begleiten. Er wollte nicht zurück ins Heim.
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Spielleitung
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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   So Dez 18, 2011 4:23 pm

Langsam verdichten sich die Wolken am Himmel und tauchen die Welt in einen seltsam traurigen Grauton. In der Ferne sieht man einige recht dunkle Gestalten von ihnen, die auf Regen hindeuten. Der kalte Wind des Morgens hat aufgehört zu wehen. Stattdessen scheint sich nun ein Lüftchen mehr zu regen. Es ist kühler geworden. Der Winter kündigt sich immer mehr an. Auch der Sonnenschein kann daran nichts mehr ändern, denn er wirkt eher matt und blass, als hell und strahlend.



Jahreszeit

Herbst


Wetter

Sonnenschein, es ist Nachmittag. Der Himmel ist stark bewölkt. Es sieht ein wenig nach Regen aus. Es ist windstill. 13-15°C


Tageszeit

Nachmittag (circa 15 Uhr)
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Heath

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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   So Dez 18, 2011 4:36 pm

Heath hatte keine Zeit, um auf Livs Reaktion zu warteten. Während er mit ihr geredet hatte, hatte sich eine junge Frau angeschlichen und sich so zu ihnen gesellt. Heath fragte sich, ob Liv sie bemerkt hatte. Er wusste es nicht. Der junge Mann hielt inne und ließ langsam seine Hand sinken. Er richtete sich zu seiner vollen Größe auf und ein eisiger Ausdruck legte sich über seine Augen. Er konnte Fremde nicht leiden, aber da gab es Ausnahmen. Liv zum Beispiel. Sie war Heath mit einer Kälte und Gleichgültigkeit entgegen gekommen, die in ihm sofort den netteren Kerl aufkommen ließ. Aber Menschen, die sofort offen und freundlich wirkten, die konnte Heath nicht leiden. Es gab genug Gefahren in dieser Welt! Wie konnte man da nur so auf Andere zugehen?! Nun, und eben diese Fremde wirkte offen und freundlich. Nicht so ein extrovertiertes, widerlich fröhliches Ding, wie man es manchmal sah, aber ihre Art reichte schon.
Heath sah kurz zu Liv, um ihre Reaktion zu sehen, dann aber wieder zu der Fremden. „Hi“, hatte sie gesagt. Was sollte man darauf antworten? Da traute sie sich schon einen Mann wie Heath anzusprechen und ihr fiel nicht mehr ein, als dieses eine, nichtssagende Wort. Was war sie nur für eine Person?!
Heath entschied sich, einfach nicht zu antworten. Stattdessen packte er fest den Griff seines Dolches und war versucht, ihn heraus zu ziehen, ließ es dann aber bleiben. Mit den nackten Füßen strich er über das feuchte Gras. Er hatte einfach keine Ahnung, was er da machen sollte. Verzweiflung breitete sich ihn aus. Erst diese Geschichte mit Liv und den Begleiter und jetzt das! Was hatte man nur mit ihm vor? Wollte man seine Gefühlswelt völlig auf den Kopf stellen, oder wie? Er wusste es nicht.

“Guten Tag.“

brummte er schließlich. Warum nicht einmal etwas tun, was so völlig unüblich für ihn war? Die Stadt veränderte ja sowieso schon seinen Charakter, also konnte er sich auch noch stärker verändern.
Heath sah an der Frau vorbei und sah, dass eine Dichte Wand aus Wolken sich gebildet hatte. In der Ferne sah man einige dunklere Exemplare von ihnen. Scheinbar würde es bald regnen. Über die Welt schien sich ein grauer Schleier zu legen. Tja, endlich passte sich des Wetter mal an die Atmosphäre der Stadt an! Im Sommer wirkte alles immer so skurril. Das Armen-Viertel und dann die Hitze mit dem strahlenden Sonnenschein. Das passte einfach nicht zusammen. Herbstwetter, dass war das Wetter der Stadt!
Schließlich sah Heath wieder in die Augen der Fremden und wartete auf ihre Reaktion.


[bei Liv und Maya | beobachtet Maya und Wetter | redet]
Tut mir leid, muss erst mal wieder rein kommen /:


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Etienne

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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   Sa Dez 24, 2011 12:10 am

"It's not about the money money money, it's not about the money money money, we just wanna make the world dance forget about the price tag ..."

Die tiefe, volle Stimme der Dunkelhaarigen schallte durch die Haupteinkaufsstraße der kleinen Stadt, in der sie wohnte. Die Tatsache, dass sie halb leer war und eigentlich nur von anderen ärmeren Leuten begangen, war der Sängerin scheinbar egal, das ließ sie nur noch lauter singen. Sie bekam von einer kleinen, abgemagerten alten Frau einen Dollar in ihre Mütze geschmissen. Ohne mit dem Lied aufzuhören, neigte das Mädchen mit einem freundlichen Lachen auf den Lippen den Kopf und bedankte sich so für die kleine Spende. Weiterhin schlug sie wie wahnsinnig auf die Saiten der Gitarre ein und erfüllte die Straße mit ihrem Gesang.
Wer dieses Mädchen war? Niemand anderes als Etienne Serina de la Magrima, das Mädchen mit dem großen Selbstbewusstsein und dem großen Namen. Sie war auf der Straße bekannt, mit der goldenen Stimme und der eisernen Kälte. Jeder kannte sie, wirklich. Sollte als Vorstellung reichen, denn wer sie nicht kannte, würde sie noch kennen lernen. Sie stand also am Straßenrand und sang, in einer brauenen Hose, die ein wenig locker saß und von einem dunklen, schmalen Gürtel auf den Hüften gehalten wurde. Dazu trug sie ein ausgewaschenes graues "Rolling Stones"-Shirt, was sie in die Hose gesteckt hatte. Natürlich waren ihre langen schwarzen Haare offen, fielen ihr über Rücken und Schultern, ihre Füße steckten in ein wenig zerschlissenen schwarzen Chucks.

"EY, was machst du denn da?!?"

Erschrocken blickte Etienne auf den uniformierten Mittvierziger, der die Straße hinab auf sie zustürmte. Sie fluchte und packte schnell die graue Schiebermütze, in denen ihre wenigen erwirtschafteten Dollar drin waren, die sie sich nur achtlos in ihre Hosentaschen stopfte. Die Schiebermütze landete auf ihrem Kopf, dann rannte sie auch schon. Natürlich hängte sie den Polizisten ab, der alles andere als sportlich auf der Höhe war, im Gegensatz zu dem zähen Straßenmädchen. Ihre Haare flogen hinter ihr her und sie musste die Mütze festhalten, als sie langsam aber sicher vom Kopf rutschte.
Sie schlitterte um eine Kurve und wäre fast hingeflogen, weil sie sich nach dem Mann in Polizeiuniform umsah. Allerdings erblickte sie ihn schon gar nicht mehr, sie hatte ihn im Gassengewirr des Armutsviertels abgehangen. Dennoch lief sie weiter und weiter, bis sie in eine kleine Straße mit kleinen Häuschen kam, die nicht ganz so schmuddelig aussah wie die Vorhergegangenen.
Etienne hielt an und atmete tief durch, ihre Lungen lechzten nach Sauerstoff und ihr Herz raste wie vorher ihre Schritte gerast waren. Sie strich sich durchs Haar, richtete die Gitarre auf ihrem Rücken und setzte sich die Schiebermütze wieder auf den Kopf, bevor sie sich aufmerksam umsah. Der Polizist könnte sie hier nicht überraschen, war die Straße doch relativ offen gehalten. So sah sie auch sofort das dunkelhaarige Mädchen, das unschlüssig allein auf der Straße rumstand - ein Junge war gerade um die Ecke gebogen, die am anderen Ende der Straße war.
Was immer Etienne ritt - sie wusste es selbst nicht -, langsam schlenderte sie auf das Mädchen zu. Sie wusste wirklich nicht, was sie machte. Warum zum Teufel suchte sie gerade Gesellschaft? Vielleicht, weil es unauffälliger war, vielleicht, weil sie einfach nicht darüber nachdachte. Jedenfalls war sie jetzt hier und ging immer näher an das Mädchen ran, bis sie einige Meter von ihr entfernt stehen blieb und fragte:

"Hier ist nicht zufällig gerade ein Bulle langgekommen, total außer Atem und auf der Suche nach einer Straßenmusikantin ohne Lizenz, oder?"

{spielt in der Fußgängerzone Price Tag ;; muss vor Polizist fliehen ;; bei Amber ;; fragt, ob sie Polizist gesehen hat}
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Maya

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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   Mo Dez 26, 2011 10:17 am

Mayas Vorsatz, sich zu bessern schwand schnell. Zuerst hatte sie nur eine kribbelnde Unruhe erfüllt, als er Mann zuerst zu seiner Begleiterin sah und ihr dann anschließend einen Blick zuwarf. Seine Gesichtszüge waren hart, seine Augen eiskalt.
In diesem Moment konnte Maya das Bild einfach nicht aus ihrem Kopf verbannen, dass er bestimmt nicht zögern würde von seinem Messer Gebrauch zu machen. Und wie als hätte er ihre Gedanken gelesen fuhr seine Hand zum Knauf der Waffe.
Langsam aber sicher breitete sich Adrenalin in Mayas Körper aus und sie schlang hinter ihrem Rücken heimlich die Arme fest umeinander. Der gewollt freundliche Ausdruck in ihren Augen schwand und ließ wieder nur ihre kalte Maske zurück. So viel zu ihren guten Vorsätzen!
Der Mann bewegte sich und Mayas Blick folgte der Bewegung. Erstaunt sog sie Luft ein, als sie erkannte, dass er keine Schuhe trug. Ob er nun nicht das Geld hatte, sich welche zu kaufen, oder schlichtweg keine Lust dazu, konnte sie nicht sagen. Aber ihr persönlich wären bei diesem Wetter draußen schon längst die Zehen eingefroren.

falling slowly, eyes that know me
and i can’t go back
moods that take me and erase me and i’m painted black

Während der Fremde überlegte, was er von ihr halten sollte spielte Maya bereits wieder mit dem Gedanken, unauffällig zu verschwinden. Dennoch ließ ihre Selbstdisziplin es nicht zu, dass sich an ihrem Verhalten oder ihrer Mimik auch nur ein Hauch ihrer Angst ablesen ließen. Zu oft schon hatten es sich Menschen zunutze gemacht, wenn sie Angst hatte. Schaudernd schob Maya diesen unerfreulichen Gedanken beiseite und überlegte, ob sie noch etwas sagen sollte, da der Mann offenbar keine Anstalten machte, dem Mund zu öffnen.
Während das Mädchen noch verschiedene Möglichkeiten in Gedanken durchspielte, wie sie verschwinden konnte, sagte der Mann aber doch etwas.
Es klang zwar nicht gerade freundlich, eher wie eine Aufforderung, sich umzudrehen und wegzurennen, aber immerhin sagte er etwas.

All those days chasing down a daydream
All those years living in a blur
All that time never truly seeing
Things, the way they were

Während der Blick des Mannes an ihr vorbeiwanderte vibrierte plötzlich etwas in Mayas Hosentasche und ließ sie erschrocken zusammenzucken. Jedoch entspannte sie sich fast augenblicklich wieder, als ihr siedend heiß einfiel, dass sie ihr Handy heute Morgen extra eingepackt hatte.

Pfeif auf das Ding!

Sagte sie sich und ignorierte das Summen gegen ihren Oberschenkel geflissentlich. Es gab niemanden, der dringend mit ihr reden wollte. Zumindest gab es niemanden, für den es sich lohnte, das Mobiltelefon aus der Hosentasche zu fischen.
Um das Gesumse zu überspielen folgte Mayas Blick einen Moment dem des Mannes mit dem Messer, oder was auch immer das war.
Er sah nachdenklich in den Himmel. Noch immer schien die Sonne auf den Park, aber die Wolken hatten sich merklich verdunkelt. Hoffentlich kam kein Regen auf! Maya mochte Regen einfach nicht. Immer wenn es regnete hatte sie unpassende Kleidung an, wurde klatschnass und rannte daraufhin die nächsten Wochen mit einer laufenden Nase durch die Gegend! Einfach furchtbar!

Wunderbares Wetter, nicht!, sagte Maya schließlich sarkastisch,liegt ihr häufiger um diese Jahreszeit hier herum?

Es gab denkbar bessere Orte, um auf dem Boden zu liegen...es sei denn, man hatte eindeutig seltsame Angewohnheiten. Noch skurriler als Mayas eigene.


[wird unruhig//antwortet Heath]
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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   So Jan 01, 2012 10:13 pm

Noch immer stand Amber dort, die Arme um ihren eigenen Oberkörper geschlungen. Die Braunhaarige war verschwunden. Die, die eben noch da war. Und auch der Typ war gegangen. Sie wusste nicht warum, aber sie waren weg. Es war einfach so. So ganz ohne Grund. Jonathan, so hieß der Junge, wie er ihr verraten hatte, war kurz geblieben, hatte gefragt was los war, auch wenn es ihr wirklich nicht interessiert hatte. Nachdem sie kurz geredet hatten, mit vielen peinlichen Pausen, war er irgendwann gegangen. Er hatte Tschüss gesagt, sich umgedreht und war gegangen. Einfach so. Fast wie Kjetil, aber besser. Kjetil war gegangen, als sie selbst geschlafen hatte. Er hatte gelogen, sie allein gelassen und dafür hasste sie ihn, dennoch sehnte sich jede Faser ihres Körpers nach ihm. Was war gewesen? Sie war so müde gewesen, so unendlich müde, und dann hatte sie einen Albtraum gehabt und er war gegangen. Immer nur er, ihn ihren Gedanken. Immer nur er, sein Blick, seine Augen, sein Lächeln. Sie wollte ihm sagen, dass sie ihn dafür hasste, sie wollte dass er zurückkam, doch er würde nicht kommen. Er würde nicht zurückkehren. Wahrscheinlich hatte er sie längst vergessen, hatte alles verdrängt was mit ihr zu tun gehabt hatte. Einfach alles. Ob er sich an ihren Namen erinnerte? Vermutlich nicht.
Amber schauderte. Wie lange stand sie jetzt schon an der Tür, am Eingang zu ihrer Wohnung? Viel zu lange. Die Wolken hatten sich zusammen gepresst, waren grau und schwer, sahen nach Regen aus. Wie lange es wohl dauern würde, bis die ersten scheren Tropfen fielen? Nicht lange, vermutlich. Es ging kein Wind, dennoch war es kalt. Ihr war so unendlich kalt, jetzt wo sie alleine war. Warum hatten sie alle allein gelassen? Sie schüttelte den Kopf, so dass ihre braunen Haare wild m ihren Kopf wirbelten, dennoch fiel ihr kein Grund ein. Es war komisch und total doof. Sie selbst hatte dem blonden Jungen noch lange hinterher gesehen. Sie hatte gesehen, wie er ging, wie er kleiner und kleiner wurde, sie hatte gehört, wie das Echo seiner Schritte leiser und leiser wurde, wie es sich entfernte. Der Typ war schon komisch gewesen. Sehr komisch sogar, aber das war egal. Es war vollkommen egal. Ganz gleichgültig. Es war alles egal, bis sie bemerkte, dass sich die Stille wieder in ihrem Kopf breitmachte. Ihr Kopf war leer, so still und unheimlich.. Der Körper des Mädchens krampfte sich zusammen, zuckte. Sie hasste das Gefühl, hasste die unangenehme Stille, die alles verschlang.

„And every time I try to fly – I fall – without my wings I feel so small – guess I need you Baby.. And every time I see you in my dreams – I see your face – it’s hurting me – guess I need you Baby..”

Sie krallte die Fingernägel in ihren Unterarm, versuchte sich auf das Lied zu konzentrieren. Ober der Text richtig war oder nicht, war vollkommen egal. Niemand war hier, niemand hörte zu. Sie sang, bis der Text des Musikstückes ihren Kopf erfüllte, bis die Leere von hellen und schönen Klängen verdrängt wurde. Es war schwer, sich zu konzentrieren, nicht nach der Stille zu suchen, aber noch schwerer war es, sie zu ertragen.
Plötzlich hallten Schritte die Straße entlang, zerstörten die Magie der Melodie, die Magie des Stückes. Ein Mädchen lief die Straße hinauf, kam irgendwie auf sie zu und sprach sie auch noch an. Amber musterte die Fremde stumm, schüttelte den Kopf.

„Ich habe niemanden gesehen, tut mir leid..“

Was das wohl eher gut, oder eher schlecht? Unwissend blickte die Dunkeläugige die Straße hinab. Toll, und jetzt? Sie wollte nicht noch mehr Fremde. Nicht noch mehr Leute, die sie sowieso wieder alleine ließen..



{ bei Etienne - erst in Gedanken - vertreibt die Stille - redet mit Etienne }
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Kjetil

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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   Mo Jan 02, 2012 6:16 am

~ I'm at war with the world and they

Try to pull me into the dark.
~


    Dieser Tag war irgendwie komisch. Nicht greifbar. Eher wie aus einem trüber Fiebertraum und man kam einfach nicht drauf, was genau hier seltsam war. Ein dunkles, unsicheres Gefühl, das Kjetil in den Kopf kroch und ihn nervte. Und dann dieses andere Gefühl, das ihn vorhin durchzuckt hatte, wenn er Nathan ansah. Wie… eine ferne Erinnerung, die man nicht festhalten konnte. Eine schöne Erinnerung, irgendwie - warm? Er konnte es nicht beschreiben. Verdammter Tag.
    K.J. fuhr sich mit der Hand durch die verlegten Haare und starrte geistesabwesend zur Seite. War fast schon unheimlich, wie schnell sein Blick wieder weggezuckt war, als Nathan ihn angesehen hatte. Irgendwas war an dem Jungen… anders. Als könnte er Kjetils Maske mit Leichtigkeit durchschauen. Sehen, was niemand sah; nicht mal Kjetil selbst wirklich. Gott, wie ihm seine Gedanken heute selbst auf die Nerven gingen. Wie sich Nathan und Merle gegenseitig anzickten, bekam er kaum bewusst mit. Irgendwie wünschte er sich, das Mädchen würde einfach wieder verschwinden. Er wollte mit dem Jungen allein sein, und herausfinden, was ihn so irritierte. Gleichzeitig schreckte ihn dieser Gedanke jedoch auch auf eigentümliche Weise ab.
    Dieser Junge, der nicht hierher gehörte… sondern eher an die Seite eines hübschen Mädchens. Ein halbwegs normales Leben führen. Wer sich einmal im Gewirr aus Gewalt und Vertuschung, das die Straßen hier wie ein unsichtbares Netz durchzog, verfing… der kam lebend nicht wieder raus. Es sei denn… es gab jemanden, der einem beibrachte, die Spinnen auszutricksen, die dieses Netz gesponnen hatten; die Fallen zu umgehen, die für unvorsichtige Fliegen ausgelegt wurden. Dann konnte es sogar ganz amüsant sein, hier zu leben. Das war zumindest Kjetils Ansicht. Und hey - der Junge hatte so jemanden! Ab sofort. Sofern er das auch wollte…
    Quatsch, der sollte dankbar dafür sein und das würde ihm Kjetil schon klarmachen.

~ I'm awake, I'm alive

Now I know what I believe inside

Now it's my time

I'll do what I want, 'cause this is my life!
~

    Der Blick des jungen Mannes schweifte ganz automatisch zu dem Jungen - und traf auf zwei blaugraue Augen, in denen tief verborgen Verzweiflung lag. Verzweiflung? Ja, definitiv. Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Angst.

~ I struggle to find my faith

As I'm slippin' from your arms.

It's getting harder to stay awake

And my strength is fading fast…
~

oO(Autsch.)

    Irritiert blinzelte Kjetil, als er merkte, wie es ihm einen Stich versetzte, den Kleinen so zu sehen. Er wusste, wie er sich fühlte. Wenn alles zu viel wurde. Wenn alles zusammenbrach und niemand da war, um einen aufzufangen.
    Still blieb K.J. stehen und löste den leeren Blick nicht von Nathan. Sah zu, wie dieser Junge zerfressen wurde. Wenn es darauf ankam, war Kjetil eben doch nur… wie eine leere Hülle. Hinter der Maske war nichts. Er hatte zu viel gesehen; zu viel Leid, zu viel Schmerz. Entweder man drehte durch, oder man betäubte sich mit Drogen und zog sich innerlich vollkommen zurück. Kjetil hatte eine eigene, dritte "Lösung" gefunden: Gar nichts mehr fühlen. Und das alles hinter einer Maske aus fröhlichem Sarkasmus verstecken. Für welche Möglichkeit würde sich Nathan entscheiden? Durchdrehen? Sah so aus. Ein lautloser Schrei hallte durch K.J.s Körper. Die Maske vor seinem Gesicht war zu Eis gefroren, das Licht in den braunen Augen erloschen.
    Das war Kjetils andere Seite. Seine wahre Seite. Oder?

~ Sometimes don't deny

That everything is wrong

Sometimes rather die

Than to admit it's my fault

Sometimes when you cry

I just don't care at all.
~

    Er konnte es sehen, konnte es fühlen, wie die Gedanken Nathan in den Wahnsinn trieben. Sah sich selbst, lachte innerlich hart auf, lachte über sich selbst. Lachte über den kleinen Jungen, der er gewesen war und lachte über den innerlich toten, jungen Mann, der er jetzt war. Wie egal das alles war. Das Leben war ein Spiel und Kjetil hatte längst verloren. Doch spielte er trotzdem weiter, obwohl es keinen Sinn hatte. Einfach weil der Mensch so war; weil niemand einsehen konnte, wann er verloren hatte. Am allerwenigsten Kjetil.
    Ein Schrei, diesmal für jeden hörbar und der junge Mann schloss die Augen. Legte den Kopf in den Nacken und lehnte sich zurück gegen die Wand. Er konnte ohnehin nichts tun. Er hatte es schon längst verlernt, wie man sich einem Menschen… näherte. Innerlich. Immer die Maske zwischen sich und den anderen. Damit sie nicht sahen, dass dahinter gar nichts war.

>> Halt mich..

~ Dead inside 

No other satisfies

My blood runs dry.
~

>> Halt mich.. ich falle..

    Kjetil riss die Augen auf, starrte Nathan an. Was - was macht er da, verdammt?! Was macht er, was machte Nathan?
    In einer schnellen, trotzdem vorsichtigen Bewegung ging Kjetil vor dem in sich zusammengefallenen Jungen in die Hocke und streckte zögernd die Hand aus. Das Zittern erfasste seine Fingerspitzen, als sie Nathans Schulter berührten, setzte sich bis in Kjetils Herz fort.

"Hey…"

    Er war sich nicht sicher, ob der Junge ihn hörte.

"Kleiner. Komm wieder zu dir. Das ist ein Befehl, okay?"

    Anders als die Worte vermuten lassen konnten, war Kjetils Stimme sanft, aber bestimmt. Behutsam nahm er den bebenden Jungen in den Arm, musste sich dafür zwar auf den dreckigen Boden knien, aber wen kümmerte das? Beschützend, vor alles und jedem. Dieser Junge würde nicht zerbrechen. Ganz bestimmt nicht. Kjetil wusste nicht, wie es Nathan empfand, aber bei ihm verstärkte es dieses undeutliche, warme Gefühl irgendwo tief in ihm. So leise, dass es wenn, dann nur Nathan hören konnte, murmelte er gedankenverloren.

"So much fire, that it burned your wings…"

.oO(…but I will you help to fly again.)


~ Waking up, waking up

In the dark

I can feel you in my sleep

In your arms I feel you breathe into me

Forever hold this heart that I will give to you

Forever I will live for you.
~


[bei Nathan (& Merle)]
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Etienne

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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   Fr Jan 06, 2012 3:24 pm

Etienne beobachtete das andere Mädchen. Irgendwie erinnerte es an ein Reh, ein verdammt verschrecktes Reh. Die großen, dunklen Augen des Mädchens schienen von tiefer Trauer erfüllt und alles an der Dunkelhaarigen sprach von einer Einsamkeit, dass es Etienne beinahe kalt den Rücken runter lief. Eigentlich interessierte sie sich nicht die Bohne für andere Leute, alles, was sie wollte, war sich durchschlagen. Aber manchmal musst eman, um etwas richtiges zu tun, von seinen Prinzipien abweichen und etwas machen, das man sonst nicht tat. Sie wusste nicht, ob es wirklich das Richtige war, sich jetzt um dieses Mädchen zu kümmern. Aber sie hielt es für richtig, denn wegen der Einsamkeit bekam sie nur Mitleid mit der Fremden.
Als diese sich dafür entschuldigte, dass sie niemanden gesehen hatte, huschte ein Lächeln über Etiennes Gesicht. Es wirkte allerdings eher erleichtert als belustigt, obwohl sie sich schon darüber lustig machte, dass das Mädchen sich dafür entschuldigte. Das ließ sie nicht durchblicken, immerhin hatte sie eigentlich vor, noch einmal was Gutes zu tun heute. Das würde schwer werden, wenn sie das Mädchen erst einmal verstimmt hatte, weil sie sie ausgelacht hatte.

"Du brauchst dich nicht dafür entschuldigen, ganz im Gegenteil. Das ist gut.", erklärte Etienne also mit ruhiger Stimme. Sie machte eine kurze Pause, dann fragte sie fast schon zögerlich: "Ist alles in Ordnung mit dir? Darf ich dir was helfen?"

{ bei Amber ;; beobachtet sie ;; sagt & fragt }
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Heath

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BeitragThema: Re: Den Tod im Genick   Di Jan 10, 2012 11:07 pm

Heath sah nochmals zu Liv. Er fragte sich, ob sie gehen würde, wo doch die Fremde nun auftauchte und damit ein neues Problem. Er hatte gerade ihre Welt auf den Kopf stellen wollen und nun wurde sein Plan durch diese Fremde durchkreuzt. Heath dachte kurz daran, wie Liv ihn vermutlich ungläubig angeguckt hätte, hätte er erzählt, dass sie gar kein normaler Mensch war. Tja, dass würde vorerst nicht geschehen. Ein seltsames Gefühl tat sich in Heath’ Brust auf. Es tat ihm leid. Er hatte mit ihr reden wollen und nun würde es wieder dauern, bis er sich erneut dazu durchringen konnte, ihr die Wahrheit zu sagen. Warum musste er diese auch kennen? Am liebsten wäre er – wie so oft – einfach verschwunden. Zurück in die Welt der Schatten, wo Worte keine Bedeutung hatten und Mimik ein Fremdwort war. Dort fühlte er sich wohl, trotz der Tatsache, dass er sich an sein früheres Leben gar nicht erinnern konnte. Zumindest nicht das Gefühl, wie es ist, ein Schatten zu sein. Da waren einfach nur Bruchstücke aus einem Leben, welches noch von ihm, sondern von Michelle – seinem Menschen – gelebt wurde.
Heath’ Gedankengang wurde jäh unterbrochen, als die Fremde erneut zu sprechen begann. Ironie lag in ihrer Stimme, als sie vom Wetter zu reden begann. Das war genau eines dieser Themen, die Menschen ansprachen, wenn sie sonst keine Ahnung hatten, was man sagen konnte. Das bewies zumindest, dass sie – Heath und die junge Frau – eines gemeinsam hatten: Sie wussten beide nicht, was man sagte, wenn man jemand Fremden traf.
Zu lange war es her, dass Heath sich wirklich mit Konversationen auseinander gesetzt hatte. Als Einzelgänger tat man so etwas nun mal nicht. Er hatte als Schauspieler gelernt, Drehbüchern zu folgen und als Schatten seinem Menschen. Er hatte bei den Rebellen gelernt, ihren Anweisungen zu folgen und bei der Liebe, seinen Gefühlen. Aber das war alles lange her. Er hatte sich grundsätzlich verändert, seit Michelles Tod. Er war eben jemand gewesen, der folgte und nun ging er vor, nur, dass dort niemand hinter ihm war, mit dem er hätte reden können.

“Sehen wir so aus?“

fragte Heath zurück und versucht dabei, den Ton der Fremden nachzuahmen nur eben in einer tieferen Stimmlage. Heath wollte sich gerade wieder hinsetzten und schweigen, da ging es ihm durch den Kopf, die Fremde eiskalt vor die Wand laufen zu lassen.

“Du scheinst keine Ahnung zu haben, was du sagen sollst. Warum versuchst du es dann überhaupt?“

Das war vielleicht nicht fies. Ein kluges und willensstarkes Mädchen konnte sich bei einer solchen Frage locker verteidigen, aber das war Heath egal. So etwas war eben eine gute Möglichkeit, um den Charakter fremder Menschen zu testen. Das hatte er schon bei Liv getan und sein Ergebnis war sehenswert: Sie war der Typ Mensch, der wusste, wie man mit Worten umgeht und dies auch nur all zu deutlich zeigte.

[bei Liv und Maya im Park der Armen | denkt über Vergangenheit nach | antwortet]
Ich habe vor, noch Liv weg zu posten. Habe da schon eine Idee


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Den Tod im Genick
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